Schlagwort-Archive: Fahrradstadt

Radverkehrs-Förderung

die Überschrift ist natürlich etwas provokant. „Der Stuttgarter“ weiß, dass es hier de facto keine Radverkehrs-Förderung gibt, obwohl die Stadt Stuttgart diese Mär bei jeder sich bietenden Gelegenheit erzählt. Diese steile These will ich mit diesem Beispiel belegen:
Letzten Sommer/Herbst stand eine große Renovierung der Straße „Am Kräherwald“ an. Die Straße wurde neu asphaltiert und dabei der schon vorhandene Gehweg verbreitert; dabei wurden an allen kreuzenden Straßen und bei Bushaltestellen Fahrräder und zugehörige Pfeile darauf gemalt. Die beiden Spuren der Straße sind zu großen Teilen mit einer durchgezogenen Linie getrennt, im weiteren Verlauf kommen auch noch ein paar Fußgänger-Inseln.
Und der absolute Coup der Stadt: Dies ist nun ein Fußweg! Zwar für Fahrräder frei, jedoch bedeutet diese Beschilderung, dass ich als Radfahrer nur Schrittgeschwindigkeit(!) fahren darf.

neu gebauter Gehweg mit aufgemaltem Fahrrad

neu gebauter Gehweg mit aufgemaltem Fahrrad

Im weiteren Verlauf des Weges war noch eine Baustelle, also habe ich anfangs noch gedacht, dass dieses Fußgänger-Schild nur temporär aufgestellt ist bis die Baustelle fertig ist. Pustekuchen – die Baustelle ist weg, diese Beschilderung bleibt da. Kurz darauf habe ich im Stuttgarter ADFC-Mitgliedermagazin gelesen, dass die Stadt das von Anfang an so geplant hat (s.u).

Liebe Stadt Stuttgart: Verpflichtet denjenigen, der/die dies geplant hat, alle seine/ihre Vorgesetzten und alle Ausführenden, dort mal einen Monat täglich zu pendeln, gerne auch in der aktuellen Dunkelheit. Entweder in Schrittgeschwindigkeit auf dem Fußweg oder im aggressiven (Feierabend-) Autoverkehr, der natürlich trotz durchgezogener Linie sehr knapp überholt; es ist eine der wenigen Straßen, wo der Autoverkehr fast ungestört von Ampeln und noch 50km/h schnell fahren darf. Genau von diesen „freie Fahrt für freie Bürger“-Autofahrern wird man auch noch ständig angehupt, weil sie von dieser bescheuerten Fahrrad-Regelung natürlich nicht ausgehen, überall die Fahrräder auf dem breiten Gehweg sehen und die falsche Annahme treffen, dass es ein Radweg sei. Da kommt irgendein Instinkt zu Tage und der Radfahrende wird als zu bekämpfender Feind behandelt oder er/sie nur wieder – ebenfalls recht negativ – als „KampfradlerIn“ angesehen.
Und wenn diese Personen das körperlich und geistig überlebt haben, bitte wieder alle zurück ans Reißbrett und alles nochmal von vorne!
Dass die Polizei Stuttgart („Dein Freund und Helfer“) dort mal Abstands-Kontrollen durchführt, das Anhupen direkt vor Ort als Nötigung ahndet oder wenigstens zumindest Informationskampagnen startet ist nach meiner bisherigen Erfahrung hier natürlich nicht zu erwarten.

Auszug aus der ADFC-Mitglieder-Zeitschrift

Auszug aus der ADFC-Mitglieder-Zeitschrift

„nicht unkritisch“

am Nikolaus-Tag sind in Stuttgart ein paar Leute (so etwa 200) in Nikolaus-Kostümen auf dem Fahrrad durch die Stadt gefahren. Gerade hier in Stuttgart, wo die Polizei mit allen Mitteln versucht, den Radfahrern das Leben so schwer wie möglich zu machen und z.B. die Critical Mass zur regelmäßigen Anmeldung zwingt, ist das natürlich ein besonderer Frevel gegen die Staatsmacht.
Ich wiederhole: die in dem Fall meist jungen Menschen sind einfach mit dem Rad durch die Stadt gefahren. Sie haben nichts beschädigt oder sich sonstwie illegal verhalten („keine Zwischenfälle“ – na klar, es waren ja auch nur ein paar Radfahrer!).
Sie sind einfach nur Fahrrad gefahren. 200 Leute in einer Stadt mit etwa 600.000 Einwohnern, einer Metropol-Region mit etwa drei Millionen Einwohnern. Viele andere Städte wären froh um eine solche lebendige Rad-Szene, würden eine solche unterstützen und in Zusammenarbeit die städtische Infrastruktur verbessern.
Die Stuttgarter Polizei wird in einem Zeitungsbericht über diese Aktion damit zitiert, dass sie diese Aktion „nicht unkritisch“ findet, die Stuttgarter Zeitung schreibt die völlig unpassende Floskel dazu, dass die Radfahrer „die Stadt unsicher gemacht“ hätten.

Ja, auch das ist leider die Autostadt Stuttgart: Es wird „kritisch“ gesehen, wenn man Rad fährt und gleich davon ausgegangen, dass man damit jemanden oder etwas „unsicher“ macht. Und das mitten in einer weiteren Feinstaub-Warnung, deren Ende noch nicht in Sicht ist.

Stuttgarts „Hauptradroute 1“

Stuttgart hat diverse Probleme mit dem MIV (motorisierten Individual-Verkehr):

  • mögliche, bzw. wahrscheinliche, gesundheitliche Folgen durch Feinstaub von Verbrennungsrückständen, Brems- und Reifenabrieb
  • Staus – Stuttgart ist immer wieder „Stauhauptstadt“
  • Platzbedarf – in der ganzen Stadt ist eine unheimlich große Fläche für Autos vorgesehen, seien es nun Parkplätze oder Straßen. Und jede/r hat das Gefühl, dass er/sie keinen Parkplatz hat (mit welchem Recht eigentlich?) und dass es viel  zu wenige Straßen gibt.
  • Lärm: die Anzahl von extra laut fahrenden Autofahrern kommt mir in letzten Zeit immer größer vor, sei es an Ampeln (dieser unsägliche „Kavaliersstart“) oder an den hier oft vorkommenden Steigungen, gerne in Wohngebieten mit Rechts-vor-Links Regelungen

Die Lösung wäre eigentlich recht einfach und wird von Stuttgart auch gerne sehr halbherzig beworben, ich nenne hier nur mal die gefloppte Kampagne #Stuttgartsteigtum
(Achtung, nach dem Klick gibt’s viel zu lesen!)
Weiterlesen

Fahrradstadt Stuttgart

ich kriege öfters mal zu hören, dass die Stadt Stuttgart ja gar nicht so schlimm ist, was das Thema „Radfahren“ angeht, angeblich soll hier die Polizei das große Problem sein. Diese zweite Aussage stimmt mit meinen Erfahrungen überein, aber wenn ich mir so eine Verkehrsführung anschaue (die ja von der Stadt Stuttgart gemacht wird, oder?) dann zweifle ich schon auch an der Kompetenz der Stadtverwaltung.

Radfahrer-Paradoxon in Stuttgart

Radfahrer-Paradoxon in Stuttgart

Heute sehe ich zum Beispiel diese Schilder-Batterie am Berliner Platz (auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist auch noch mindestens eines bzgl. dieses „Radweges“), die mir v.l.n.r. sagen, dass „Fahrräder frei“ sind, sogar einen „benutzungspflichtigen Radweg“ anordnen und gleichzeitig die Durchfahrt für Fahrräder komplett verbieten; konsequenterweise steht das Schild dann auch auf diesem extra angelegten Radweg. Vor diesem Paradoxon steht der städtische Radfahrer des öfteren, vermutlich nicht nur in Stuttgart – und dann wird sich gewundert, wieso sich die Radfahrer manchmal eben nicht an die Regeln halten (ja, welche denn überhaupt?) und sich ihre eigenen machen.
Wenn ich so etwas sehen muss, ist es natürlich schwierig, seriös und anständig zu bleiben. Ich frage mich, wie wenig Kompetenzen man haben muss, um bei der Stadt Stuttgart zu arbeiten, wie schnell ist man dort wohl schon überqualifiziert? Selbst wenn der „Schreibtisch-Täter“, der dieses Schild angeordnet haben könnte, diesen Fehler (un-)bewusst gemacht hat, wie zum Teufel kann die Person, die das rechte Schild aufgestellt hat (das ist das neuste), das einfach so machen? Jedes Kleinkind kann erkennen, dass sich das blaue und das rot/weiße Schild widersprechen, dazu braucht es noch nicht mal lesen können!
Wenn ich in meinem Job solche kapitalen Fehler begehen würde, hätte ich große Probleme diese bei meinen Vorgesetzten zu begründen; jegliche Leistungszulagen sowie mögliche Beförderungschancen wären futsch.

über Radwege in Stuttgart

auf twitter brachte ich heute in einer Diskussion die Stuttgarter Heilbronner Straße ins Spiel. Das ist ein Bundesstraße (B27), die mit jeweils zwei Spuren in jede Richtung den Stuttgarter Norden mit dem Zentrum verbindet, dazwischen führen noch Schienen der Stadtbahn.
Auf dieser Straße soll man nach Wunsch der Stadt Stuttgart vermutlich nicht mit dem Fahrrad fahren, daher ist zumindest in Richtung Stadt-auswärts ein benutzungspflichtiger Radweg in beide (!) Richtungen angeordnet. Das wurde mir nicht geglaubt und mit alten google Streetview-Bildern versucht, meine Aussage zu widerlegen. Also habe ich heute die Kamera geschnappt, mich aufs Rad gesetzt und berichte von dort.
Weiterlesen

Baden-Württemberg im „Neuland“

heute bin ich über einen Tweet der Landesregierung BW gestoßen, bei der sie meinten, dass sie den Rad- und Fussverkehr, sowie den ÖPNV „massiv“ fördern würden. Dazu wurde dann noch die Zahl von 27,5Mio€ für das Jahr 2015 genannt. Klar, 27,5Mio€ sind eine ganze Stange Geld, wenn so ein Lotto-Jackpot ansteht, dann spiele ich da auch gerne mal mit, weil ich damit einiges sinnvolles anfangen könnte. Wenn man diese Menge Geld für diese drei, doch recht verschiedenen Arten aufteilen muss bleibt nicht mehr so viel übrig. Und wenn man dann noch überlegt, dass es für das komplette Land Baden-Württemberg sein soll, ist das doch eher ein Tropfen auf den viel-besagten heißen Stein. Nebenbei bemerkt hatte das Land Baden-Württemberg im Jahr 2015 einen Haushalt von etwa 43,5Mrd€. Somit habe ich ausgerechnet, dass BW 0,06% des Haushaltes für Fahrräder, Fussgänger und ÖPNV ausgibt.
Und auch hier frage ich mich wieder: Wenn man das als „massive Förderung“ verkaufen will -meinen die das dann echt ernst oder ist da eine riesengroße Priese Ironie dabei? Oder wissen sie es nicht besser und sind von der Zahl 27,5Mio€ beeindruckt?

Nebenbei: Ja, der ganze Haushalt ist veröffentlicht. Entweder aufgeteilt in 16 Einzelpläne oder als ein einziges Dokument mit 4330 Seiten (hier, diese Seite hat sogar noch „frames“, die habe ich ja schon laaaaange nicht mehr gesehen). Man bekommt damit alle Daten, die man haben möchte, so z.B. auch den kompletten Haushalt, wenn man da lang genug durchscrollt und die Ein- und Ausgaben aller Einzelpläne zusammenrechnet.
Allerdings „können wir [in BW] doch alles“, oder? Schon mal einen Blick ins benachbarte Bayern geworfen? Die haben den kompletten Haushalt für jedes Jahr auf „Offener Haushalt“ veröffentlicht. Die letzte (und einzige) Info von BW ist dort von 2010 (was so ungefähr zu den verwendeten „frames“ der statistik-bw Seite entspricht).

Fahrrad-Polizei, erstes Treffen

letztens habe ich irgendwo gelesen, dass sich jemand darüber gewundert hat, dass er/sie die Fahrrad-Polizei in Stuttgart noch nirgends gesehen hat; dabei soll es die doch schon seit einem Jahr geben. Abgesehen davon, dass die ihre Räder laut Statistik quasi nicht bewegen, habe ich damals geantwortet, dass das doch ein gutes Zeichen ist. Denn die Fahrrad-Polizei wird definitiv (was andere Städte schon bewiesen haben) ein primäres Augenmerk auf Radfahrer haben.

Weiterlesen

Statistik der Stuttgarter Fahrrad-Polizei

heute steht in den Stuttgarter Nachrichten ein kurzer Bericht darüber, dass die Stuttgarter Polizei inzwischen seit einem Jahr eine Fahrrad-Staffel unterhält. Das wird zwar als Erfolg verkauft, für mich sind das jedoch niederschmetternde Zahlen:

16 Leute fahren mit acht Rädern und haben es in einem ganzen Jahr gerade mal geschafft 5700km zu fahren. Ganz nebenbei habe ich seit dem 1.1.2016 bis heute 5631km aufgezeichnet (dabei fehlen noch jede Menge Kilometer, da ich gerade in der Stadt beim Einkaufen oder zu Konzerten keinen Tracker einschalte); so ganz nebenbei, neben meinem 40h Job und neben meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Aber zurück zur Polizei: Das heißt also, dass jedes Fahrrad etwa 700km bewegt wurde – in einem ganzen Jahr, von zwei Leuten! Also etwa 350km pro Polizist pro Jahr. Das ist weniger als ein Kilometer pro Tag (>1km/Tag!). Und dafür haben sie 800h gebraucht, bei 16 Personen also 50h pro Person pro Jahr, weniger als eine Stunde in der Woche, also etwa 8min pro Tag.
Aber der viel größere Witz ist ja die nächste Zahl:
51 Straftaten und 81 Ordnungswidrigkeiten
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 16 Polizisten schaffen es gerade mal, weniger als eine Straftat pro Woche und etwa sechs Ordnungswidrigkeiten pro Monat (s e c h s  pro M o n a t!) zu bearbeiten.
Jeden Tag, wenn ich ins Büro fahre, höre ich nach auf zu zählen, nachdem ich das dritten Auto im Parkverbot, auf dem Radweg parkend, über eine rote Ampel fahrend, die Vorfahrt missachtend, etc. sehe. Und das alles passiert innerhalb weniger Minuten. Diese Zahlen sollte nicht mal ein Social-Media-Praktikant mit minimalstem Verstand als Erfolg verkaufen wollen. Das ist in meinen Augen sicherlich keine positive Bilanz, das fällt für mich eher in die Kategorie „Arbeitsverweigerung“.

neue Spülmaschine

irgendwie hat die alte Spülmaschine den Geist aufgegeben. Sie pumpt einfach so lange Wasser rein, bis es vorne wieder rausläuft; und das dann stundenlang. Mit irgendeinem Programm fängt sie nicht an, es wird nur (wenig) Wasser reingepumpt. Meine Laien-Diagnose ist, dass da irgendein Schwimmer evtl. kaputt ist und eben kein Signal gibt, dass es mal langsam reicht. Da ich aber weder fundierteres Wissen dazu habe und auch echt keine Lust dazu habe, dieses alte Ding noch irgendwie zu reparieren, besorge ich mir einfach eine neue.
Nächstes Problem: Wie kriege ich die nach Hause? Für 10€ könnte man die sich zwar liefern lassen – aber wieso soll ein LKW durch die Stadt fahren, nur um meine Spülmaschine zu mir zu bringen? Ich erzähle ständig, dass man kein Auto (und erst recht keine LKWs) für den privaten Gebrauch benötigt – da muss ich dann auch mit gutem Beispiel voran gehen!
Ich habe mir ein Pedelec inkl. Anhänger beim freien Lastenrad-Verleih hier in Stuttgart ausgeliehen! Eigentlich wollte ich das Rapid-Rad, aber das war gerade nicht verfügbar, daher eben diese Anhänger-Lösung. Mit der aufgeladenen Spülmaschine und einem Sackkarren sah das dann so aus:
Spülmaschinentransport per Fahrrad
Dabei musste ich auch über den Killesberg, das sind etwa 100 Höhenmeter – ist mit der elektronischen Unterstützung allerdings überhaupt kein Problem! Wird echt Zeit, dass ich auch mal mein eigenes Lastenrad kriege! ;~)
Auf der Fahrt wurde ich einmal von einem Auto (aus Reutlingen, RT) angehupt – Volldepp. Dabei dachte ich mir: Jedes Mal, wenn ich angehupt werde, fahre ich einmal völlig sinnlos mit so einem Gefährt langsam durch die Stadt. Bis es auch der letzte Autofahrer gelernt hat.
Zuhause musste ich meine Aussage „ist doch nur eine Spülmaschine, die wiegt doch nix“ revidieren. Wenn man sie mit dem Sackkarren in den zweiten Stock hochziehen darf/muss, wird sie von Stufe zu Stufe schwerer. Aber sie ist jetzt da – irgendwann muss ich das Spielchen wohl andersrum machen, die alte muss ja schließlich auch mal weg. Braucht sie jemand? Wird verschenkt!

Moop Mama oder: diese Polizei

über twitter mitbekommen, dass es heute ein Guerilla-Konzert der Band Moop Mama gibt. Dieses facebook hat sich allerdings dazu entschieden, mir diese Info nicht zu zeigen, scheiß-Laden!
Über dieses Konzert habe ich beim gig-blog schon etwas geschrieben (ja, sowas kommt auch sehr selten mal vor); was dort nicht so ausführlich beschrieben ist: der Kontakt mit der Polizei.
Fotografierend um die Band herumlaufend habe ich natürlich schon gesehen, wie die Polizei angefahren kam. Kurz darauf waren die Beamten schon bei den Musikern und haben den Auftritt unter einem lauten Pfeifkonzert der zwei/drei/vierhundert Zuschauer beendet. Ich habe aus Dokumentations-Gründen weiter fotografiert. Als die Polizei mit der Band „fertig“ war, kam einer zu mir und wollte meine Daten aufnehmen. Die wollte ich ihm nicht geben, auch seine Begründung, dass er nicht will, dass seine Bilder auf facebook landen, war für mich kein Grund, ihm meine Daten zu geben. Mein Einwand, dass ich als Fotograf selbstverständlich die Rechtslage der Personen-/Streetfotografie (auch im öffentlichen Raum) kenne und wahrlich kein Interesse daran habe, gerade sein Portrait zu veröffentlichen, aber seinen Wunsch nun kenne und ihn befolgen werde, kam bei ihm offenbar nicht an. Als er also merkte, dass er mit dieser hanebüchenen Begründung nicht weiter kam, änderte er seine Strategie und unterzog mich einer „allgemeinen Personenkontrolle“. Darauf willigte ich nur ein, wenn ich auch seinen Ausweis sehen dürfte. Dazu sei er nicht verpflichtet, entgegnete er mir, er bräuchte mir nur seinen Namen und die Dienstnummer nennen. Leider kenne ich mich mit diesen Gesetzen (noch) nicht so genau aus und musste daher wohl oder übel einwilligen. Er schrieb meine Daten auf seinen Notizblock und danach frage ich nach seinem Namen und Dienstnummer, um es in mein Smartphone zu schreiben. Er nannte mir aber nur Name und Revier. Als ich nach der angesprochenen Dienstnummer fragte, sagte er mir, dass es sowas gar nicht gibt und nur „im Film“ verwendet wird. Darauf angesprochen, dass er mir doch gerade genau diese Info selbst gegeben hat, meinte er nur, dass es halt so ist, er nur eine Personalnummer habe und die völlig irrelevant sei. Ob der genannte Allerwelts-Name auch gelogen war, kann wohl nur das/ein Polizeirevier herausfinden.
Tja – so steht man als „normaler Bürger“, der die Rechtslage offenbar besser als die Ordnungshüter kennt, wieder mal ziemlich blöd da.
Ich muss mal überlegen, was ich aus der Situation noch mache….
mit der Polizei bei Moop Mama

Stuttgarter Straßen-Besonderheiten

das interessante am Pendeln per Fahrrad ist ja, dass man nicht immer die gleiche U-Bahn/S-Bahn/Bus-Strecken nehmen muss, sondern jedes Mal eine mehr oder weniger andere Route aus der schier unbegrenzten Straßenauswahl der großen Stadt wählen kann. Heute, z.B., bin ich mal durch die Lenbachstraße gefahren. Dabei sind mir die schwarz/weißen Fahrbahn-Markierungen aufgefallen. Normalerweise stehen die nicht innerhalb einer Stadt und erst recht nicht auf dem Gehweg. In dieser Stadt, in dieser Straße schon. Warum? Keine Ahnung. Ist aber wieder typisch, dass jede andere Verkehrsart dem Autoverkehr untergeordnet wird. Man hätte, wenn man die Dinger unbedingt braucht, sie ja auch in jeweils kleinen Verkehrsinselchen auf der Straße unterbringen können, vermutlich sind sie ja auch nur für den Autoverkehr gedacht. Stattdessen wird der Gehweg merklich eingeschränkt. Würde ich mit einem Auto so weit auf dem Gehweg parken, bekäme ich zurecht einen Strafzettel.
Stuttgarter Straßenbesonderheiten /1
Dabei ist mir wieder diese seltsame Parkplatz-Markierung eingefallen. Diese ist in der Reinsburgstraße. Auch hier ist mir der Hintergrund völlig unbekannt. Ich bin kein Profi in der StVO und meine beiden Fahrschulausbildungen sind schon etwas her, aber davon habe ich noch nie etwas gehört. Und gesehen habe ich so eine seltsame Parkplatz-Verlängerung auch noch nirgendwo anders. Ich könnte mir vorstellen, dass irgendein „cleverer“ Stadtplaner sich dabei etwas gedacht hat, vielleicht so etwas in Richtung „Radweg“. Aber klar wird das halt nicht.
Stuttgarter Straßenbesonderheiten /2

noiserv Konzert

ziemlich unmotiviert, aber der Vollständigkeit halber, habe ich das noiserv Konzert in unseren gig-blog-Kalender eingetragen. Die Band sagt mir nix (so wenig, dass ich nicht mal weiß, dass es ein solo-Künstler ist) und das 1210 zählt auch nicht zu meinen Lieblings-Orten (vor allem nicht, wenn ich dort fotografieren soll). Verwundert sehe ich, dass nur kurz drauf sich schon ein Autor in die Liste eingetragen hat und kein Fotograf, also gehe ich halt mal hin. Kurz vorher stelle ich noch fest, dass noiserv auf facebook über 55.000 „Fans“ hat. Das sagt zwar nicht besonders viel aus, gibt aber eine grobe Idee. Als Relation kann man z.B. Turbostaat nennen, die mit 29.000 Fans etwa halb so viele haben, Katrin Bauerfeind – die recht fernseh-erfolgreich ist – hat 70.000. Der Künstler mit den meisten „Likes“, den ich bisher persönlich getroffen habe und z.B. das Merlin komplett ausverkauft, ist Enno Bunger und hat ca. 25.000 Fans; vermutlich hauptsächlich Fans, die in Deutschland leben, wo er auch aktiv ist. Bei noiserv sind das hingegen überwiegend Fans aus Portugal, seiner Heimat. Wie auch immer, das 1210 war vielleicht gut halbvoll und er hatte seinen Spaß. Beeindruckend, wie ein einzelner Mensch (natürlich mit Loop-Station unterstützt) so tun kann, als ob er eine ganze Band wäre und das sogar noch gut klingt.noiserv im Stuttgarter 1210
Mehr zum Konzert und weitere Bilder gibts z.B. beim gig-blog oder auch bei der Stuttgarter Zeitung (dort aber ohne meine Bilder).

Auf dem Heimweg bin ich dann mal wieder an so einem „Alibi-Radweg“ vorbeigekommen (insgesamt ist der nur 15m lang), der „natürlich“ wieder von Autos zugeparkt ist. Vermutlich mit so einer hanebüchenen Begründung wie: „Wo soll ich mein Auto denn sonst abstellen?!“
Viel mehr muss man zum Thema Feinstaub-Alarm in Stuttgart schon gar nicht schreiben….
Stuttgarter "Radwege"
Achja, das Kennzeichen verpixele ich nicht, ist auch nicht nötig, laut diesem Urteil von 2007. Falls jemand einen neueren Stand kennt, höre ich diesen gerne und halte mich dann natürlich auch daran.

Update: nur der Vollständigkeit halber – das ist der komplette (!) Radweg an der Stelle, bei Tage betrachtet. Da kann man der/m AutofahrerIn schon fast keinen Vorwurf mehr machen….
eine Art Radweg

Baustelle (für Radfahrer)

ach ja, das kennt man in Stuttgart zu gut. Beim letzten Feinstaubalarm wurde einer der Haupt-Radwege durch die Stadt gesperrt um Bäume zu fällen (sic!).
Diesen Satz kann man sich 100x durchlesen und wird kein einziges Mal einen Funken von Sinn darin erkennen – aber leider ist es wahr. Ich suche gerade eine halbwegs vernünftige Strecke von mir zuhause ins Büro. Das wären nicht mal 5km Luftlinie, gefahren dann allerdings doch ca. 6,8km. Das Dumme daran ist, dass ich immer irgendwie über den Killesberg fahren muss, das macht dann etwa 100 Höhenmeter. Dadurch komme ich ins Schwitzen (langsam fahren kann ich nicht und ein E-Bike habe ich nicht), kann es aber nicht als „Training“ verbuchen….
Dennoch schaue ich mal, ob ich eine halbwegs vernünftige Strecke finde, die ohne viele Ampeln und sonstige Behinderungen fahrbar wäre. Auf dieser Suche kam ich heute hier vorbei; klar es ist kein richtiger Radweg – auf der Straße kann ich aber auch nicht fahren, da beide Spuren mir entgegen kommen. Im Hintergrund sieht man schon die Baustelle.kein richtiger Radweg, aber machbar
Jetzt bin ich an der Baustelle. Direkt dahinter wäre ein ziemlich gut ausgebauter Radweg in beide Richtungen, aber da komme ich nicht sicher hin. Man sieht, dass hier tatsächlich die Autos zweispurig entgegen kommen, nicht zu wenige und auch nicht gerade langsam. Da es auch noch eine nicht einsehbare Kurve ist, könnte ich nicht mal warten, bis eine mögliche Rot-Phase den Autoverkehr mal kurz anhält und in der Zeit kurz illegal an der Baustelle vorbei fahren. Abgesehen davon, dass ich beim Radfahren überhaupt gar nicht warten will.
Baustelle in Feuerbach, Radverkehr behindert
Es ist immer das gleiche: Einschränkungen werden selbstverständlich für den Radverkehr gemacht. Mir bleibt nichts anderes übrig, als wieder zurück zu fahren und einen anderen Weg zu suchen….