Update zu Bike Citizens

vor ein paar Tagen habe ich bereits geschrieben, dass die Stadt Stuttgart jetzt offenbar irgendeine Kooperation mit der Firma Bike Citizens eingegangen ist. Da wusste ich noch nicht viel mehr darüber.
Inzwischen habe ich noch aus Versehen ein paar weitere „Accomplishments“ freigeradelt. Eine „aufblasbare Insel“ und ein „Yellow Submarine“ ist dazu gekommen; mit der Begründung „Unter Wasser zu radeln hilft dir cool zu bleiben“. Schlauer bin ich dadurch aber nicht geworden, was es mit diesen Auszeichnungen auf sich hat.Bike Citizens Submarine Accomplishment
Um mal einen relevanteren Punkt auszuprobieren, habe ich spaßeshalber mal einen Navigationsvorschlag generieren lassen. Mal sehen, wie mich diese App zum Fuße der Staibhöhe navigiert? Dort musste/wollte ich hin, denn das ist eines der Segmente der aktuell laufenden „schwäbischen Bergzeitfahrmeisterschaften“ von Kesseln.CC.
Als Randbedingungen habe ich den Radtyp Rennrad angegeben und dass ich „schnell“ unterwegs bin.
Es wird mir eine 6,4km lange Strecke angeboten, was grundsätzlich nicht verkehrt ist. Aber in den Details sind teils katastrophale Fehler drin!
Punkt 1: die Strecke führt mich über den Berliner Platz. Das ist eine Kreuzung, deren Ampelschaltung überaus miserabel ist. Hier fahren mehrere Bahnlinien in alle Richtungen über die Kreuzung und diese haben Vorrang. Wer dort einmal minutenlang wartete, wird sich definitiv andere Routen aussuchen.
Meine Bewertung: super nervig, aber wenigstens noch legal.Bike Citizens Routing Problem
Wenige Meter später werde ich dann in den Planie-Tunnel geleitet. Ob Tunnel mit vierspurigen Straßen eine gute Route für Radfahrer:innen sind, steht mal gar nicht zur Debatte, denn es ist hier sogar verboten mit dem Rad zu fahren. Dieser Tunnel ist in beide Richtungen eine Kraftfahrstraße. Klar, das kostet nur 15€ Strafe, wenn man dabei erwischt wird – aber wieso dieses Risiko eingehen?
Meine Bewertung: absolut daneben! Eine Fahrrad-Navigation darf mich keinesfalls auf eine Kraftfahrstraße führen!Bike Citizens Routing Problem
Nach dem Tunnel schon das nächste Problem. Die Kreuzung am Charlottenplatz, wo ich nun links abbiegen müsste. Auch das ist verboten. An der ganzen Kreuzung hängen fast in jede Richtung „Fahrrad verboten“-Schilder. Oder soll die gestrichelte Linie aussagen, dass ich hier laufen sollte?
Meine Bewertung: auch inakzeptabel. Diese Schilder hängen schon seit Jahren dort und von einer Fahrrad-Navigation erwarte ich, dass ich nur auf legale Strecken geschickt werde!
Bike Citizens Routing Problem
Dann kurz vor Schluss werde ich nicht in die Nätherstraße geschickt, sondern entlang der Wangener Straße, um dann über einen, wieder gestrichelten, Weg zur meinem Ziel zu kommen. Was das gestrichelte sein soll, weiß ich nicht so recht und diese Straße/Weg kenne ich auch nicht.
Meine Bewertung: naja, falls es ein Fußweg sein sollte wäre es ein absolutes No-Go. Muss ich mir mal bei Gelegenheit genauer anschauen. Nach einem super-Geheimweg sieht es nicht aus.
Bike Citizens Routing Problem

Wie ich dann letztendlich ohne App gefahren bin, kann man natürlich auf Strava sehen.

Und was ich mit der Bike Citizens App jetzt noch anfangen soll, ist mir etwas unklar. Zur Navigation ist sie definitiv nicht tauglich und die Auszeichnungen werden auch nicht erklärt. Und da die Stadt Stuttgart auch nicht erzählt, dass sie die gesammelten Daten nutzt und auswertet, ist die ganze App offenbar sehr sinnlos.

3 Gedanken zu „Update zu Bike Citizens

  1. Pingback: Bike Citizens in Stuttgart | Mega-Stoffel // X-tof

  2. Chris

    Moin, die Accomplishments werden wohl nach Anzahl neuer geradelter Km vergeben. In Hamburg habe ich zB nach „250 km neue Wege erkundet“ das Abzeichen Aufblasbare Insel erhalten. Wie weit wird dein Fortschritt denn angezeigt? Stimme dir aber in deinem Bericht vollends zu. Nutze regelhaft Komoot.
    VG Chris

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    1. X-tof Beitragsautor

      jupp, das habe ich auch schon festgestellt. Um einen vernünftigen Anreiz zu haben, wäre es allerdings gut, die jeweiligen Werte der Accomplishments zu kennen. So fährt man halt (oder nicht) und kriegt die Dinger (oder eben nicht). Kann man dann ja auch sein lassen. Und wieso ich gerade für die „Sommer“-Accomplishments gewertet werde, obwohl ja eigentlich Frühling ist, ist auch nicht so ganz klar.

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