Archiv der Kategorie: Australien

Putty Beach – Morriset Showground

ich stehe tatsächlich schon um sieben Uhr auf, mein Zelt steht allerdings im Schatten und ist sowohl von außen als auch von innen ziemlich nass. Von außen kann ich, so direkt am Wasser, ja noch verstehen. Aber wo die ganze Feuchtigkeit auf der Innenseite immer herkommt, wundert mich schon etwas. Um mich herum lauter Kinder, die natürlich schon länger wach sind. Kurz habe ich den Hit „Kinder an die Macht“ im Ohr: Gebt den Kindern das Kommando!
Ich denke mir nur, dass wir das gerne machen können, aber vielleicht solange warten sollten, bis sie das Konzept „Ausschlafen“ verinnerlicht haben. Ich packe mein Zelt so nass ein und will mich dann aus dem Staub machen. An den Grills ist jedoch eine Parkmitarbeiterin, die nach dem Putzen die Gebühr von mir verlangen will. Offenbar hat das Putzen sie doch umgestimmt und sie meinte nur, dass sie heute nix verlangt, aber ich in Zukunft bei Nationalparks immer vorbuchen müsste. Ich bedanke mich dafür und sichere ihr zu, dass ich das jetzt bestimmt immer machen werde – denke mir aber: wie soll denn das gehen? Ich kenne mich weder mit Nationalparks aus, noch weiß ich, wo ich mich da melden soll, etc.

Dann geht’s wieder auf die Straße.

Welch Wunder, natürlich wieder mit Bergen.

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Sydney – Putty Beach

heute verlasse ich Sydney zum allerletzten Mal. Da es in Richtung Norden geht, natürlich über die Harbour Bridge. Eine Seite der Brücke ist für Fußgänger, die andere für Radfahrer. So schön, wie es hier am Anfang der Brücke geregelt ist, ist es am Ende aber nicht. Dort sind Stufen! Zwar mit einer Rampe in der Mitte, aber dennoch ist das keine allzu gute Rad-Infrastruktur. Hätte ich das gewusst, als ich vor zwei Wochen schon mal hier war, wäre ich wohl drüber gefahren. Allerdings hatte ich mit Stufen überhaupt nicht gerechnet und vermutet, dass die Auffahrt auf die Brücke ganz wo anders ist und habe mich daher für die Bahn entschieden.

Von oben sieht das dann in etwa so aus:

Und das ist der Blick in Richtung Nord-Sydney.

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in Sydney, schon wieder

dafür, dass ich am Anfang meiner Reise überhaupt gar nicht an Sydney gedacht habe, bin ich ganz schön oft und lange hier. Jetzt schon wieder.
Zuerst schaue ich mal bei einem Radladen hier vorbei. Dummerweise macht der heute erst um 12:00 auf, den Rest der Woche bereits um Neue. Also erledige ich noch ein paar andere Dinge und fahre dann da hin. Einen Service kann ich frühestens in einer Woche kriegen und das Hinterrad kann er, selbst als Specialized-Händler, natürlich auch nicht einfach so austauschen. Daher macht er Bilder vom Hinterrad (und von den Bremsen, die er noch nie gesehen hat) und will sich darum kümmern. Das kommt mir alles etwas komisch vor, ich fahre per Zug nach Sydney rein und fahre zu einem anderen Specialized Geschäft. Dort treffe ich auf Geoff, der mir beim letzten Australien-Urlaub im Giant-Laden mein damaliges Rad verkauft hat. Er kann sich aber nicht mehr an mich erinnern. ;~)
Hier habe ich eher das Gefühl, dass sie sich um das kaputte Hinterrad kümmern wollen. Er ruft direkt bei Specialized in Melbourne an und klärt ab, dass ich ein neues Hinterrad geschickt bekomme. Allerdings nicht hierher, sondern nach Newcastle, was auf meiner Strecke liegt. Ich will ja nicht noch länger in Sydney warten. Dann mache ich noch einen Termin für einen Service am nächsten Tag aus und gehe in ein Hostel. Von dort melde ich mich kurz vor Feierabend beim ersten Radladen und als er sich entschuldigt, dass er noch überhaupt nicht dazu gekommen ist, sich um mein Hinterrad zu kümmern (dachte ich mir doch!), sage ich ihm, dass er das jetzt auch sein lassen kann.

Am nächsten Tag habe ich also Zeit und schaue mir mal die Art Gallery of NSW an. Dort thront z.B. eine Edelstahl-Figur von Cook, die nachdenklich den Blick aus dem Fenster (und über die Kriegsschiffe im Militärhafen) schweifen lässt. Die beiden im Schatten des Baumes machten wohl gerade irgend eine private Fitness-Stunde, das sah auch lustig aus.

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Wollongong – Cronulla

bevor ich mich wieder auf den Weg mache, gibt es noch ein paar Dinge zu tun. Dabei ist dieser Fahrrad-Highway doch grundsätzlich gar nicht so schlecht!

Punkt 1: Ich entdecke noch dieses rikscha-artige Lastenrad und der Besitzer meint, dass es aus dem Jahre 1971 sei. Warum es im Abstellschuppen steht und mit Müll zugestellt ist, erklärt das aber nicht.
Ich habe es mal fotografiert und auf das Cargobikes Worldwide twitter gepackt.

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Katoomba – Camden

los gehts! Heute nur bergab, zumindest habe ich mir das so vorgestellt. Von Katoomba auf 1000m bis zum Strand. Damit es nicht zu langweilig wird, nehme ich immer die Parallelstraße zur Autobahn, wenn sie vorhanden ist.

Da geht es dann aber nicht so schön abwärts, hier und da muss ich auch mal wieder ein Bergchen hochfahren. Für eine einfache Landstraße werden die Gesteinsformationen eben nicht mit dem Aufwand bearbeitet, wie man es für die Autobahn macht.

Irgendwann auf der Fahrt kriege ich dann die Info, dass der Strand mindestens ein genauso großes Ostermekka sei, wie dieses touristische Katoomba.
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raus aus Sydney

meine Schwester ist mit ihrem Freund wieder zum Flughafen aufgebrochen, ich schaue mich noch ein bisschen in Sydney um. Zuerst mal am Hafen, wo ein riesiges Kreuzfahrtschiff genau in der schönsten Szenerie zwischen Sydney Harbour Bridge und Sydney Opera parkt.
Seltsam – ich glaube, ich hätte als Bürgermeister ein Problem damit und würde nach sinnvollen Lösungen suchen, dass Touristen trotzdem noch in die Stadt kommen, aber diese riesigen, schadstoffspeienden Ungetüme eben draußen bleiben.

Direkt nebenan ist das Museum of Contemporary Art. Der Eintritt ist frei und drinnen ist es bestimmt auch etwas angenehmer als hier draußen in der brütenden Hitze.

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Strandtag

es wird heute also nochmal ein Strandtag. Und wo kann man das in Sydney besser haben, als am Bondi Beach, nachdem wir am ersten Tag schon in Manly waren? An einem Sommer-Wochenende tummeln sich hier gerne mal 35.000 Menschen, so recht kann ich das gar nicht glauben – und ich weiß, dass ich vermutlich keiner davon wäre!

Nach etwas plantschen in den Wellen und rumliegen, bis wir wieder größtenteils trocken werden, folgen wir mal dem Beach Walk.
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zurück nach Sydney

und auch dieser Ausflug neigt sich dem Ende entgegen. Den Hostel-eigenen Pool haben wir gar nicht benutzt, der nahe Strand war dann doch einladender.

Beim letzten Frühstück kriegen wir noch Besuch von diesem Vogel, der von meiner Schwester natürlich wieder gefüttert werden musste. Ich habe noch angeraten, das vielleicht nicht direkt mit der Hand zu machen und als er rigoros auf das hingelegte Müsli pickte, stellte sich heraus, dass das eine recht gute Idee war.

Ich wähle wieder das Rad und nicht den Bus. Durch Newcastle fahre ich einfach durch und einfach mal weiter. Hier ist ja die Bahnlinie in der Nähe, und ich kann jederzeit einsteigen. Da wir ausgemacht haben, dass wir uns um 19:00 in Sydney treffen, habe ich ja den ganzen Tag Zeit.
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Nelson Bay

von Newcastle aus ist es dann nicht mehr weit bis Nelson Bay. Das besteht aus eher kleinen Dörfern, die jedoch immerhin mit einem stündlich fahrenden Bus angebunden sind. Und er hält auch direkt vor dem Hostel, das mitten im Regenwald liegt.
Ich fahre mit dem Rad hin, zum einen will ich mal wieder Rad fahren und zum anderen weiß ich gar nicht, ob man das problemlos im Bus mitnehmen kann. Dabei kann ich solche Aussichten genießen.

Oder halt solche „Straßenpanoramen“.

Dort angekommen leihen wir uns noch zwei Räder und fahren dann mal zum Strand. Der erste Versuch war noch nicht ganz gut. Zwar viel Sand, aber zu weit vom Wasser weg. Also zurück zu den Rädern, neuer Versuch.

Und das hat dann funktioniert. Top Strand und auch angenehmes Wasser!

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Newcastle

danach stand Newcastle auf dem Plan. Wieder günstig per Zug hingefahren, in die sechstgrößte Stadt Australiens. Direkt am Meer, mit einer Industrie- und Kohle-Geschichte, hat sie auch ein Fort aus dem zweiten Weltkrieg. Von dort oben kann man ganz gut rumschauen, sowohl zum Strand
als auch in Richtung Stadt. Wie in Sydney auch, wird hier in der Stadtmitte gerade eine neue/weitere Straßenbahn gebaut. Entsprechend große Baustellen gibt es auch.

Da schaue ich doch lieber aufs Wasser und sehe die Schiffe ablegen. Kaum sind die Schiffe aus dem Hafen, steigt dort ein Helikopter auf, landet auf dem Schiff, lädt dort dann vermutlich den Lotsen wieder ein, und fliegt zurück in den Hafen.

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Blue Mountains

nach ein bisschen Spazierengehen in Sydney ging es dann per Zug in die Blue Mountains. Am Verblüffendsten ist zuerst mal das Preissystem im öffentlichen Nahverkehr im kompletten Staat New South Wales. Es gibt hier sog. Opal-Karten, mit denen man bezahlen muss. Und es ist ziemlich günstig. Die Fahrt dort hin dauerte 2h, etwa 100km, und kostete lediglich 5,95$, also 3,50€. Dafür komme ich in Stuttgart nicht mal drei Zonen weit, was allerhöchstens 10km ist. Zusätzlich hat diese Karte noch weitere Vorteile: Sonntags sind alle Ausgaben damit auf 2,60$ gedeckelt ca. 1,50€ fürs Fahren, soviel man will! Unter der Woche gibt es auch eine Tages- und Wochen-Deckelung, nach der achten Fahrt pro Woche sind alle folgenden Fahrten um 50% reduziert.

Aber zurück zu den Blue Mountains: Wir sind einfach mal ein bisschen rumgelaufen und haben uns die Landschaft angeschaut. Es ist tatsächlich alles weiter entfernte etwas bläulich (was man auf den Smartphone-Bildern natürlich schlecht sehen kann). Das liegt wohl irgendwie an den, in der Luft aufgelösten, Ölen der Eukalyptus-Bäume, die hier massenhaft rumstehen.

Auf der Herfahrt im Zug habe ich mich schon bisschen gewundert, dass es die ganze Zeit aufwärts ging. Mein Smartphone hat dann per GPS gemessen, dass Katoomba tatsächlich 1000m hoch liegt. Das kann dieses technische Spielzeug doch sehr viel besser, als Bilder machen.
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Brisbane – Sydney

ich glaube, dies wird mal ein etwas längerer Bericht.
Ich bin vom 12.-18. März von Brisbane bis Sydney gefahren. Das waren in der Woche 998,8km, dazu kamen noch knapp 100km mit öffentlichem Nahverkehr. (Die Strecken hänge ich einfach ganz unten dran.)
Warum? Meine Schwester hat sich für den 18. März in Sydney angekündigt. Und jede/r der/die eine Schwester hat, oder selbst eine ist, weiß um meine prekäre Situation. Als ich in Brisbane ankam waren die Wetteraussichten schlecht, Gegenwind und tagelanger Regen standen auf der Vorhersage. Ich sah mich schon einen Kopf kürzer.
Das ist zum Glück nicht ganz so eingetroffen. Die ersten Kilometer vom Flughafen in die Stadt waren recht gut auf eigener Rad-Infrastruktur zu machen. Allerdings war dort alles leer, sowohl die Radwege, als auch die Straßen. Ziemlich erstaunlich für eine solche große Stadt. Dunkel wird es hier bereits um 18:00, das ist ja absolut nicht mein Ding.

Aufgrund des leichten Zeitdrucks habe ich mich dazu entschieden, hauptsächlich auf der Autobahn zu fahren. Das ist ziemlich schnell, der Belag ist gut und es gibt auch wenige und keine steilen Steigungen. Allerdings ist es halt nicht besonders spannend dort zu fahren. Da ich meine eigene Spur habe, fühle ich mich dort aber auch recht sicher. Und die überholenden LKWs bringen immer einen kleinen Rückenwind mit.

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