Berlin-Ausflug

Berlin

Berlin hat schon irgendwas. Dieses Wochende eben das Sechstagerennen, die SixDays.
Ich habe noch rechtzeitig einen Zug gebucht. Gut ist ja, dass diese Flixtrains auch auf der Bahn-Seite angezeigt werden, dass man bloß nicht vergisst, die günstigere Alternative zu buchen. In meinem Fall hatte ich die Hinfahrt für 8,99€ bekommen.
Was nicht so gut ist: Man muss halt schon um 07:04 am Bahnhof sein – was mir als „Team Zweistellig[e Uhrzeiten]“ doch nicht ganz einfach fällt. Da ist es auch egal, dass man danach noch ausgiebige Nickerchen im Zug machen kann.
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Die Aussicht am fast durchgehenden nebeligen Reisetag war völlig zu vernachlässigen. Hier z.B. die Kohl’schen blühenden Landschaften. Für Januar bestimmt schon/noch sehr grün.
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Den einen Abend bin ich ein bisschen mit der mit Kamera rumspaziert und habe versucht, ein paar Bilder zu machen. So richtig motiviert war ich aber nicht und als ich dann zufällig auf einen bekannten Musiker aus Stuttgart traf, nahm ich das als gute Ausrede, mich ihm ein bisschen anzuschließen und das Fotografieren sein zu lassen. Danach kam mir das Bosse-Lied 3 Millionen in den Sinn, das ja ein bisschen das Thema „jemanden in Berlin treffen“ aufgreift.
Das einzige halbwegs vernünftige Foto beim Spaziergang ist dieses hier geworden, auf dem der Berliner Fernsehturm langsam im Nebel verschwindet.
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Dann geht’s weiter zum Checkpoint Charlie und ich stehe mal wieder vor einem Grenzpfahl.
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Zufällig habe ich noch mitbekommen, dass in Berlin auch die feierliche „Eröffnung“ des Freiraumwunders an genau diesem Wochenende ist. Dies ist eine Kopie des Stuttgarter „Das kleine Parkraumwunder“ (nur auf facebook). Ich habe noch mit dem Erfinder vom Parkraumwunder gesprochen eben abgemacht, dass wir uns dort treffen.
Bis zur Veranstaltung treibe ich mich noch in Berlin rum, komme an dieser Ausstellung vorbei und bin auch noch zufällig bei der Abschluss-Ausstellung der University of Applied Sciences Berlin vorbei. Leider habe ich fast gar keine Zeit mehr, daher hetze ich quasi nur einmal dort durch, überlege mir, ob ich das im nächsten Jahr nicht mal als Grund für eine erneute Berlin- (oder Hamburg-) Reise und merke mir mal den Termin für diese Ausstellung an der Stuttgarter Kunstakademie. Wer sowas noch nie angeschaut hat und ein bisschen interessiert ist, dem kann ich sowas nur empfehlen. In Stuttgart gibt es da auch von der HdM (nennt sich MediaNight) oder der Merz-Akademie (und bestimmt noch ein paar weitere).
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Dann gehts zum Freiraumwunder. Der Weg wurde schon von der S-Bahn-Station markiert.
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Dort angekommen (leicht zu spät, wie eben beschrieben), ist es schon gut besucht. Gerhard ist als Überraschungsgast angekündigt und erzählt kurz noch die Geschichte des Stuttgarter Parkraumwunders (hinten links am Mikrofon). Denn wer sollte es besser können, als der Erfinder persönlich!
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Genau am 75. Gedenktag der Auschwitz-Befreiung komme ich – mal wieder nur zufällig – an der Gedenkstätte „Topografie des Terrors“ vorbei. Rein gehe ich nicht, da war ich schon mal und bin heute gar nicht in der Stimmung dazu. Naja, eigentlich sollte man nie „in der Stimmung“ sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
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Dann bin ich abends im Berliner Velodrom. Der Grund, warum ich diesmal nach Berlin gefahren bin. Schade, dass es ein solches Velodrom nicht hier irgendwo in Stuttgart gibt (ich weiß nur, dass es in Öschelbronn eins geben soll). Ich könnte mir gut vorstellen, da ab und zu mal rumzuballern – oder eben zu kesseln, wie wir hier sagen. Ich müsste eben nur noch lernen, mit so einem Bahnrennrad mit starrer Achse zu fahren. Mein Fixie hängt seit einem Jahr mit nicht mal 100km auf dem Tacho im Container und ich schaffe es nicht, mich damit mal mehr zu beschäftigen.
Ich habe noch nie so ein Radrennen angeschaut und hatte von den verschiedenen Wettbewerben, die hier ausgetragen werden auch keine Ahnung. Anfangs saß ich noch recht hilflos da. Dann habe ich mal bisschen auf Wikipedia gelesen, wie denn die Regeln sind und dann konnte ich es auch ein bisschen verfolgen.
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Rein gekommen bin ich durch eine geschenkte Karte. Als ich am Velodrom ankam, ist gerade jemand aus der Halle gekommen, hat kurz gefragt, ob jemand eine Karte will, mit ihr gewedelt und war schon wieder auf dem Weg zurück. Die Sicherheitsmitarbeiter haben ihn dann aufgehalten, als sie mein Interesse bemerkten, er gab mir die Karte und noch bevor ich „Hej – vielen Dank dafür!“ aussprechen konnte, war er schon wieder weg.
Anfangs, ab 17 Uhr, gab es ein paar Jugendrennen, bei denen ich schon etwas enttäuscht war, denn ich dachte, dass ich da bestimmt noch gut hätte mithalten können. Aber gut: U15 und U17 – und die Frage ist ja auch noch, ob mich mein Eindruck da nicht sogar getäuscht hatte.
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Als dann die Profis dran kamen und sowohl die Jungs als auch die Mädels mit weit über 60km bis zu 90 Runden ständig in diesem 250m Rundkurs im Kreis rasten, wurde ich mit dem „mithalten“ doch deutlich skeptischer. Erst recht im Mannschaftsrennen, wo sie sich gegenseitig überrunden und dann mit einem Handschlag gegenseitig noch nach vorne katapultieren. Sehr faszinieren zum Anschauen. Der Moderator sagte einmal, dass es keine Sportler mehr sind, sondern Artisten auf zwei Rädern. Und die sind ja quasi den ganzen Abend so rum gefahren. Hier und da mal eine Pause, weil eben ein anderes Rennen ohne sie stattfand, aber dann wieder auf die Bahn, Vollgas! Wahnsinn.
Das Sprint-Rennen ist auch interessant. Es gewinnt, wer nach drei Runden zuerst über die Ziellinie fährt. Davor sind gerne mal solche Spielchen, dass die Fahrer:innen alle über Minuten am gleichen Platz stehen (natürlich mit den Füßen auf den Pedalen!) und nix passiert. Es scheint wohl ein Vorteil zu sein, nicht vorne zu sein um von hinten mit Taktik, Überblick und einem Attacke-Sprint das Rennen zu gewinnen.
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Auch hier versuchte ich zu fotografieren, allerdings nur mit dem Handy. Dass das nix wird, war ja von vornerein klar.
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Gegen Mitternacht war die Veranstaltung erst vorbei. Am Schluss waren noch „Steher-Rennen“, wo die Radfahrer nur Zentimeter hinter Motorrädern her rasen. Die ganze Halle stank nach Abgasen und es war laut. Den Reiz an diesem Typ Rennen habe ich gar nicht verstanden.

Zurück im Hostel habe ich noch die Bar begutachtet und überlegt, wie ich wohl ein solches Velodrom nach Stuttgart bekäme. Der Plan mit dem Lotto-Jackpot klappt ja irgendwie nicht, dabei hätte ich doch so gute Ideen, was ich mit dem Geld alles sinnvolles anstellen könnte.
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Und dann bräuchte ich ja auch andere Gründe, um nach Berlin zu fahren.

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