Archiv der Kategorie: nicht nachmachen!

Feinstaub

in Stuttgart wurde entschieden, dass die Feinstaub-Saison am 15. April beendet ist. Nach der Entscheidung im Rathaus sollte es danach keine Tage mit erhöhter Feinstaub-Belastung mehr geben. Jetzt ist es aber dummerweise doch wieder vorgekommen. Die bisherigen beiden Ausreden scheinen nicht mehr zu ziehen. Erstens sollten die Heizungen einen Großteil der Schuld haben; das ist jedoch bei den schon frühlingshaften Temperaturen nicht mehr so ganz aktuell. Zweitens hat man immer wieder vom Wetter gehört, Inversionswetterlage und so. Auch diese gibt es gerade nicht, der Dreck kann also abziehen und trotzdem ist hier noch so viel vorhanden, dass die rechtlichen Grenzwerte gerissen werden. (kleines Detail am Rande: der Feinstaub ist ja nicht weg, er ist nur woanders)
In der Stuttgarter Zeitung kann man lesen, dass „die Experten von den hohen Werten überrascht sind“ (Quelle).
Für einigermaßen klar denkende Menschen ist das natürlich keine Überraschung, man kann jeden Tag lesen, dass es keinen Auto-Hersteller gibt, der nicht bei den Abgas-Werten beschissen hat – genau dieses Problem trifft jetzt eben die Stadt-Bewohner. Schließlich fahren täglich hunderttausende von Autos, Lieferwagen und LKWs in Stuttgart, nach Stuttgart rein und raus.
Und während die Stadt früher immer von „3km“ gesprochen hat, die angeblich vom Feinstaub betroffen sind, spricht sie inzwischen schon von „5km“. Wie sie sich diese Zahlen zusammenfantasiert, bleibt jedoch ihr Geheimnis – genügend Messstellen für eine solche Aussage hat sie nicht. Die Zahlen der Luftdaten.info Seite sprechen da eine andere Sprache: Feinstaub-Alarm ist grundsätzlich in der kompletten Stadt.
Und selbst wenn der juristische Grenzwert von 50µg/m³ mal nicht gerissen wird, ist die Feinstaub-Belastung immer noch fast täglich deutlich über 20µg/m³, dem empfohlenen Wert der WHO.
Hier mal ein Screenshot der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Link):
Feinstaub-Werte

Kleines Detail am Rande:
An der Stelle, wo quasi den kompletten Winter die Ankündigung des Feinstaub-Alarms hing, macht die Stadt Stuttgart jetzt Werbung für „Die Automesse“ auf der Königstraße, das ist die große Fußgänger-Zone, in der dann 150 Autos ausgestellt werden.
Würde man sowas in ein Drehbuch schreiben, würde es natürlich abgelehnt, weil es viel zu unrealistisch wäre. Aber in Stuttgart geht das sogar in der Realität.
Auto-Messe auf der Königstraße

neue Bahn-Verbindung

letztes Jahr hat ein Unternehmen angefangen, eine neue Bahn-Verbindung zwischen Stuttgart und Berlin anzubieten: Locomore. Das Ganze wurde per Crowd-Funding umgesetzt, ich habe mich daran jedoch nicht beteiligt, weil ich zu skeptisch bin, dass diese Idee auch längerfristig funktionieren könnte.
Inzwischen ist das Unternehmen gestartet und ich habe mir gleich mal ein Ticket für eine Berlinfahrt besorgt, die Kosten dafür waren 22€ pro Fahrt – Berlin ist ja immer eine Reise wert. Diese Fahrt wurde recht kurzfristig wieder abgesagt, weil sie festgestellt haben, dass sie noch einige Kinderkrankheiten beheben müssen. Daher fuhre sie einige Zeit nur Donnerstag bis Sonntag. Ich will aber am Montag zurück. Also habe ich mein Ticket auf das erste April-Wochenende umgebucht, weil ab dann wieder durchgängig gefahren wird.

Gespannt war ich ja schon, was mich jetzt erwartet, die Werbeversprechen sind ja ziemlich vollmundig. Woran ich mich nur schwer gewöhnen kann: Die Abfahrt des einzigen Zuges in Stuttgart ist mitten in der Nacht um 06:21. Nur kurz vorher habe ich noch eine eMail bekommen, in der mir mitgeteilt wurde, dass meine Reservierung geändert wurde, weil „mein“ Wagen nicht mehr mitfährt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf („offenbar das gleiche Chaos wie bei der DB!“) lege ich mich ins Bett und hoffe, dass ich kurz drauf wieder pünktlich aufstehen werde. Das hat tatsächlich geklappt und ich laufe auf den orange-farbenen Zug zu.
der Locomore-Zug wartet auf mich
Wenige Meter weiter dann die „Enttäuschung“: mein Wagen ist nur ein sehr alter Wagen der DB, ohne irgendwelches Branding, Renovierungen oder Überarbeitungen von Locomore. Na gut, das kenne ich ja von der Strecke Stuttgart-Ulm schon zu gut, dort braucht die Bahn ja auch die ältesten Züge „auf“ (siehe z.B. hier). Allerdings ist es etwas anderes, eine Stunde mit so einem Gammel-Zug zu fahren, als einmal quer durch Deutschland zu reisen. In den alten Zügen ist eine ziemlicher Lautstärke (zum Glück habe ich noch an Kopfhörer gedacht), an „arbeiten“ war leider auch nicht zu denken. Es gab in diesem Waggon weder Strom für Laptop/Smartphone noch WLAN.
Und die Problematik mit defekten Toiletten und Türen scheint Locomore auch von der DB geerbt zu haben.auch bei Locomore funktioniert nix
Um es positiv zu sehen: ich bin relativ günstig und (langsam) pünktlich nach Berlin gekommen und hoffe nun, dass die Rückfahrt besser laufen wird. Ansonsten wird das mein erster und einziger Versuch mit dieser Verbindung gewesen sein. Dann zahle ich lieber ein paar Euro mehr und fahre mit der „normalen“ Bahn, bin damit deutlich schneller, flexibler, habe es komfortabler und muss mir vor allem keine (platzenden) Werbe-Lügen erzählen lassen.

Schloss defekt

heute früh war noch alles in Ordnung mit dem Fahrrad-Schloss und ich konnte mein Rad noch ganz normal anschließen. Abends ging es dann aber nicht mehr auf.
Ich habe es mehrfach probiert und auch noch WD40 reingesprüht (fast schon darin eingelegt) aber es hat alles nichts geholfen. Die Kollegen, denen ich davon erzählt habe, hatten zwar alle tolle Tipps zum Knacken drauf oder wollten mir zeigen, wie es geht – aber nichts hat geholfen. Das Schloss ist nicht mehr aufgegangen und ich bin somit nicht mehr an mein Fahrrad gekommen.
Schloss, zu
Also musste ich zu anderen Maßnahmen greifen. Ich wollte mir mal anschauen, was unter der Plastikabdeckung und der darunter liegenden Metall-Hülle liegt und habe dort, wo auf dem Bild mein Daumen ist, mal ordentlich gebogen, um drunter schauen zu können.  Dort habe ich dann ein recht dünnes (vielleicht 5mm dick) Drahtseil gesehen, was allerdings nicht besonders stabil aussah. Durch einfaches Weiterbiegen – wohlgemerkt immer noch ohne Werkzeug! – habe ich es dann „geschafft“ das Schloss einfach so in zwei Teile aufzutrennen. Das hat mich auf der einen Seite zwar gefreut (yay – endlich wieder Fahrrad fahren!), auf der anderen jedoch sehr stutzig gemacht, dass man dieses Fahrrad-Schloss so unglaublich einfach aufbrechen konnte!

Fake News, bzw. Alternative Fakten

früher hieß das ja noch „Lüge“, heutzutage wird es als „Fake News“ oder, seit der inkompetenten Trump-Administration, gerne auch mal „Alternative Fakten“ genannt. An sich ist es ja nichts Schlechtes. Fake News habe ich schon gerne gelesen, als es noch überhaupt gar keinen eigenen Begriff dafür gab, sondern in der großen Schublade „Satire“ abgelegt wurde. Der Postillon ist dafür ein gutes Beispiel (der nebenbei auch die beste Cookie Warnung hat, die man ehrlicherweise mit „Mir doch egal“ bestätigen muss). Solange man das durchschaut und als Satire, bzw. Spaß ansieht und darüber lachen – oder zumindest zwanghaft schmunzeln kann, ist ja alles noch in Ordnung.

Problematisch wird es aber halt dann, wenn absichtlich falsche Nachrichten gestreut werden, um die Bevölkerung zu manipulieren. Der Fachbegriff dafür wäre dann vermutlich Propaganda. Ein gutes Beispiel dazu läuft gerade wieder in diesen Tagen, das es heute sogar in die Tagesschau geschafft hat. Das Auswärtige Amt informiert jede/n, der/die auf deren Seite geht, über Reise- und Sicherheits-Warnungen. In dem Fall wurde die Sicherheitswarnung von Schweden um eine Stufe in Richtung „sicherer“ geändert. Diese Änderung wurde bereits im März 2016 durchgeführt. Jedoch veröffentlichen gerade jetzt offenbar viele AfD Kreisverbände (#fuckyou!), dass für Schweden eine Reisewarnung wegen erhöhter Terrorwarnstufe gelten würde. Erstunken und erlogen – aber genau passend in das verlogene, populistische Verhalten dieser Hetz-Partei.

Ich kann nur dazu aufrufen, jegliche Informationen von solchen Quellen wie der AfD (#fuckyou!) und von anderen Vollidioten völlig zu ignorieren. Und falls man doch mal in Kontakt damit kommen sollte, entschieden dagegen zu stehen!
Kein Fußbreit für eine Politik, die auf Lügen aufsetzt!

Auswirkungen von Feinstaub

das Feinstaub-Projekt der Stuttgarter Code for Germany Gruppe ist ein Paradebeispiel für die Anwendung von „Open Data„, also offenen Daten. Jede/r kann sich sein eigenes Feinstaub-Messgerät zusammenbauen und dessen Daten an deren Server schicken lassen. Dort sind sie dann frei für alle verfügbar. Jede/r kann mit diesen Daten eigene Auswertungen und Forschungen anstellen oder nur die live-Daten anschauen (das traut sich die Stadt Stuttgart nicht).
Am Open Data Day wurde eine Korrelation zwischen den offiziellen Feinstaubdaten der Stadt Stuttgart und dem Praxisindex des Robert Koch Instituts vorgestellt. Dieser Index bringt das komplexe Thema von Atemwegserkrankungen in eine einfach Zahl, mehr dazu hier. Leider ist die Granularität nicht besonders hoch, man bekommt die Zahlen nur für komplette Bundesländer.
Die einfache Überlagerung der beiden Werte ist nicht ganz gut, sobald man den Praxisindex jedoch um eine Woche verschiebt (wegen der Inkubationszeit), dann sieht das Ergebnis erschreckend ähnlich aus. Beim Anstieg der Feinstaub-vergifteten Luft steigt eine Woche später dann auch der Praxisindex an; es gibt also deutlich mehr Menschen, die sich wegen Atemwegserkrankungen bei Ärzten behandeln lassen – und anders herum:

Korrelation zw. Feinstaub und Grippe

Korrelation zw. Feinstaub und Praxisindex

Und diese Behauptung der Stadt Stuttgart, dass es nur auf 3km Hauptverkehrsstraßen eine erhöhte Feinstaub-Menge gäbe, ist ja durch dieses Projekt auch schon länger ins Reich der Träume/Wünsche verbannt worden.
Auch mit einer anderen Datengrundlage sieht man z.B. auf dieser Karte, dass überall dort, wo Menschen wohnen, eine mittlere oder gar hohe Feinstaub-Belastung vorhanden ist. Und Feinstaub, der einmal produziert wurde, bleibt ja in der Welt; es gibt keinen Mechanismus, der ihn wieder entfernt. Bisher hofft man immer nur, dass der Wind ihn woanders hinbläst oder der Regen ihn in die Kanalisation und somit letztendlich ins Grundwasser schwemmt.

ungewöhnlich

heute habe ich in der Stuttgarter Zeitung (Link) gelesen, dass im Januar „ungewöhnlich viele Todesfälle“ registriert wurden. Das „ungewöhnlich“ in der Meldung beinhaltet für mich eine gewisse Verwunderung und/oder Nicht-Erklärbarkeit.
Da ich seit der zweiten Dezember-Hälfte meinen eigenes Feinstaub-Messgerät habe und in letzter Zeit diese Werte mehrmals täglich verfolgt habe, weiß ich, dass im Januar auch sehr viel Tage mit „Feinstaub-Alarm“ und extrem überhöhten Werten vorhanden waren. Der Grenzwert von 50µg/m³, der nicht mehr als 35x im Jahr überschritten werden darf, war an einem Tag sogar bei 188µg/m³, also fast viermal so hoch, an vielen anderen im dreistelligen Bereich. Leider veröffentlicht die Stadt Stuttgart diese Werte nicht; vielleicht handeln sie nach dem „Vogel-Strauß-Prinzip“: was ich nicht sehe, ist auch nicht da. Das würde gut zur angesprochenen „Verwunderung“ passen.

Dabei habe ich mich auch an einen Artikel bei der Tagesschau (Link) erinnert, wo dieses Phänomen (viele Todesfälle durch verschmutzte Luft) beschrieben wurde. Dort wurde die Kohle-Heizung in Zusammenhang mit einer Inversionswetterlage bereits im vorvergangenen Jahrhundert für die angestiegene Todesrate verantwortlich gemacht.

Und jetzt – im 21. Jahrhundert – stehen die offiziellen Behörden da und stellen sich ahnungslos ob der Tatsachen, die unsere Urahnen bereits wussten.

ein bisschen Überwachung

letztens musste ich wieder mit jemandem darüber diskutieren, dass es „ein bisschen“ Überwachung halt nicht gibt. Entweder ganz – oder gar nicht. Wer sagt, dass man nur die „kritischen“ eMails (also die, bei denen man etwas „böses“ plant) anschaut, muss zugeben, dass er in Wirklichkeit alle anschaut und halt nur auf die „kritischen“ reagiert. Ebenso verhält es sich mit der Überwachung von Positionsdaten. Wer mich nur dann alarmieren/informieren will, wenn ich an einer bestimmten Stelle bin, dann muss er immer wissen, wo ich bin. Ganz abgesehen davon, dass ein normales google, Apple oder Microsoft-Handy auch jederzeit seinen Standort „nach Hause“ telefoniert und dazu gleich noch alle weiteren Infos, die es kriegen kann. Das ist z.B. die GPS-Position, WLAN-Netzwerke, das aktuell genutzte Handy-Netz, Bluetooth-Knoten, NFC-Schnittstellen, etc. Ich vermute, dass die wenigsten Menschen wirklich alle funkenden Verbindungen am Smartphone dauerhaft ausgeschaltet haben.

Seit Januar probiere ich das Open-Source Projekt RadioCells aus. Hierbei wird ein Teil davon öffentlich, was jedes Smartphone sonst im Verborgenen macht. Man lässt einen WLAN-Scanner laufen und der sammelt, sobald eine GPS-Ortung vorhanden ist, einfach alle WLAN-Netze ein, positioniert sie an den aktuellen Ort und speichert neben dem aktuellen Datum noch die Funk-Stärke. Auf meinem normalen Arbeitsweg über 7km durch Stuttgart sammle ich dabei „ganz nebenbei“ so ca. 1500 WLAN-Netze ein. Im Gegensatz zu google/Apple/Microsoft verschwinden diese Daten aber nicht in deren Datenbanken und werden nur noch zur Überwachung der Benutzer verwendet – sie sind öffentlich auf der Homepage verfügbar. Sobald ich alle „meine“ häufig frequentierten Orte in Stuttgart dort eingetragen habe, werde ich dann mal den zugehörigen „Location Service“ ausprobieren. Dann müsste ich theoretisch ganz ohne GPS meine Position bestimmen können; aufgrund der Menge der WLAN-Netze in Stuttgart sollte das auch ganz gut funktionieren.

Nebenbei sieht man dabei auch die ganzen WLAN-Namen, die so vergeben werden. Den besten Namen finde ich bisher wlanmeyerlandrut – erinnert ihr Euch noch an Satellite? ;~)

Gedacht habe ich mir sowas schon immer, aber erst durch dieses Projekt wurde mir das ganze Ausmaß dieser Überwachung klar.

FAZIT: Euer Standard-Smartphone weiß immer, wo ihr Euch gerade befindet! Wollt ihr das?
Ich will das nicht und habe daher keine Google-Dienste auf meinem Android-Telefon drauf!

ein neuer Zuganbieter

im letzten Jahr habe ich so nebenbei noch mitbekommen, dass es einen neuen Zuganbieter geben wird, der Stuttgart mit Berlin verbinden wird: locomore
Das ganze Projekt wurde mit Crowd-funding realisiert und man konnte sogar in diese Firma investieren. Dafür war ich aber etwas zu skeptisch, bzw. für sowas habe ich nicht genug Geld übrig. Aber ein Ticket habe ich mir mal gekauft. Am 11. Februar wollte ich nach Berlin fahren und am 13. Februar wieder zurück. Da es immer nur ein Zug pro Tag und Richtung gibt, kann ich nicht am Freitag Nachmittag losfahren, sondern muss es am Samstag früh machen. Und Montag Nachtmittag dann eben wieder zurück – soweit zum Plan.
Jetzt kam aber eine Benachrichtigung, dass sie bis April alle Züge zwischen Montag und Mittwoch ausfallen lassen werden, um die „Kinderkrankheiten“ zu beheben. Mein Ausflug wird damit wohl auch flach fallen, weil es wenig Sinn macht, für nur 24h nach Berlin zu fahren. Mal sehen, ob es im April dann besser klappen wird….

externes Nachladen

inzwischen sollte sich bei den meisten Menschen rumgesprochen haben, dass man nicht unbedingt bei facebook (beispielhaft) sein muss, um dieser Firma viele Daten über sein online-Verhalten preiszugeben (mal ganz abgesehen vom unsäglichen WhatsApp in diesem speziellen Fall).
Auf jeder Seite, auf der ein facebook-Daumen oder eine facebook-Info-Box ist, steckt (oft) auch facebook drin. Da man im Internet ohne bestimmte Vorkehrungen nicht anonym surfen kann, kennt facebook also (fast) jede Seite, die ich mal besucht habe. Je nachdem, wie diese Seite programmiert ist, gehen noch viel mehr Daten über mich und meine Interaktionen an facebook.

Dieses Beispiel „facebook“ ist nur exemplarisch, es gibt noch viele weitere Datensammler. Und was diese Firmen im HIntergrund alles miteinander austauschen (vermutlich auch noch gegen viel Geld) ist dem Nutzer völlig unbekannt. Obwohl ich „nichts zu verbergen“ haben, finde ich es nicht besonders toll, wenn ich als reines Datenmodell überall als „gläserner Mensch“ in Datenbanken vorhanden bin. Welche (richtigen und falschen) Schlüsse diese Algorithmen über mich ziehen, würde ich auch mal gerne wissen!
Bei fefe’s blog habe ich letztens mal einen Artikel darüber gesehen, wie er nachgewiesen hat, dass bei einem einfachen Aufruf der Süddeutschen Zeitung (damals) 41 externe Seiten nachgeladen werden. D.h. dass jede Menge Informationen über mich in der ganzen Welt verteilt werden. Da ich das nicht will, habe ich bei mir den Ad-Blocker uBlock installiert (und muss daher leider damit leben, dass ich nicht mehr jede Seite im Internet sehen kann, tja). Zusätzlich dazu noch das Better Privacy Plugin im FireFox, alle facebook-Verbindungen werden mit diesem Plugin geblockt. Darüber hinaus probiere ich noch, meine Online-Aktivitäten auf verschiedene Browser zu verteilen, um ein möglichst indifferentes Bild von mir zu erstellen.

Radverkehrs-Förderung

die Überschrift ist natürlich etwas provokant. „Der Stuttgarter“ weiß, dass es hier de facto keine Radverkehrs-Förderung gibt, obwohl die Stadt Stuttgart diese Mär bei jeder sich bietenden Gelegenheit erzählt. Diese steile These will ich mit diesem Beispiel belegen:
Letzten Sommer/Herbst stand eine große Renovierung der Straße „Am Kräherwald“ an. Die Straße wurde neu asphaltiert und dabei der schon vorhandene Gehweg verbreitert; dabei wurden an allen kreuzenden Straßen und bei Bushaltestellen Fahrräder und zugehörige Pfeile darauf gemalt. Die beiden Spuren der Straße sind zu großen Teilen mit einer durchgezogenen Linie getrennt, im weiteren Verlauf kommen auch noch ein paar Fußgänger-Inseln.
Und der absolute Coup der Stadt: Dies ist nun ein Fußweg! Zwar für Fahrräder frei, jedoch bedeutet diese Beschilderung, dass ich als Radfahrer nur Schrittgeschwindigkeit(!) fahren darf.

neu gebauter Gehweg mit aufgemaltem Fahrrad

neu gebauter Gehweg mit aufgemaltem Fahrrad

Im weiteren Verlauf des Weges war noch eine Baustelle, also habe ich anfangs noch gedacht, dass dieses Fußgänger-Schild nur temporär aufgestellt ist bis die Baustelle fertig ist. Pustekuchen – die Baustelle ist weg, diese Beschilderung bleibt da. Kurz darauf habe ich im Stuttgarter ADFC-Mitgliedermagazin gelesen, dass die Stadt das von Anfang an so geplant hat (s.u).

Liebe Stadt Stuttgart: Verpflichtet denjenigen, der/die dies geplant hat, alle seine/ihre Vorgesetzten und alle Ausführenden, dort mal einen Monat täglich zu pendeln, gerne auch in der aktuellen Dunkelheit. Entweder in Schrittgeschwindigkeit auf dem Fußweg oder im aggressiven (Feierabend-) Autoverkehr, der natürlich trotz durchgezogener Linie sehr knapp überholt; es ist eine der wenigen Straßen, wo der Autoverkehr fast ungestört von Ampeln und noch 50km/h schnell fahren darf. Genau von diesen „freie Fahrt für freie Bürger“-Autofahrern wird man auch noch ständig angehupt, weil sie von dieser bescheuerten Fahrrad-Regelung natürlich nicht ausgehen, überall die Fahrräder auf dem breiten Gehweg sehen und die falsche Annahme treffen, dass es ein Radweg sei. Da kommt irgendein Instinkt zu Tage und der Radfahrende wird als zu bekämpfender Feind behandelt oder er/sie nur wieder – ebenfalls recht negativ – als „KampfradlerIn“ angesehen.
Und wenn diese Personen das körperlich und geistig überlebt haben, bitte wieder alle zurück ans Reißbrett und alles nochmal von vorne!
Dass die Polizei Stuttgart („Dein Freund und Helfer“) dort mal Abstands-Kontrollen durchführt, das Anhupen direkt vor Ort als Nötigung ahndet oder wenigstens zumindest Informationskampagnen startet ist nach meiner bisherigen Erfahrung hier natürlich nicht zu erwarten.

Auszug aus der ADFC-Mitglieder-Zeitschrift

Auszug aus der ADFC-Mitglieder-Zeitschrift

erste Feinstaub-Ergebnisse

mein Feinstaub-Messgerät läuft jetzt schon ein paar Tage und sendet ordentlich Daten an den zentralen Server. Und jetzt ist Silvester – nach einigen Schätzungen sollen heute Nacht 4000to Feinstaub in Deutschland erzeugt werden. In so einer Großstadt wie Stuttgart bestimmt überproportional viel. Das alleine soll angeblich 15% der kompletten jährlichen Feinstaub-Emission sein.
Wenn ich mir meine Messwerte anschaue, kann ich das gerne glauben: Mein Messwert zählte dabei nicht mal zu den Messstellen mit den höchsten Werten, ich hatte trotzdem etwa 1500µg/m³, d.h. es waren 0,0015 Gramm oder 1,5 Milligramm Feinstaub in jedem Kubikmeter (Atem-) Luft.

Feinstaub-Peak an Silvester

Feinstaub-Peak an Silvester

Um das mal in Relationen zu setzen:
Der legale Grenzwert ist in Deutschland 50µg/m³, allerdings in Verbindung mit maximal 35 Tagen, an den dieser nicht überschritten werden darf. Die WHO empfiehlt, keine Belastung von über 20µg/m³. Es war somit eine etwa 30-fache Überschreitung des legalen Wertes und eine 75-fache Überschreitung des empfohlenen Wertes.
Anders gesagt: Es befand sich 1,5 Milligramm gefährlicher Feinstaub in der Atemluft. Bei der Dichte von Luft von 1,2041kg/m³ (Wiki) ist das ein Anteil von etwa 0,125% oder 1,25 Promille! Was 1,25 Promille Alkohol einem Körper antun, hat vermutlich jede/r schon mal am eigenen Leib erlebt.
Um jetzt mal auf konkrete Zahlen zu kommen: der Durchschnittsmensch atmet etwa 10.000l am Tag (Quelle oder auch bei Wikipedia, ~8l/min), das sind ca. 10m³ und macht etwa 12kg Luft, die ein Mensch am Tag durch seine Lungen atmet.
Bei einer solchen Belastung wären das dann 15mg purer Feinstaub, die man an einem Tag einatmen muss und in der Lunge verbleibt oder vom Körper absorbiert werden muss.
Schon mal aus Versehen einen Teelöffel voll Mehl eingeatmet? Bin mir aber unsicher, ob man sowas damit vergleichen kann?

Zurück zu meiner Messstation: Selbst 24h nach dem Silvester-Feuerwerk ist der Feinstaubwert noch nicht wieder unter die legale Grenze gefallen:

Feinstaub-Werte 24h später

Feinstaub-Werte 24h später

kleiner Ausflug

ich habe frei, es ist Feinstaubalarm und seit Montag ist bei Feinstaubalarm die Benutzung des ÖPNV für alle Bosch-Mitarbeiter umsonst. Also schnappe ich mein Rad und fahre mit der S-Bahn raus aus der großen Stadt. Das Ziel ist Fotobags König, um mich über Foto-Fahrrad-Taschen zu informieren.
Auf dem Rückweg sehe ich kurz vor Böblingen diese Beschilderung: „Radfahren verboten“. Drunter, nicht nur auf dem Bild recht schlecht zu lesen „Fußgänger und Radfahrer Richtung Böblingen-Sindelfingen bitte Parallelweg benutzen“. Natürlich liegt dieser Parallelweg voller Laub (#wedontkehr) und dieser Masten steht auch auf dem Weg. Dabei wäre es so einfach, wenn die Radfahrer ganz normal auf dieser sehr breiten Straße weiterfahren könnten.

Fahrräder verboten

Fahrräder verboten

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Holiday Hole am Black Friday

dass es so unsinnige Dinge, wie den Black Friday (und alle sonstigen Konsum-Tage) gibt, war mir irgendwie im Hinterkopf schon klar. Dass es jetzt schon wieder soweit war, habe ich natürlich erst zu spät mitbekommen. Ist aber auch ganz egal, ich gehöre eher zu den Leuten, die viel lieber am „Kauf nix Tag“ am (fast) selben Datum (und auch jederzeit sonst) mitmachen. In diese Richtung ging auch diese Aktion „Holiday Hole“ einer Gruppe, die einfach Spenden gesammelt hat, um mit einem Bagger ein großes Loch zu graben. Je mehr Geld zusammenkommt, desto länger kann der Bagger betrieben werden.
Letztendlich wurden über 100.000$ (!) eingesammelt und sie haben etwa zwei Tage das versprochene Loch gegraben.
Inzwischen ist es aber aus „Versicherungs-Gründen“ schon wieder aufgefüllt. Der Live-Stream auf der Seite geht auch nicht mehr, aber wenn man entsprechend sucht, findet man z.B. einen solchen Link zu Youtube, bei dem man ein paar Stunden beim Baggern zuschauen kann.