Archiv der Kategorie: Fahrradstadt

kleiner Ausflug

ich habe frei, es ist Feinstaubalarm und seit Montag ist bei Feinstaubalarm die Benutzung des ÖPNV für alle Bosch-Mitarbeiter umsonst. Also schnappe ich mein Rad und fahre mit der S-Bahn raus aus der großen Stadt. Das Ziel ist Fotobags König, um mich über Foto-Fahrrad-Taschen zu informieren.
Auf dem Rückweg sehe ich kurz vor Böblingen diese Beschilderung: „Radfahren verboten“. Drunter, nicht nur auf dem Bild recht schlecht zu lesen „Fußgänger und Radfahrer Richtung Böblingen-Sindelfingen bitte Parallelweg benutzen“. Natürlich liegt dieser Parallelweg voller Laub (#wedontkehr) und dieser Masten steht auch auf dem Weg. Dabei wäre es so einfach, wenn die Radfahrer ganz normal auf dieser sehr breiten Straße weiterfahren könnten.

Fahrräder verboten

Fahrräder verboten

Weiterlesen

„nicht unkritisch“

am Nikolaus-Tag sind in Stuttgart ein paar Leute (so etwa 200) in Nikolaus-Kostümen auf dem Fahrrad durch die Stadt gefahren. Gerade hier in Stuttgart, wo die Polizei mit allen Mitteln versucht, den Radfahrern das Leben so schwer wie möglich zu machen und z.B. die Critical Mass zur regelmäßigen Anmeldung zwingt, ist das natürlich ein besonderer Frevel gegen die Staatsmacht.
Ich wiederhole: die in dem Fall meist jungen Menschen sind einfach mit dem Rad durch die Stadt gefahren. Sie haben nichts beschädigt oder sich sonstwie illegal verhalten („keine Zwischenfälle“ – na klar, es waren ja auch nur ein paar Radfahrer!).
Sie sind einfach nur Fahrrad gefahren. 200 Leute in einer Stadt mit etwa 600.000 Einwohnern, einer Metropol-Region mit etwa drei Millionen Einwohnern. Viele andere Städte wären froh um eine solche lebendige Rad-Szene, würden eine solche unterstützen und in Zusammenarbeit die städtische Infrastruktur verbessern.
Die Stuttgarter Polizei wird in einem Zeitungsbericht über diese Aktion damit zitiert, dass sie diese Aktion „nicht unkritisch“ findet, die Stuttgarter Zeitung schreibt die völlig unpassende Floskel dazu, dass die Radfahrer „die Stadt unsicher gemacht“ hätten.

Ja, auch das ist leider die Autostadt Stuttgart: Es wird „kritisch“ gesehen, wenn man Rad fährt und gleich davon ausgegangen, dass man damit jemanden oder etwas „unsicher“ macht. Und das mitten in einer weiteren Feinstaub-Warnung, deren Ende noch nicht in Sicht ist.

Smog

heute Vormittag sah der Himmel über Stuttgart so aus, wie man es sonst nur aus asiatischen Städten her kennt. Es ist Inversionswetterlage und nicht nur deshalb auch Feinstaub-Alarm. Die Werte für PM10 sind natürlich wieder weit über den erlaubten Werten. Es ist auch bekannt, dass in London früher bei Inversionswetterlagen im Winter die Sterberate stark anstieg.
Juristisch hat man sich irgendwann mal darauf geeinigt, dass 50µg/m³ die Grenze ist, die an nicht mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Die WHO hat jedoch 2005 bereits eine Grenze von 20µg/m³ empfohlen; solche Werte sind in Stuttgart absolut selten. Alle anderen Werte, wie PM2,5, PM1 (oder noch kleiner) oder NOx werden aktuell noch gar nicht richtig erfasst. Mit diesem Wissen müsste man diese (wie viele andere) Städte eigentlich verlassen. Denn dass in Stuttgart mal ein Umdenken stattfindet oder irgendwelche effektiven Maßnahmen gegen diesen Feinstaub unternommen werden, ist leider sehr unwahrscheinlich. Der letzte Coup der Stadt Stuttgart war die Veröffentlichung einer „Spotify Playlist“ für Fahrgemeinschaften. Das sollte vielleicht ein bisschen Humor in die Diskussion bringen, zeigt letztendlich aber auch, wie hilf- und mutlos die Stadt gegenüber diesem Thema ist.

ist es wirklich Smog oder nur Hochnebel? Oder beides?

ist es wirklich Smog oder nur Hochnebel? Oder beides?

Critical Mass, Dezember

natürlich kann man auch im Dezember Rad fahren! Man muss nur genügend anziehen – und selbst das war (noch) nicht mal nötig, ich hatte für die knapp zweistündige Radfahrt durch die Stadt nicht mal Handschuhe an. Am Tag davor hatte ich noch diesen Hänger aus Feuerbach abgeholt und ihn im Feierabend-Verkehr auf der kompletten rechten Spur der B27 gezogen. Ganz schön nervig, wenn man in dem Auto-Stau steht und nicht zwischen den Autos nach vorne fahren kann. Manche Menschen machen das sogar jeden Tag freiwillig – unverständlich!

Diese Hänger sind selber zusammengebaut; die Vorlage kommt von CarlaCargo und wurde für jede/n zum freien Nachbauen ins Internet gestellt. Von diesem Workshop habe ich leider im Voraus nichts mitbekommen, als es dann soweit war, konnte ich es nur schlecht einrichten. Ein paar Stunden habe ich dennoch mitgemacht.

unterwegs mit Lastenrad und Anhänger

unterwegs mit Lastenrad und Anhänger

Weiterlesen

„Lightpath“ und „Snake“

beim „Rumsurfen“ im Internet habe ich zufällig mitbekommen, dass der „Lightpath“ in Auckland, Neuseeland, morgen seinen einjährigen Geburtstag feiert. Es ist ein pinker (!) Radweg, der offensichtlich ein wichtiges Bindeglied verschiedener Radverbindungen in dieser Stadt ist. Außerdem kann man darüber problemlos große Autoschneisen überqueren, ohne lange an Ampeln zu stehen oder durch den Autoverkehr gefährdet zu werden. Hier in Stuttgart hätte ich sofort auch ein paar Kreuzungen, an denen so etwas angebracht wäre.

Neben diesem Lightpath gibt es noch die etwas ältere „Snake“ in Kopenhagen, zwar nicht pink, sondern „nur“ in rot, aber das selbe Prinzip: eine Verbindung, nur für Fahrradfahrer, die dadurch sicher und schnell ans Ziel kommen können.

Beim weiteren Rumklicken habe ich auch eine Seite gefunden, die ein paar Bilder zum Platzverbrauch von ÖPNV und MIV (motorisierter Individual-Verkehr) veröffentlicht hat. Wenn ich das richtig verstehe, kommen die Bilder aus einem Video der MIV-Lobby, die, in ihrer kurzsichtigen Verbohrtheit – natürlich – mehr und mehr Straßen haben will. Wenn man allerdings den Platzverbrauch des Autoverkehrs im Gegensatz zu den Bussen oder Zügen setzt, sieht man erschreckend schnell, dass dieser Autoverkehr unglaublich viel Platz braucht, den man in unseren Städten aber so viel besser nutzen muss.

Parken: geduldet und #rotzfrech

auf Twitter gibt es eine kleine Diskussion zwischen der Stadt Stuttgart und einigen Bewohnern. Der Auslöser war die Behauptung des (eines?) Pressesprechers, dass illegal parkende Autos nicht geduldet werden. Jede/r die/der in Stuttgart wohnt, weiß, dass es leider anders ist. In Stuttgart wird überall geparkt, auf Rad- und Gehwegen, in Brandschutzzonen, auf Fußgänger-Übergängen, natürlich auch im Park- und Halteverbot. Die Stadt ist machtlos dagegen und bezeichnet das evtl. hilfreiche Abschleppen als „Ultima Ratio“, was nur in seltenen Fällen von „rotzfrechem“ (sic!) Fehlverhalten durchgeführt wird – als ob es zwischen einer Duldung und dem Abschleppen keine weiteren Maßnahmen gäbe. Abgeschleppt wird vom Ordnungsamt etwa 1300x pro Jahr (Quelle).
Seitdem findet man auf twitter immer wieder mal Bilder von Autos, die #rotzfrech parken.

Und just heute habe ich es wieder selbst erlebt, wie in Stuttgart Falschparker geduldet werden. Auf diesem Panorama-Bild sieht man links eine Polizeistreife, die mit irgendetwas gerade nicht besonders beschäftigt ist, rechts ein Auto im absoluten Halteverbot, das zusätzlich noch als Brandschutzzone ausgeschrieben ist; gegenüber ist nämlich die Feuerwehr-Ausfahrt.

geduldeter Falschparker, ganz normal in Stuttgart

geduldeter Falschparker, ganz normal in Stuttgart

Mein Vorschlag zur Lösung dieses Problems ist, die Strafen für solche Vergehen drastisch anzuheben. Dazu gibt es auch eine Petition in diesem Internet. Im Gegensatz zu anderen Zwangsabgaben (wie z.B. der Rundfunkgebühr), die man einfach so zahlen muss, ist so ein Verkehrsverstoß eine bewusste Entscheidung – und werden bei sog. Strafen, die gerade mal bei 5€ anfangen, vermutlich gerne in Kauf genommen.
Ich würde solche Strafen auch nicht vom Einkommen abhängig machen, wie es ab und zu mal diskutiert wird. Eine Gerechtigkeit würde ich das System dennoch einbauen – und zwar nach dem Listenpreis des falsch parkenden Autos. Diese Daten werden bei Firmenwagen sowieso schon irgendwie erhoben; technisch ist es überhaupt kein Problem, diesen Listenpreis des Autos z.B. beim ersten Anmelden in die Datenbank neben den anderen Daten, wie dem Namen, etc., mit aufzunehmen und die Berechnung der Strafe dann davon abhängig zu machen. Dann würde es für einen 120.000€ Mercedes eben 20x mehr kosten, wenn er irgendwo falsch parkt, als für einen 6.000€ Dacia. Hört sich für mich fair an.

Feinstaub

zum Thema Feinstaub gibt es noch nicht allzu viele, allgemein bekannte Fakten. Ob er schädlich ist oder nicht, ist auch noch nicht ganz klar. Es gibt auf jeden Fall viele „neuartige“ (Atemwegs-)Erkrankungen, die in der vorherigen Generation nicht so ausgeprägt vorhanden waren. Auch hier in Stuttgart ist Feinstaub seit Beginn der herbstlichen Feinstaub-Saison wieder ein Thema. Als die Stadt mal wieder einen (leider wirkungslosen) Feinstaub-Alarm ausgerufen hat, haben ein paar Leute eine Demo „Fahrverbote selber machen“ angemeldet; während des Berufsverkehrs sind dabei ein paar Hundert Menschen mitten über eine zentrale Verkehrsachse marschiert (natürlich recht langsam). Damit ist dann der komplette Verkehr in der Stadt zusammengebrochen. Der Feinstaub-Wert war an dem Tag bei 128µg/m³, die erlaubte Dosis ist 50µg/m³. Da sind natürlich gleich mal wieder ein paar Raketenwissenschaftler auf die Idee gekommen, dass dieser hohe Wert ja nur an dieser Demo liegt (#selbstschuld) – wer allerdings den Wert vom Tag drauf (131µg/m³ – ohne Demo) gesehen hat, müsste seine Schnauze ganz schnell wieder zumachen und sich kleinlaut entschuldigen.
Ist selbstverständlich nicht so passiert.
Die Daten der Stuttgarter Feinstaub-Messstellen (PM10) sind leider nicht online verfügbar, es gibt zwar eine Seite, allerdings sind dort nur die Werte der letzten sieben Tage sichtbar, eine andere zeigt nur die gesamte Anzahl der Überschreitungen.

mit einem Lastenrad bei der Demo "Fahrverbote selber machen"

mit einem Lastenrad bei der Demo „Fahrverbote selber machen“

Bei der Demo war ich auch dabei (zum Glück ist mein Zahnarzt-Termin kurzfristig ausgefallen). Mitgebracht habe ich eines der freien Lastenräder (fotografiert genau vor der Feinstaub-Messstelle) und mein neues T-Shirt mit dem Aufdruck „Niemand muss Auto fahren“ auf dem Rücken. Dies hat es übrigens in die acht Bilder umfassende Galerie der Stuttgarter Zeitung zu dieser Demo geschafft! ;~)
Ein bisschen erschreckt war ich von einigen Autofahrern, die auf der Gegenspur offenbar ihren Frust über den Stau durch laut aufheulende Motoren, Hupen, Beschimpfungen und sonstige Fehlverhalten zur Schau stellten. Besonders aufgefallen ist mir ein junger Fahrer aus AA, der seinen Motor im Stand (fahren konnte er ja nicht) minutenlang an die Maximaldrehzahl jagte, vermutlich um besonders viel Feinstaub zu produzieren. Die Polizisten, die diese Demo begleiteten, sagten, dass sie dagegen nichts machen könnten. Trotzdem haben sie mal einige Autonummern aufgeschrieben und werden versuchen, ein paar Autofahrer aufgrund von Verletzungen des §1 STVO zu belangen.
Auch der kessel.tv hat einen passenden Bericht zum Thema („langsam drehen alle am Rad“).

AirZound

inzwischen habe ich auch festgestellt, dass die Firma HNF Heisenberg gerade nicht mehr im Berliner ABC-Netz liegt. Da wurde mir am Bahnhof von der DB-Mitarbeiterin typisch Berlinerisch auch nicht geholfen („da is ne Karte, kucken se doch nach“). Dann ging es per Bahn ins Umland, natürlich kommen alle paar Stationen irgendwelche Leute rein, die Musik spielen, Zeitungen verkaufen wollen oder halt einfach so betteln. Was mir auch auffällt, ist die hohe Kontrolleurs-Dichte. Ich wurde auf fast jeder Fahrt kontrolliert. In Stuttgart passiert das fast nie (mir nach meiner ÖPNV-Kündigung ja sowieso nicht mehr). Die Firma ist 20 stramme Gehminuten vom Bahnhof weg, obwohl ihre Anschrift die Bahnhofstrasse ist. Es ist kalt und könnte jederzeit zum Regnen anfangen. Was in Stuttgart auch kaum passiert, sind so Berlin-typische Ansagen am Bahnhof („da am Gleis 20, steijense vom Rad, wir ham ne Hausordnung“) oder auch in der Bahn („wennse den [eingeklemmten!] Arm aus der Tür nehmen, könnwa auch endlich losfahrn“).
Angekommen stehen da sogar drei dieser Räder und sie sehen gut aus! Sind aber, was mir nochmal bestätigt wird, echt nur Prototypen, die man nicht mitnehmen kann. Mir werden auch gleich noch ein paar Kinderkrankheiten genannt, über die ich beim Probefahren hinwegsehen soll. Den Bosch-Motor und die Neigetechnik kenne ich ja beides schon ein bisschen, wobei sich dieses Rad irgendwie „besser“ fährt als das MK1-E vom Freitag, genauer kann ich es gar nicht beschreiben, vielleicht bin ich es einfach nur schon gewohnt. Was aber ganz neu ist, ist die Schalt-Automatik! Ja, beim Fahrrad – ich wusste gar nicht, dass es sowas schon gibt. Da muss ich mich auf jeden Fall noch dran gewöhnen, das ist wirklich sehr ungewohnt – vor allem für mich als eher schaltfaulem Rennrad-Fahrer (der mit einer Rahmenschaltung „gelernt“ hat und daher statt zu schalten lieber „mit Kraft“ oder gar im Wiegetritt fährt).
Auch hier bin ich wieder gar nicht zum Fotografieren gekommen. Es war kalt und inzwischen schon leicht nieselig, da wollte ich lieber mit dem Rad fahren, anstatt irgendwelche Bilder zu schießen, die ich nie wieder anschaue. Die Bilder auf der HNF Heisenberg-Seite sind sowieso viel besser (nur halt ohne mich).
Da das Rad erst ab frühestens April ausgeliefert werden kann, fällt es für mich aus. So lange zu warten und es dann schon wieder für die kurz später startende Auszeit zu „verlassen“ kommt für mich nicht in Frage. Schade, hätte man es mitnehmen können, hätte ich es sofort gemacht!

Auf dem Rückweg komme ich zufällig an einem Radladen vorbei, der ein AirZound im Schaufenster stehen hat. Da ich vorher noch bei der Bank war, bin ich gleich rein und habe das Ding gekauft; hab ich schon länger mal gesehen und auf meine Wunschliste geschrieben, aber noch nie ernsthaft kaufen wollen. Jetzt sehe ich es als Zeichen – und diese versprochenen 115dB Lautstärke können meinem Fahrrad bestimmt nicht schaden!
Fazit (um mit so einem blöden T-Shirt Spruch abzuschließen): I went to Berlin and all I got was an AirZound…. ;~)

Critical Mass, (natürlich) mal wieder

am ersten Freitag im Monat ist – wie immer – die Critical Mass Raddemo hier in Stuttgart. Diesmal habe ich mal wieder ein neues Lastenrad ausgeliehen bekommen. Es handelte sich um das MK1-E von Butchers & Bicycles. Leider hat es nicht funktioniert, zwischen
* Büro verlassen
* auf dem Heimweg dieses Fahrrad abholen
* ein bisschen alleine Test-fahren (es hat schließlich eine gewöhnungsbedürftige Neigetechnik)
* die Musikanlage aus dem Hänger in diese Kiste einbauen
* zum Feuersee zu fahren
noch Bilder davon oder zumindest irgendwelche Selfies zu machen. Das Smartphone musste ja am Lenker montiert werden und hatte dann die Aufgabe, Musik abzuspielen. Auch hatte ich dieses Mal keine Zeit, mich auf die Strecke vorzubereiten. Beim letzten Mal habe ich mir eine strategische andere Strecke ausgedacht: ich habe einfach immer irgendwelche Abkürzungen gesucht und dann dort wieder auf die Masse der Fahrräder gewartet. Damit hatten nicht nur die 50 Leute um mich rum etwas von meiner Musik, sondern alle, die an mir an jedem Standort vorbeigefahren sind. Zusätzlich hat man auch einen tollen Überblick über alle Teilnehmer.
Trotz relativ kalter Witterung und ein paar Tröpfchen bei meiner Probefahrt waren etwa 450 Radfahrer bei der Party auf zwei Rädern dabei!
Vielen Dank an hyggelig für das Rad! 🙂
Es ist tatsächlich ein etwas anderes Gefühl mit so einem Rad zu fahren und man braucht anfangs und vor allem bei langsameren Fahrten/beim Anfahren etwas mehr Platz, jede/r die/der es sich auch mal überlegt und weniger Erfahrung mit Zwei-/Dreirädern hat, sollte sich besser überlegen, ob er/sie sich gleich nach ein paar Minuten damit in eine Masse von einigen hunderten Radlern stürzt. Aber man kann wenigstens nicht umfallen – zumindest nicht aus Versehen. ;~)

Stuttgarts „Hauptradroute 1“

Stuttgart hat diverse Probleme mit dem MIV (motorisierten Individual-Verkehr):

  • mögliche, bzw. wahrscheinliche, gesundheitliche Folgen durch Feinstaub von Verbrennungsrückständen, Brems- und Reifenabrieb
  • Staus – Stuttgart ist immer wieder „Stauhauptstadt“
  • Platzbedarf – in der ganzen Stadt ist eine unheimlich große Fläche für Autos vorgesehen, seien es nun Parkplätze oder Straßen. Und jede/r hat das Gefühl, dass er/sie keinen Parkplatz hat (mit welchem Recht eigentlich?) und dass es viel  zu wenige Straßen gibt.
  • Lärm: die Anzahl von extra laut fahrenden Autofahrern kommt mir in letzten Zeit immer größer vor, sei es an Ampeln (dieser unsägliche „Kavaliersstart“) oder an den hier oft vorkommenden Steigungen, gerne in Wohngebieten mit Rechts-vor-Links Regelungen

Die Lösung wäre eigentlich recht einfach und wird von Stuttgart auch gerne sehr halbherzig beworben, ich nenne hier nur mal die gefloppte Kampagne #Stuttgartsteigtum
(Achtung, nach dem Klick gibt’s viel zu lesen!)
Weiterlesen

Fahrradstadt Stuttgart

ich kriege öfters mal zu hören, dass die Stadt Stuttgart ja gar nicht so schlimm ist, was das Thema „Radfahren“ angeht, angeblich soll hier die Polizei das große Problem sein. Diese zweite Aussage stimmt mit meinen Erfahrungen überein, aber wenn ich mir so eine Verkehrsführung anschaue (die ja von der Stadt Stuttgart gemacht wird, oder?) dann zweifle ich schon auch an der Kompetenz der Stadtverwaltung.

Radfahrer-Paradoxon in Stuttgart

Radfahrer-Paradoxon in Stuttgart

Heute sehe ich zum Beispiel diese Schilder-Batterie am Berliner Platz (auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist auch noch mindestens eines bzgl. dieses „Radweges“), die mir v.l.n.r. sagen, dass „Fahrräder frei“ sind, sogar einen „benutzungspflichtigen Radweg“ anordnen und gleichzeitig die Durchfahrt für Fahrräder komplett verbieten; konsequenterweise steht das Schild dann auch auf diesem extra angelegten Radweg. Vor diesem Paradoxon steht der städtische Radfahrer des öfteren, vermutlich nicht nur in Stuttgart – und dann wird sich gewundert, wieso sich die Radfahrer manchmal eben nicht an die Regeln halten (ja, welche denn überhaupt?) und sich ihre eigenen machen.
Wenn ich so etwas sehen muss, ist es natürlich schwierig, seriös und anständig zu bleiben. Ich frage mich, wie wenig Kompetenzen man haben muss, um bei der Stadt Stuttgart zu arbeiten, wie schnell ist man dort wohl schon überqualifiziert? Selbst wenn der „Schreibtisch-Täter“, der dieses Schild angeordnet haben könnte, diesen Fehler (un-)bewusst gemacht hat, wie zum Teufel kann die Person, die das rechte Schild aufgestellt hat (das ist das neuste), das einfach so machen? Jedes Kleinkind kann erkennen, dass sich das blaue und das rot/weiße Schild widersprechen, dazu braucht es noch nicht mal lesen können!
Wenn ich in meinem Job solche kapitalen Fehler begehen würde, hätte ich große Probleme diese bei meinen Vorgesetzten zu begründen; jegliche Leistungszulagen sowie mögliche Beförderungschancen wären futsch.

über Radwege in Stuttgart

auf twitter brachte ich heute in einer Diskussion die Stuttgarter Heilbronner Straße ins Spiel. Das ist ein Bundesstraße (B27), die mit jeweils zwei Spuren in jede Richtung den Stuttgarter Norden mit dem Zentrum verbindet, dazwischen führen noch Schienen der Stadtbahn.
Auf dieser Straße soll man nach Wunsch der Stadt Stuttgart vermutlich nicht mit dem Fahrrad fahren, daher ist zumindest in Richtung Stadt-auswärts ein benutzungspflichtiger Radweg in beide (!) Richtungen angeordnet. Das wurde mir nicht geglaubt und mit alten google Streetview-Bildern versucht, meine Aussage zu widerlegen. Also habe ich heute die Kamera geschnappt, mich aufs Rad gesetzt und berichte von dort.
Weiterlesen

Baden-Württemberg im „Neuland“

heute bin ich über einen Tweet der Landesregierung BW gestoßen, bei der sie meinten, dass sie den Rad- und Fussverkehr, sowie den ÖPNV „massiv“ fördern würden. Dazu wurde dann noch die Zahl von 27,5Mio€ für das Jahr 2015 genannt. Klar, 27,5Mio€ sind eine ganze Stange Geld, wenn so ein Lotto-Jackpot ansteht, dann spiele ich da auch gerne mal mit, weil ich damit einiges sinnvolles anfangen könnte. Wenn man diese Menge Geld für diese drei, doch recht verschiedenen Arten aufteilen muss bleibt nicht mehr so viel übrig. Und wenn man dann noch überlegt, dass es für das komplette Land Baden-Württemberg sein soll, ist das doch eher ein Tropfen auf den viel-besagten heißen Stein. Nebenbei bemerkt hatte das Land Baden-Württemberg im Jahr 2015 einen Haushalt von etwa 43,5Mrd€. Somit habe ich ausgerechnet, dass BW 0,06% des Haushaltes für Fahrräder, Fussgänger und ÖPNV ausgibt.
Und auch hier frage ich mich wieder: Wenn man das als „massive Förderung“ verkaufen will -meinen die das dann echt ernst oder ist da eine riesengroße Priese Ironie dabei? Oder wissen sie es nicht besser und sind von der Zahl 27,5Mio€ beeindruckt?

Nebenbei: Ja, der ganze Haushalt ist veröffentlicht. Entweder aufgeteilt in 16 Einzelpläne oder als ein einziges Dokument mit 4330 Seiten (hier, diese Seite hat sogar noch „frames“, die habe ich ja schon laaaaange nicht mehr gesehen). Man bekommt damit alle Daten, die man haben möchte, so z.B. auch den kompletten Haushalt, wenn man da lang genug durchscrollt und die Ein- und Ausgaben aller Einzelpläne zusammenrechnet.
Allerdings „können wir [in BW] doch alles“, oder? Schon mal einen Blick ins benachbarte Bayern geworfen? Die haben den kompletten Haushalt für jedes Jahr auf „Offener Haushalt“ veröffentlicht. Die letzte (und einzige) Info von BW ist dort von 2010 (was so ungefähr zu den verwendeten „frames“ der statistik-bw Seite entspricht).