Archiv der Kategorie: Montreal

in Montréal

auf der Radtour bin ich an Montréal komplett vorbei gefahren. Jetzt komme ich für ein paar Tage hierher. Allerdings bin ich immer noch nicht ganz fit und das Wetter ist auch nicht gerade einladend. Im Hostel sind zur Abwechslung mal viele Franzosen, neben den ganzen Deutschen, die einfach überall sind; dazu noch ein recht alter Mann, der jedem Gast ungefragt irgendwelche sinnlosen Geschichten und Ansichten der Welt erzählt. Niemand scheint es zu interessieren, aber er redet und redet und redet einfach weiter.
Ich gehe trotzdem hier und da mal raus und wandere etwas planlos durch die Stadt. Dabei erkenne ich alle möglichen Orte wieder, die ich bei meinem ersten Besuch damals auch schon gesehen/besucht habe und auch diesmal schreckt mich das ganze französisch hier ab.
Nachdem ich in Quebéc City inzwischen auch neue Schuhe gekauft habe und hier – wie erwartet – ziemlich viele Obdachlose sehe, entscheide ich mich dazu, meine alten Laufschuhe hier an einem öffentlichen Platz frei zur Verfügung zu stellen (bzw. zu entsorgen). Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere Obdachlose (die zum Teil noch schlechtere Schuhe und manchmal sogar nicht mal zusammenpassende tragen) diese immer noch weiter verwenden könnte.

Von den vier paar Schuhen, die ich zwischenzeitlich hatte (Radschuhe, FlipFlops, diese alten Laufschuhe und die neuen Allround-Schuhe), bin ich jetzt wieder bei reisetauglicheren zwei paar Schuhen. Weiterlesen

Impressionen /2

eine andere Art des Rückblicks.
Oder: Warum ich im Urlaub vermutlich abgenommen habe.
Dies waren (fast) alle Mahlzeiten. Das Frühstück kam natürlich jeden Tag vor (bis auf den einen, an dem ich bis nachmittags um Einse geschlafen habe), und sonst weiß ich nur von einer Mahlzeit, die ich vergessen habe. Dafür habe ich in dem Cafe die ebenfalls anwesende Gruppe von Pinguin und Flamingo geknipst.
Hunger? Weiterlesen

Half Baked

am Park hier ums Eck von meinem Hostel treten auch Bands auf. Am Tag vorher war ich noch dort und hatte unter dem Pavillion leiseren Singer-/Songwritern gelauscht. Heute höre ich beim Hinlaufen schon zwei Straßen weiter laute Rock-Musik – dachte aber, aufgrund der gestrigen Erfahrung, dass diese bestimmt woanders herkommen müsse. Pustekuchen!
Hier wird gerockt – Half Baked steht „auf der Bühne“.
Half Baked @ #popmtl
Die fliegenden Haare unter dem Pavillon gehören eigentlich zum dem Teil der Band, die hinter den Tasten/Laptops steht. Da findet man sie aber selten, sie springt – genauso wie ihr Kollege – überall herum. Der andere steht auf dem Bild gerade ganz links auf dem Podest zum Singen.
Wenn er mal etwas näher an der Bühne ist, hat er auch eine Gitarre umhängen und springt soweit das Kabel reicht; ins Publikum, auf die Treppe im Hintergrund, auf den anderen Podest (dort ohne Gitarre) und wieder von vorne.

Wow – sowas sieht man echt selten. Und vor allem nicht an einem Sonntag Nachmittag um halbfünf!

POP Montreal

es hat sich vermutlich schon etwas rumgesprochen, dass ich für das Musik- (und Kunst-) Festival „POP Montreal“ – oder auf internetisch: #popmtl – nach Kanada geflogen bin. Angeblich soll das viel besser sein, als die „Canadian Music Week“, auf der ich letztes Jahr war.
der offizielle Banner

Es gibt hier jede Menge Veranstaltungsorte, von der normalen Bar oder Veranstaltungshalle über Kirchen, Parks und offensichtlich nur für das Festival temporär errichtete Bühnen ist vieles vertreten. Jede Band hat 60min Zeit (und das funktioniert wirklich!), es gibt jedoch auch ein paar „größere Bands“, die ein richtiges Konzert spielen dürfen. In der Stunde ist alles dabei: Aufbau, Soundcheck, „Konzert“ und der Abbau. Das hat zur Folge, dass die Band gerade mal ca. 35-40min spielen kann. Als Besucher ist es ratsam, die Umbaupause für einen Wechsel des Orts zu nutzen (oder zumindest draußen zu warten) – ein Soundcheck ist keine schöne Sache.

Eine kleine Anekdote am Rande: eine Vorband kündigt nach der obligatorischen halben Stunde ihr letztes Stück an; mit der Begründung, dass dann ja alle mehr vom folgenden Brendan Canning haben. Hinter mir (obwohl ich schon fast ganz hinten in diesem kleinen Club stehe) höre ich ein halblautes „no no, keep playing!“ rufen. Als ich mich umdrehe, ist es eben dieser Brendan Canning, ein Mitglied der Broken Social Scene, der noch entschuldigend hinzufügt „I only know seven tunes„.
Diese sieben Lieder hat er dann aber sehr schön vorgetragen – auch wenn er das Publikum öfters um Ruhe bitten musste.

öffentliche Klaviere

hier in Montreal stehen etwa 20 Klaviere im öffentlichen Raum. Beim (auch planlosen) Umherlaufen bin ich an einigen vorbei gekommen. Und es sitzt immer jemand dran und spielt, meist sogar recht gut – soweit ich das beurteilen kann.
öffentliches Klavier in Montreal

Vermutlich gibt es mehr Erklärungen dazu auf dieser Facebook-Seite (auch wenn ich kein einziges Wort davon verstehe). Soweit ich es mitbekommen habe, ist es von der Stadt organisiert. In Deutschland werden die Städte vermutlich eher viele Gründe gegen so eine Initiative finden, als so etwas umzusetzen. Und damit stellt sich wieder die Frage: wie wollen wir in einer Stadt leben? Viele wollen einfach alle Vorteile einer Stadt haben, sind allerdings nicht bereit auch nur minimalste Nachteile in Kauf zu nehmen.
Des weiteren haben ich noch das Projekt „Street Pianos“ gefunden. Mal sehen, vielleicht kriege ich ja trotzdem einen zweiten Standort in Deutschland eröffnet….

 

Metro Montreal

als Großstadt-Mensch kommt man nicht umhin, sich mit dem öffentlichen Nahverkehr auseinander zu setzen. Hier in Montreal gibt es drei’n’halb „U-Bahn“-Linien (n’halb weil eine nur aus drei Stationen besteht); und das für eine Stadt mit ein’n’halb Millionen Einwohnern (4,2 Mio mit dem ganzen Umland). Ich merke immer öfters, wie „verwöhnt“ wir in Stuttgart sind. Fahrpläne gibt es hier sowieso keine – es heißt halt lapidar, dass die Bahnen schon alle paar Minuten fahren. Bei den Bussen kann man eine Nummer anrufen und ein Computer sagt dann die nächste Abfahrtzeit an.
A propos „Bahnen“. Es hat ein paar Fahrten gedauert, bis ich merkte, das ich gar nicht in einem „richtigen“ Zug sitze, die fahren hier nämlich auf Rädern und nicht auf Schienen.
die "Züge" fahren in Montreal auf RädernUnd es scheint auch hier das typische „Ein-/Aussteige-Problem“ zu geben. Daher wird an jeder Tür ein recht aussagekräftiges Symbol am Boden angebracht, auch wenn es nicht so Blinden-freundlich, wie die Lösung in Stuttgart ist. Aber dafür schaffen es die Metro-Fahrer hier, auch tatsächlich so anzuhalten, dass es passt. In Stuttgart müssen die Blinden regelmäßig auf Einstieg-Hilfe von anderen Fahrgästen hoffen, weil die Züge selten dort anhalten, wo sie sollen!
erst aussteigen lassen!
Ich wollte jetzt glatt noch ’n halben Gedanken daran verschwenden, warum die Menschen oft in die Bahn drängen bevor schon alle ausgestiegen sind (oder wieso sich manche so unendlich lange Zeit beim Aussteigen lassen).
Mach ich aber nicht, ich muss schon wieder los, zur nächsten Metro-Fahrt….