Archiv für den Monat: Januar 2018

Hawera – Whanganui

bevor mein Wecker klingelt werde ich noch von einem mir nur zu gut bekannten Zeltstangen-Geklapper geweckt. Das muss wohl Jeff sein, der sein Zelt gerade abbaut. Die Chance für dieses gewünschte Foto ist somit vertan und ich denke mir wieder: „verschiebe nie die Chance, ein Foto zu machen, sie kommt nicht wieder!“ und bis ich mich wenige Minuten später aus dem Zelt geschält habe, ist er tatsächlich schon weggefahren. Ich gehe das alles etwas gemütlicher an und fahre erst so in der prallen Mittagssonne los.
Ich habe hier bisher deutlich mehr Kühe (und auch Schafe) gesehen, als Menschen. Es ist klar, dass diesem Tier dann auch ein „Denkmal“ gebaut wird.

Sonst geht es über weitgehend flaches Gelände weiter. So sehr ich die steilen Anstiege sonst auch verflucht habe, so waren die Ausblicke von dort doch meist interessant, wenn nicht sogar imposant. Heute habe ich dagegen überwiegend so etwas gesehen. Nicht sehr spannend, aber ich bin mir sicher, dass es nicht allzu lange so weitergehen wird, es ist ja nicht Kanada.

Irgendwo auf der Strecke war dann dieses Pferd, vom Aussehen her völlig anders, als die anderen Pferde und als ich vorbeifuhr, hatte es seinen Dödel noch runterhängen gehabt. Bis ich umgedreht habe, um das zu fotografieren, war es schon wieder zu spät.
Ich habe es trotzdem mal „Berlin“ getauft.

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New Plymouth – Hawera

tolle Sammlung meiner bisher abgebrochenen Schrauben. Schmeiße ich aber lieber weg, ich kann mir gerade keine sinnvolle Nutzung davon vorstellen. Die anderen Teile sind sowieso schon weggeschmissen oder stecken halt noch im Rad.
Mit neuem Gepäckträger werde ich also probieren die nächsten vier Tage ohne Probleme zu überstehen, bis ich das Rad austauschen kann.

Was ich beim „Aufräumen“ auch noch gefunden habe: zwei Beutel dieses Tees, den ich mir in Quebec gekauft habe, um meine Erkältung zu kurieren. Da ich bei dem Wetter hier – und vor allem wieder radfahrend – kaum mit einer kommenden Erkältung rechnen muss, trinke ich den noch, bevor ich heute losfahre.

Dann geht’s los. Ich entscheide mich für die etwas längere Route um den Vulkan Mount Taranaki herum, auf dem „Surf Highway“ SH45 immer an der Küste entlang. Das hört sich aber spannender an, als es dann tatsächlich ist. Vom Meer sehe ich kaum etwas, die Straße geht recht weit von der Küste weg, schade.
Vom Vulkan ist auch nix zu sehen, außer Wolken.

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in New Plymouth

inzwischen habe ich auch mitbekommen, wieso die Hostels hier so ausgebucht sind: es ist ein Wettkampf der ganzen Surf Live Saving Clubs hier am Strand. Während ich darauf wartete, dass der Radladen mir einen neuen Gepäckträger montiert (was ich sie hauptsächlich wegen der beiden abgebrochen Schrauben im Rahmen machen ließ), habe ich mal ein paar Rennen in der brütenden Hitze angeschaut.

In einer Bäckerei habe ich mir noch eine Art Kuchen besorgt und mir dann überlegt, dass ich noch einen zweiten für die Leute im Radgeschäft besorgen könnte. Das hat sich dann irgendwie auch ausgezahlt und ich musste nur den Gepäckträger und nicht ihre Arbeitszeit bezahlen (obwohl das gar nicht meine Intention war). In Deutschland wäre das alles ganz anders gelaufen, da hätte ich erst mal einen Kostenvoranschlag und eine Erklärung unterschreiben müssen, dass niemand vom Radgeschäft schuld ist, wenn das mit den abgebrochenen Schrauben nix wird.

Eine der Schrauben haben sie raus gekriegt, die andere nicht, weil sie ihre Bohrer abgebrochen haben und die Schraube wohl durch das ganze Gerüttel ziemlich hart geworden ist. Da es Samstag ist, kriegt man in dem Städtchen hier auch keine neuen Bohrer. Mit einer Klemme haben sie es dann provisorisch repariert und das sollte für die nächsten paar Tage reichen.
Dann habe ich das Rad noch ohne Gepäck genommen und bin ein bisschen rumgefahren. Im Hintergrund, hinter den Wolken, ist der Vulkan Taranaki, 2500m hoch.

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Whangamomona – Rad kaputt

Forgotten World Highway, Teil 2.
Bis ich aufstehe, hat Bruce seinen Biwak schon eingepackt und ist losgefahren. Er will heute 150km zurück nach Hause fahren. Gut, jeder wie er will, ich verspeise mein Bananen-Brot und schaue mir skeptisch das „Fitness-Center“ des Zeltplatzes an.

Gemütlich packe ich dann mein Luxus-Zelt zusammen und fahre langsam los.
Hier wird offensichtlich im großen Stil aufgeforstet. Vielleicht wäre es ja einfacher gewesen, die ganzen Bäume nicht zuerst komplett zu roden, aber was weiß ich schon….

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Taumarunui – Whangamomona

da ich die Tour Aotearoa nicht mehr weiterfahren wollte/konnte, muss ich mich jetzt eben selbst entscheiden, wo lang ich fahren will. Heute ist das nicht sehr schwierig, es gibt einen „Forgotten World“ Highway.

Der ist so forgotten, dass es dort nicht mal eine Tankstelle für die nächsten 150km gibt. Das ist mir zwar egal, da ich mit diesem Mountain-Bike jedoch keine 150km am Tag schaffe (erst recht nicht, nachdem ich heute mal wieder erst nach Mittag losgefahren bin), muss ich wohl noch an etwas zum Essen für heute Abend und morgen denken.

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Ongarue – Taumarunui

mein Handy-Wecker klingelt und ich schaue mich etwas um. Kein Tier in Sicht, mein Zelt steht noch und mein Rad ist auch noch da. Dazu schlechtes Wetter, das Zelt ist nass vom Regen und ich weiß sowieso nicht, was ich machen soll.
Ich „frühstücke“ den Rest meines Banana-Chocolate-Cakes und eine Banane und entschließe mich dann dazu, mich nochmal hinzulegen.

Gegen Mittag wache ich dann wieder auf, weiß aber immer noch nicht so recht, was ich jetzt machen könnte. Ich packe langsam ein und fahre nach Süden in Richtung der Tour los, allerdings nicht auf dem vorgeschlagenen, geschotterten Radweg, sondern auf dem Highway.
Im Ort komme ich noch am ehemaligen Rugby-Clubhaus vorbei und als ich es fotografiere, fragt mich ein vorbeifahrender Autofahrer, ob alles in Ordnung sei. Ich bejahe und meine, dass ich nur diese Bruchbude fotografieren wolle. Er schaut komisch und fragt, was daran denn so fotografierenswert wäre, es sei sein Haus und er will da ein Cafe reinmachen. Hui, jetzt mal schnell eine gute Abzweigung im Gespräch finden – es hat halbwegs geklappt, auch wenn ich nicht denke, dass sein Cafe-Plan so eine gute Idee ist.

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Mangakino – Ongarue

Aufgeben. Diese Scheiße nicht mehr weiter machen. Einfach aufhören damit. Wozu?

Diese Gedanken kreisen heute den ganzen Tag in meinem Kopf, vor allem, als ich für ein 4km langes Stück etwa 1h brauchte (hier zum Relive-Video).

Angefangen hat der Tag wieder mit so einem kleinen, geschotterten Radweg, der dann über eine solche Hängebrücke führte.
Und es ging ein paar Kilometer an diesem aufgestauten See entlang (warum man dabei aber immer wieder rauf und runter fahren musste, erschließt sich mir nicht, auch wenn ich jetzt schon 1000x entlang eines Sees, des Meeres oder eines Flusses gefahren bin).

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Matamata – Mangakino

die Speiche ist repariert; wenn man das richtige Werkzeug hat, dauert das auch nur 10min.
Aber ich lasse es im Hostel noch gemütlich angehen, bevor ich mich wieder auf den Weg mache.

Kurz drauf dann dieses Schild – und wir alle wissen ja, dass die geplanten Partys die besten sind. Dieses Schild soll aber vermutlich eher auf Alkohol am Steuer hinweisen, vermute ich mal.

Und kurz vor dem Aufbruch sehe ich aber noch diese Hummeln, die hier bestimmt 50% größer als bei uns sind.

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Mirinda Hot Springs – Te Ahora

die Wettervoraussage ist immer noch nicht perfekt, aber die Aussicht, noch länger an einem Zeltplatz ohne Strom und Wasser zu bleiben ist auch nicht gerade toll.
Also aufs Rad und losfahren. Ich begegne noch eine Gruppe von 13 Deutschen, die hier eine geführte Tour fahren, teilweise mit e-Bikes. Als ein kleiner Schauer einsetzt, machen die hektisch eine Pause, um Regenklamotten anzuziehen. Ich entscheide mich dafür, weiter zu fahren und hoffe, dass der etwas stärkere Nieselregen nicht schlimmer wird. Schließlich muss man bei leichtem Regen immer abwägen: nass durch den Regen zu werden oder durch den Schweiß von innen in den wasserdichten Regenklamotten?

Meine Entscheidung war nicht so schlecht, kurz drauf hat es schon wieder aufgehört. Und mal wieder angefangen und mal wieder aufgehört und angefangen, aufgehört, ….
Heute fahre ich ganz ohne Berge auf einer alten Bahnlinie entlang. Und sogar durch den ersten Tunnel. Warum der hier war und nicht irgendwo, wo er an irgendwelchen steilen Bergen echt nützlich gewesen wäre?

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Auckland – Mirinda Hot Springs

als einer der Vulkane mitten in der Großstadt Auckland ist es natürlich ein weiterer Foto-Beweis für meine Radtour. Das mache ich aber ganz ohne Fahrrad, denn das ist beim Service. Ich hoffe, dass die das Rad in einen Zustand bekommen, in dem ich es die nächsten acht Wochen noch fahren kann.

Oben auf dem Gipfel dann ein solches „Gipfelkreuz“. Solche Gebilde habe ich auf der bisherigen Tour schon ein paarmal gesehen, aber natürlich nicht mit der Stadt im Hintergrund.

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Western Heights – Piha

hier sind gerade Feiertage, mein Radgeschäft hat erst am Mittwoch, 3. Januar wieder geöffnet. Daher entscheide ich mich dafür, einen kleinen Abstecher an den Piha-Beach zu machen.
Die Nackten um mich herum machen es auch sehr anstrengend, halbwegs konzentriert irgendetwas am Rechner zu machen – ich hoffe, die beiden Berichte, die ich vom FKK-Club geschrieben habe, sind nicht mir allzu vielen Fehlern gespickt.

Wobei „kleiner Abstecher“ etwas untertrieben ist. Es sind zwar nur 35km, aber dafür habe ich dabei über 700 Höhenmeter, ich muss über eine kleine Gebirgskette, um vom Auckland aus (nahe 0NN) bis zu diesem Strand (natürlich ebenfalls 0NN) zu kommen.
Es gibt auch mehr Infos dazu, natürlich bei Strava und auch ein solches Video.

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