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ich war noch niemals

…. in New York. Ich war noch niemals auf Hawaii, lief nie durch San Francisco in zerriss’nen Jeans.

So geht zumindest das bekannte Lied – aber ich war schon in New York und in San Francisco, wobei ich nicht mehr weiß, ob meine Jeans damals zerrissen waren. Ich war aber im Levi’s Hauptquartier – oder irgend etwas in der Art.

Wo ich allerdings noch nie war: Freitagshof, Notzingen, Hochdorf, Rosswälden oder Römerpark. Und das ist alles halbwegs in meiner Nähe. Also packe ich mal das Rennrad, setze ein paar Markierungen auf meinen digitalen Karten und mache mich auf die Suche, diese abzufahren. Das weiß ich alles, weil ich natürlich meine Daten auf Strava sammle und mit VeloViewer dann noch weiter analysieren kann. Dort werden dann z.B. auch alle Strecken angezeigt, die ich jemals gefahren bin. Und alle dieser kleines Kästchen, etwa etwa 1x1km groß sind, durch die ich durchgefahren bin, werden rot einfärbt. Und wennn alle Kästen drumherum rot sind, wird das mittendrin blau. Daher wusste ich, dass ich noch dringend ein paar Stellen in meiner Gegend mal abfahren muss:

Irgendwo, etwa 45km weg, wollte mir ein Autofahrer Quatsch erzählen. Als ich meinte, dass ich aus Stuttgart käme und da auch wieder hin fahre, hat er komisch geschaut und ist abgehauen. Gut so.
Am Ende der Tour (hier blau eingefärbt) waren ein paar fehlend Kästchen noch rot und durch diese Lücken konnte dann der blaue Anteil deutlich vergrößert werden. Das ist doch etwas motivierender, als einfach nur planlos „im Kreis“ rumzufahren.

Am Ende waren es dann doch überraschend 105km (hier auf Strava), die ich dafür in unter 4h mit einem Schitt von 27km/h gefahren bin. Nach dem Auf-und-Ab bei der Hitze in der Schweiz war das doch mal wieder etwas entspannend. ;~)
Es fehlt nur noch ein halbwegs vernünftiges Navi, damit ich nicht ständig anhalten und auf dem Smartphone nachschauen muss….

Bei dieser Baustelle kam ich noch durch, allerdings auch nur, weil ich das leichte Rennrad einfach so schultern konnte.

Diesen allzu typischen Radweg in Baden-Württemberg, der von einer bestens ausgebauten Straße ohne erkennbaren Grund in einen Schotterweg abzweigt habe ich buchstäblich links liegen lassen.

Und auch diese Unterführung, die mit einem grünen Schild als Radweg ausgewiesen ist, aber auf beiden Seiten nur Treppen hat, habe ich gemieden.

Aus solchen Gründen fahren Radfahrer nämlich auf der Straße – nicht um Autofahrer zu ärgern, sondern einfach, weil es überhaupt keine vernünftige Infrastruktur fürs Rad gibt!

Bern – Richterswil

das war also die erste Etappe. Bisschen heiß und dafür auch bisschen viel. Für heute habe ich mir mal wieder nichts so richtiges vorgenommen. Naja, ich will vielleicht bis Luzern, wenn es gut läuft sogar bis Zürich. Das wären dann vielleicht wieder 150km. Und gegen die Hitze habe ich mir vorgenommen, irgendwo auf der Straße eine Kappe zu finden.
Erstmal muss ich aber das Problem lösen, aus der Stadt raus zu kommen. Ich überlege noch kurz, irgendwie mit dem ÖPNV irgendwann irgendwo hin zu fahren (offenbar kriegt man hier in Bern – wie auch schon in Lörrach als Übernachtungsgast für die beiden Tage ein kostenloses Tagesticket für beide Tage). Da ich aber nicht weiß, wie das hier funktioniert, fahre ich einfach mit dem Rad und hangle mich von Kreuzung zu Kreuzung aus der Stadt raus. Sieht sogar ganz schick aus.

Draußen sehe ich dann eine solche „Werbung“. Jeder/m „KampfradlerIn“ ist das klar, und die werden üblicherweise auch nicht umgefahren. Aber wer halt nicht so oft und selbstbewusst Rad fährt, der/die lässt sich gerne von den Autos an den Rand drängen. Deutsche Städte (wie z.B. hier Fellbach) machen da gerne ganz anders lautende „Werbung“.
Es ist übrigens immer noch heiß, aber mich wundert es, dass die günstige Sonnencreme vom Discounter ziemlich gut funktioniert. Sonnenbrand habe ich kaum, nur ein bisschen auf dem Kopf; auch hier würde die bald zu findende Mütze helfen. Was mich allerdings richtig stört, sind diese Mini-Fliegen. Sie kleben ständig irgendwo, gehen aber meist schnell in der Sonnencreme/Schweiß-Pampe auf meiner Haut kaputt. Bis es soweit ist, krabbelt es immer irgendwo, besonders im Gesicht hasse ich das!

Zufällig komme ich noch beim e-Bike Hersteller Flyer vorbei. Dort gibt es sogar ein paar interessante Angebote von Ladegeräten und Bosch-Akkus. Allerdings brauche ich das nicht wirklich und ich will es erst recht nicht mitschleppen.
Diese riesige Skupltur hat bestimmt auch eine Bedeutung, konnte ich auf den ersten Blick aber nicht entschlüsseln.
Dann ist es soweit – ich finde tatsächlich eine Mütze. Das hat sich hier schwieriger herausgestellt, als gedacht. Ich finde hier kaum irgendwas am Straßenrand. Die Schweizer scheinen da offenbar regelmäßig aufzuräumen (oder einfach kaum was zu verlieren).
Dummerweise ist es eine Hooters-Mütze. Dieser Laden ist auf der internationalen Scheiße-Skala für mich in der direkten Verfolgergruppe hinter so Sachen wie der #FCKAFD, Nestlé, Trump oder Monsanto. Also entscheide mich mich dafür, lieber einen Sonnenbrand zu kriegen (falls es denn soweit kommt), als mit dieser Mütze den Eindruck zu erwecken, ein Vollidiot zu sein.

Was deutlich besser hilft: So ein Pack Sorbet so lange an die heiße Birne halten, bis man wieder halbwegs abgekühlt ist. Und dann das leicht aufgetaute Sorbet natürlich noch essen. Mahlzeit!

Zwischendrin auf der Tour war ein See, über den ich eigentlich mit einer Fähre drüber wollte. Die fährt aber nur einmal am Tag und das war schon längst vorbei. Also 20km um den See herumradeln. Inzwischen habe ich schon Luzern abgesagt und bin Richtung Zürich unterwegs. Als ich dann gegen neun Uhr abends in Zürich ankomme, sind alle Hostels und Jugendherbergen belegt. Die Jugendherberge kümmert sich aber um mich und telefoniert mit der Jugendherberge in Richterswill. Dort gäbe es noch Betten, allerdings ist die 25km weg und die machen um 22:00 zu (es ist gerade 21:50). Auch das Problem kriegt man mit der Kreditkarten-Nummer und einem Zahlencode für die Türe in Richterswill geklärt und ich gebe Gas. Die Reststrecke ist flach, immer am Zürichsee entlang und ich habe ein Ziel, auch sind es inzwischen halbwegs angenehme Temperaturen.

So sah die Strecke dann aus (Link zu Strava), fast 180km in guten neun Stunden.

Aber morgen werde ich mir bestimmt mal was vernünftiges ausdenken, was gegen die Hitze hilft! ;~)

Lörrach – Bern

jetzadle, los geht’s! Im Hostel laufe ich im Flur noch an diesem künstlerischen Moin vorbei.

Letzte Nacht habe ich mir auf einem Platz in der Fußgängerzone noch ein bisschen diese BMX Jungs angeschaut. Die Tricks können sie nicht mehr, das ging 2014 zum letzten Mal (wenn ich das richtig verstanden habe). Aber es ist auf jeden Fall noch imponierender gewesen, als wenn ich auf so einem Rad gesessen wäre. Mir fehlt so ein Ding ja noch in meiner Fahrrad-Sammlung….

Mit dem Thema Navigation habe ich mich nicht beschäftigt. Wie denn auch, ich wusste ja nicht mal wohin ich überhaupt will. Ich war aber überrascht über das ausgeschilderte Fahrradnetz in der Schweiz. Dort gibt es dann auch solche Fahrradstraßen, die wirklich nur für Radfahrer sind. Sowas gibt es in Deutschland natürlich nicht, fast jede Fahrradstraße hat das Schild „KFZ frei“ dran.
Die Beschilderung ist auch gut. Nicht so, wie diese grün/weißen Witzschilder, die hier bei uns aufgehängt werden, wenn eine Kommune noch Geld für den Radverkehr übrig hat und keine Idee hat, was sie damit tun soll.
Ich wollte nach Delémont, habe aber – eigentlich nur aufgrund der Hitze – tatsächlich den kürzeren Weg gewählt. Der Unterschied ist ja aber auch ziemilch groß.

Die Aussicht ist nicht allzu überraschend für die Schweiz.

In Delémont frage ich mal bei der Touristen-Information nach, ob es denn einen geschickten Weg nach Biel oder Bern gibt. Er kuckt mich komisch an und fragt mal google. Bern wäre ja noch 90km entfernt, ob ich das ernst meine? Na klar, aber das war doch nicht die Frage. Er gibt mir zwei potentielle Routen nach Biel, die eine hatte ich auf den digitalen Karten auch so grob angedacht, die andere soll aber besser, schöner und ruhiger sein. Er druckt mir das gleich mal aus. Nene, lass sein, das bringt nix, sage ich. Aber dann ist es schon zu spät. Ich habe jetzt ein halbbedrucktes DINA4 Blatt (farbig auch noch) mit einer 50km langen Route bis Biel, die etwa so lang ist, wie mein kleiner Finger. Das bringt natürlich nichts.

Und er hatte recht. Die Strecke ist schön und ruhig. Wenn auch etwas bergig, ich komme auf über 1.000m. Aber selbst dort oben ist es nicht merklich kühler. Was durch den Schatten der Bäume kühlt, macht die Anstrengung, um hier hoch zu radeln, wieder wett.

Und mit einem Tunnel mitten drin. Irgendwo hätte da auch ein kleiner See sein sollen, in den ich tatsächlich reinspringen wollte. Den habe ich aber nicht gefunden.

Weil es in Biel immer noch früh genug war, bin ich einfach die letzten 40km bis Bern noch weiter gefahren.
Am Ende waren es gute 150km bei der Hitze, die ich in fast 10h (inkl. 2h Pausen) hinter mich gebracht habe. Morgen will ich dann vielleicht nach Zürich, wobei ich mir schon mal Hostels davor ausgesucht habe, weil ich morgen ja nicht schon wieder so einen Ritt in der Hitze machen möchte….

Mondfahrt

Jedes Jahr im Juni schaut ein Großteil der Fahrrad-Welt neidisch nach Berlin. Zehntausende, wenn nicht sogar über 100.000 Radfahrende versammeln sich dort zur Sternfahrt und demonstrieren für fahrradfreundlichere und lebenswertere Städte. Ein kleines Detail dabei ist uns letztes Jahr aufgefallen: Es gibt dort einen internationalen Zubringer aus Polen, der über Nacht bis nach Berlin fährt. „Das können wir auch!“ sagten wir damals spontan.
Dann gingen allerdings einige Monate ins Land und niemand dachte mehr an die Sternfahrten, weder im fernen Berlin, noch hier in Stuttgart. Im April ist es uns wieder eingefallen und wir überlegten konkret, ob wir das denn wirklich auch können und wie wir es umsetzen wollten. Ein mögliches Ziel ist schnell ausgemacht: Straßburg. Das ist recht weit weg und ebenfalls ein internationaler Startpunkt, der dank offener Grenzen gut zu erreichen ist. Außerdem ist es eine Partnerstadt von Stuttgart. Nach einer groben Schätzung der Strecke haben wir geplant, um Mitternacht am Münsterplatz in Straßburg los zu fahren, damit wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 20km/h noch pünktlich um 09:30 zu unserem Einstieg in Weil der Stadt ankommen werden. Damit war vorerst eigentlich schon alles geklärt und wir starteten ein bisschen Werbung im Social Media und beim ADFC Landesverband für unsere Tour. Wir waren trotzdem immer noch skeptisch, ob das alles einfach so funktioniert. Niemand von uns ist bisher über Nacht gefahren und wir wussten nicht, ob andere diese Schnapsidee auch gut finden und mitmachen wollten.
Kurz vorher war die Wettervorhersage nicht besonders gut. Es wird auf jeden Fall regnen, die ersten Zusagen sagten wieder ab. Und dann kam die Frage auf: Wie kommen wir eigentlich nach Straßburg? Bevor noch jemand etwas anderes sagen konnte, hieß es sofort, dass wir doch auch mit dem Rad dort hinfahren könnten und wir uns am Samstag vor der Sternfahrt um 13:00 am kleinen Pavillon auf dem Stuttgarter Schloßplatz treffen. Einer hatte die Route der Etappenfahrt des RTC Stuttgart auf seinem Navi und wir wählten deren Rückfahrt für unsere Hinfahrt. Bei bestem Wetter ging es zu dritt los. Wir fuhren gemütlich in Richtung Schwarzwald bis wir in den Regen kamen. Ein Schauer auf einer Abfahrt ins Nagoldtal durchnässte uns ziemlich, es war keine Möglichkeit sich unterzustellen. Weiter ging es dann in Regenklamotten, die Motivation war trotzdem nicht gebrochen.
Impressionen der Mondfahrt
Beeindruckend war, trotz des schlechten Wetters, die Fahrt durch den wolkenverhangenen oder nebeligen Schwarzwald. Diese Stimmung war nicht so richtig mit einer Kamera einzufangen, erst recht nicht mit so einer schlechten Smartphone-Knipse. Außerdem konnte man ja auch nicht ständig anhalten, um Fotos zu machen. Wir hatten ja eine recht knappe Zeitplanung einzuhalten.
Impressionen der Mondfahrt
Wir fuhren einfach immer weiter und weiter, machten viele Päuschen zwischendurch bis wir gegen 23:00 in Kehl ankamen. Die beleuchtete Europabrücke zeigte uns die damalige Grenze und wir rollten mit leichter Gänsehaut drüber.
Die erste Etappe (Daten auf Strava) war geschafft! Impressionen der Mondfahrt
Jetzt müssen wir nur wieder zurück. Wir ziehen uns nochmal etwas Trockenes an und finden zum Glück noch ein Restaurant, in dem wir nachts um elf Uhr noch etwas essen und unsere Trinkflaschen auffüllen können. Dann machen wir uns auf den Weg zum Münsterplatz. Dort erwarten wir noch drei weitere Mitfahrer, die mit dem Zug nach Straßburg gereist sind. Ein Gruppenfoto gibt es auf twitter.Impressionen der Mondfahrt Der Rückweg führt uns über die EuroVelo15 im Rheintal entlang nach Karlsruhe. Es geht über meist ruhige Straßen, teilweise auch über asphaltierte Nebenwege ohne Autoverkehr mitten im Wald. Sechs Fahrräder rollen lautlos durch die Nacht, unsere Lampen weisen uns den Weg. Man sieht nie weiter als ein paar Meter, die Summe der Scheinwerfer macht jedoch mehr Licht, als ich es anfangs noch befürchtet hatte. Man hört allerlei Geräusche, die ein Stadtkind sonst nicht mehr kennt. Unsere Geschwindigkeit passt offenbar ganz gut für alle Mitfahrer, niemand wird abgehängt, niemand prescht ständig alleine voraus.
Überraschend pünktlich und trocken kommen wir gegen 05:30 am Bahnhof in Karlsruhe an, dort es gibt Kaffee und eine Kleinigkeit zum Essen. Außerdem wartet hier noch ein weiterer Mitfahrer auf uns. Zu siebt geht es nach der Pause weiter. Nur wenige Kilometer später müssen wir wieder anhalten und uns umziehen, weil wir in einen starken Schauer kommen.
Dann fuhren wir durch Pforzheim und von dort ins Würmtal bis zu dem offiziellen Start der Sternfahrt. Auch diese Etappe ist auf Strava aufgezeichnet.
Um 09:44 wurden wir dort etwas verspätet trotzdem mit Applaus begrüßt. Nach 160km von Straßburg, bzw 350km vom Start vor knapp 20h waren wir zwar erschöpft aber stolz, das geschafft zu haben. Wir fahren die letzten 40km gemütlich mit der Menge von tausenden Radfahrer:innen zurück nach Stuttgart und schmieden dabei schon die ersten Pläne, was wir im nächsten Jahr wohl machen könnten.

erste Etappe

also gut, Nanaimo (auch so ein Name, den ich mir vermutlich nie merken werden kann).
Noch westlicher als Vancouver. Allerdings ist im Osten nur Wasser, daher muss ich zuerst in den Süden fahren.
Die Dusche hier im Hostel sieht so aus. Ich bezweifle ja, dass so ein bisschen Klebeband bei kaputten Fliesen hilft, aber was weiß ich schon. Duschen fällt heute morgen sowieso aus, das werde ich nach dem Radfahren machen.

Und tatsächlich, hier gibt es ein Schild über The Great Trail, den ich vielleicht zu großen Teilen fahren wollte. Inzwischen weiß ich aber, dass es kein richtiger Radweg ist, sondern einfach nur die Radwege aller Kommunen auf dem Weg auf dieser Website zusammengefasst sind. Da ist alles dabei – und wenn ich mir vorstelle, in welchem Zustand z. B. die Stuttgarter Hauptradroute #1 ist, will ich mir gar nicht vorstellen, in welchem Zustand dieser Trail ist. In einem Land, das zum Großteil mit Fahrrädern überhaupt nichts anfangen kann.

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Reykjavik per Rad

morgens erstmal den Wetterbericht gecheckt und festgestellt, dass es heute relativ gut werden soll; die nächsten beiden Tage ist dann eher „drinnen-blieben-Wetter“ angesagt. Also denke ich darüber nach, mir heute ein Rennrad auszuleihen und die Stadt auf dem Rad zu erfahren. Es gibt wohl ein Hotel, nicht allzu weit entfernt, die laut ihrer Homepage tatsächlich Rennräder verleihen, also laufe ich da mal hin. Der Weg (mitten in der Stadt) erinnert mich ein bisschen an die sehr fehlgeleitete Tour durch Norwegen.

Im Hotel angekommen, wird mir erzählt, dass die Rennräder erst im Juli verliehen werden und mir wird geraten, die WOW-Leihräder zu nehmen. Also probiere ich über das Hotel-WLAN mich bei diesem System anzumelden. Das geht aber nicht, und nicht so spontan. Für eine Monatsmitgliedschaft (die für mich die sinnvollste Alternative scheint), braucht man sowohl eine isländische Telefonnummer als auch eine solche Adresse. Dort werden dann irgendwelche Unterlagen hingeschickt. Als ich meine Erfahrungen an der Rezeption weitergebe, meint er, dass in einem „Partner-Hotel“ wohl doch schon Fahrräder wären und er dort eines holen könnte. Im weiteren Gespräch verquatscht er sich, so dass er mir eigentlich sein eigenes Fahrrad verleihen will. Ist mir egal, ich will ja nur fahren.
Als er wiederkommt, ist es kein Rennrad, sondern nur ein Mountainbike. Naja – auch egal. Nach dem ganzen Theater mache ich jetzt einfach gute Miene und fahre halt damit rum. Weiterlesen

auf zur Messe!

auf den Frühlingsmessen gibt es einen Stand des Landes Baden-Württemberg zum Thema Nachhaltigkeit. Dort sind wir mit der Lastenrad-Initiative auch eingeladen worden. In den Wochen davor haben wir uns mit ein paar anderen „Reclaim the Streets“ Initiativen zusammen getan und ein Konzept für diese Messe erstellt. Heute ist der große Tag – wir bauen auf. Natürlich stellen wir ein Lastenrad mit Anhänger aus und wenn ich dieses Gespann schon dort hin fahre, kann ich auch gleich noch ein paar weitere Sachen im Hänger transportieren. Das komplette Gestell sah dann so aus:
Messe-Anfahrt mit Lastenrad und Anhänger
Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwierig, da mich mein Navi über eine 22%-ige Steigung geführt hat, die ich bisher noch nicht kannte. Damit war das Gespann überfordert und ich musste teilweise schieben und das Gespann sogar die letzten Meter aufteilen. Aber sonst war die ca. 20km lange Anfahrt gut zu machen.

Und da ich der erste von unserem Stand vor Ort war, war „mein Traumstand“ auch schnell aufgebaut. ;~)
Messe-Stand mit Lastenrad und Anhänger

nach Leinfelden!

Vom Büro aus ist heute ein großes Kick-Off Meeting angesagt, dafür muss ich nicht die bekannten 7km nach Feuerbach radeln, sondern 14km in die andere Richtung, nach Leinfelden. Als Bosch Mitarbeiter könnte ich wegen des Feinstaub-Alarms zwar kostenlos mit der S-Bahn fahren, da das Wetter aber trocken (wenn auch kalt) ist, nehme ich doch lieber das Rad. Einer der Vortragenden hat eine kurze Umfrage gestartet, wer von den knapp 400 Leuten mit welchem Verkehrsmittel angereist ist – Radler waren es nur zwei. ;~)
Trotz ein paar Grad unter Null konnte ich problemlos ohne Mütze und lediglich mit zwei Merino-Shirts und einer Jacke fahren. Natürlich hatte ich Hand- und Überschuhe an, aber das war’s schon an Spezial-Kleidung.

Auf dem Heimweg habe ich dann noch einen recht deutlichen Umweg gefahren, weil ich meinen „Explorer Score“ bei VeloViewer von 13×13 auf 14×14 steigern wollte. Diese Zahl ist quadratisch und bedeutet, durch wie viele Kacheln der Karte in einem bestimmten Zoom-Level ich schon mal durchgefahren bin. Im Frühjahr werde ich dann wohl auch mal noch ein paar weiße Flecken abfahren, selbst wenn ich dafür durch den Wald fahren muss. ;~)

mein aktueller 14x14 "Explorer Score" bei veloviewer

mein aktueller 14×14 „Explorer Score“ bei veloviewer

mein Sport 2016

Das Jahr ist wieder rum, und ich habe diese beiden Visualisierungen aus dem letzten Jahr wieder gefunden und nochmal gemacht.
Bei VeloViewer sieht das so aus:

Sisu hat einen anderen Ansatz, dort wird einfach jede aufgezeichnete Aktivität normiert und angezeigt:

Bei Strava gibt es ein recht nichtssagendes Video mit ein paar Zahlen drin:
–> https://2016.strava.com/de-de/share/8155512

Radfahren!

es sind zwar ein paar Grad unter Null, aber die Straßen trocken und die Sonne scheint. Also packe ich das Cross-Rad aus dem Keller und teste mal die neu gekauften Überschuhe und Handschuhe. Für eine gute Stunde war noch alles in Ordnung, aber als dann die Sonne wegging und an vielen Stellen nur noch Schatten war, war es schon ziemlich kalt. Ich habe den zweiten Buff ins Gesicht gezogen (nicht nur wegen des Feinstaubs) um noch ein bisschen Wärmeenergie zu sparen. Die Trinkflasche ist fast komplett gefroren und beim leichte Drücken sogar noch kaputt gegangen.
Aber wie sagt schon Alexander Gerst (und Buzz Aldrin und JFK vor ihm): „We don’t do it because it’s easy, we do it because it’s hard!“ (Quelle bei Twitter, als er mit dem Rad im russischen Winter zu seiner Arbeitsstelle gefahren ist)

gut vermummt auf dem Rad!

gut vermummt auf dem Rad!

Langzeit-EKG

mit diesen überall verfügbaren Pulsmessern kommt man auf allerhand Ideen. Ich habe auch mal probiert, mich neben einer sportlichen Aktivität zu vermessen. Dabei habe ich herausgefunden, dass mein Puls abhängig vom Atmen ist. Je nachdem ob ich ein- oder ausatme ändert sich mein Puls bis zu 12 Schläge pro Minute. Da ich sowieso mal wieder beim Arzt war, habe ich das mal angesprochen und daraufhin wurde mir gleich eine Langzeit-EKG Messung verordnet.

Langzeit-EKG Folgen

Langzeit-EKG Folgen

Also bin ich einen Tag mit diesem Automaten rumgelaufen. Im Gegensatz zu einer Blutdruck-Messung ist diese Messung aber still. Das einzige, was hierbei auffällt, ist ein kleine Kästchen, das man um den Hals tragend mitschleppen muss.
Beim Entfernen der drei Mess-Sensoren am nächsten Tag hat mir die Arzthelferin noch gesagt, dass ich diese Klebe-Reste mit Baby-Öl entfernen könnte. Ich hab einfach mal „Ok, Danke“ gesagt, mir aber gedacht: „Um Himmels Willen – wo soll ich denn jemals ein solches Baby-Öl herbekommen?! Wenns beim Duschen nicht irgendwann abgeht, werde ich mir in ein paar Tagen mal was überlegen….“
Rausgekommen ist dabei nichts bedenkliches, nur dass ich einen vernünftigen Puls habe. Der Minimalpuls war nachts sogar mal bei nur 34 Schlägen pro Minute (oder 42, je nachdem, auf welche Seite der Auswertung man gerade schaut). Der Durchschnitt, inkl. der Rad-Strecken ins Büro und wieder zurück über den Killesberg, war bei 66 Schlägen/min über die kompletten 24h.
In der Wikipedia habe ich dann noch gelesen, dass es eine „Respiratorische Sinusarrhythmie“ gibt, die genau meine Beobachtung beschreibt. Es ist aber keine Krankheit, sondern eine „körpereigene Vorgabe eines gesunden Organismus“.

meine Fahrrad-Heatmap

hier und da habe ich schon mal sog. Heatmaps gesehen. Als ich gerade überlegte, wie ich „Heatmap“ geschickt beschreibe, bin ich ganz schön ins Stocken gekommen. Ich weiß zwar, was es ist, kann es aber nicht besonders gut beschreiben – für solche Fälle gibt es dann die Wikipedia, die natürlich auch einen Artikel über Heatmaps hat.
Auf solche Bewegungs-Visualisierungen war ich immer ein bisschen neidisch, weil es z.B. bei Strava (die Kurzbeschreibung hierzu: Sportler-Facebook) kostenpflichtig ist oder einfach sehr generell für alle Benutzer kompletter Städte ist. Aber so eine Karte sieht halt schon toll aus. Bei der BikeCitizens App habe ich nun eine Möglichkeit gefunden, meine eigene Heatmap zu erstellen, so sah z.B. mein November aus:

Meine Fahrrad-Heatmap im November

Meine Fahrrad-Heatmap im November

Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, sollten diese Daten auch frei zur Verfügung stehen, damit z.B. Städte (wie die Autostadt Stuttgart, haha) darauf zugreifen und eine vernünftige Infrastruktur bereitstellen oder den Radverkehr entsprechend steuern könnten. Obwohl ich sogar eine Freigabe für dieses „Bike Data Project“ zu allen meinen Strava-Aufzeichnungen gegeben habe, ist dort nichts in/von/über Stuttgart zu sehen. Schade, entweder ist da ein technisches Problem oder das Projekt ist schon wieder eingeschlafen.
Vielleicht besorge ich mir die zugehörige „Bike vs Cars“ App auch mal und schaue dann, ob damit mehr ankommt.