Archiv der Kategorie: Toronto

not a robot

beim ziellosen durchwandern der Stadt Toronto bin ich auch durch den Trinity Bellwoods Park gekommen. An einem Tennisplatzzaun war diese Nachricht an die Welt angebracht: SMILE – you are not a robot (Lächle – Du bist kein Roboter).

Smile - you are not a robot (message)

Smile – you are not a robot (message)

Natürlich ist mir auch gleich das submarien Album eingefallen, das fast genauso hieß (allerdings ohne der Smile-Aufforderung).
Und im weiteren Verlauf des Kurzurlaubes (ich bin eigentlich immer wieder plan- und oft auch ziellos durch die Stadt geschlendert) habe ich dann in einer kleineren Nebenstraße diese Skulptur gesehen und sofort an diese Nachricht gedacht.
Die Ähnlichkeit ist unverkennbar:

Smile - you are not a robot (robot)

Smile – you are not a robot (robot)

Im Nachhinein habe ich anhand der GPS Daten gesehen, dass die Skulptur nicht allzu weit vom Park entfernt stand.

Science of Rock n’Roll

The Science of Rock n'Roll
irgendwo gelesen, dass es im „Ontario Science Center“ eine Ausstellung mit dem Titel The Science of Rock n’Roll gibt. Das hört sich erstmal interessant an! Für kaum mehr Geld kann man noch einen IMAX Film davor anschauen, der damit aber nix zu tun hat – in meinem Fall war es der Film „Jerusalem“.
Dieses Ontario Science Center ist vom Stil vielleicht vergleichbar mit dem Deutschen Museum in München, allerdings deutlich kleiner. Ich war unter der Woche dort und es waren viele sehr laute Schulklassen dort (also laute Kinder/Jugendliche).
Und diese Rock n’Roll Ausstellung ist nur ein kleiner Teil davon. Für die letzten sechs Dekaden wurden jeweils zwei/drei (vermutlich eher zufällig) ausgewählte Musiker mit wenigen Sätzen dargestellt. Dazu noch ein kurzer Absatz über die damals eingesetzte Technik – allerdings hauptsächlich anhand der damals verwendeten Musikabspielgeräte.
Danach kamen noch ein paar Mitmach-Exponate zum Lieder-Mischen (Spurlautstärke oder Effekte) und das wars. Nicht zu vergessen: der Merchandise-Shop – gekauft habe ich mir da aber nix. Rausgeschmissen wird man um 16:00; was zum einen etwas ungeschickt ist, wenn man erst um halbzwei dort ist und noch knapp eine Stunde im IMAX Kino sitzt – andererseits hat man vermutlich auch nicht viel verpasst.
Und falls jemand meinen Rat will (und ihn aus den vorherigen Zeilen noch nicht direkt rausgelesen hat): Es lohnt sich nicht, dort hin zu gehen!

Ich werde in den nächsten Tagen wohl lieber meine eigenen Studien zum Thema „Rock n’Roll“ direkt vor Ort beim NXNE Festival machen.

ÖPNV mit TTC

als Nicht-Autofahrer interessiert mich natürlich, wie der öffentliche Nahverkehr funktioniert, vor allem im Vergleich zu Stuttgart, wo ich mich täglich mehrmals in Bahnen und Busse werfe. In Toronto gibt es keine „Zonen“, wer einmal zahlt, darf überall hinfahren. Eine Fahrt kostet 3$ (ich finde, das ziemlich viele Fahrgäste ein solches Ticket kaufen), Tagestickets 11$ und eine Wochenkarte 39,25$ (beim letzten Mal vor zwei Jahren noch 35$). Es gibt prinzipiell zwei U-Bahnen; eine in Richtung Nord-Süd, eine in Ost-West, die ganze Stadtmitte ist von sog. „Streetcar“ Schienen durchzogen. Die Dinger sehen so aus:
old Streetcar in Toronto
Und da gibt’s doch mal eine Gemeinsamkeit mit Stuttgart: Toronto bekommt auch neue Bahnen. Die fahren gerade im Test rum, während in der Schwabenmetropole schon die ersten neuen Bahnen im täglichen Einsatz sind.new Streetcar in Toronto
Fahrpläne gibt es kaum, normalerweise steht nur „FS*“ (also „Frequent Service“) dran, was soviel heißt wie * = fährt spätestens alle 10min. Tagsüber musste ich nie mehr als wenige Minuten warten. U-Bahnen fahren etwa bis 1:30, diese Streetcars und Busse teilweise noch bis halbvier.
Ich kenne keinen Linienplan, aber aufgrund des nordamerika-typischen Schachbrett-Straßenverlaufs muss ich nur ungefähr wissen, wohin ich will und stelle mich dann eben an die Straße und warte, bis ein Streetcar (oder Bus) in meine Richtung fährt. Dann evtl. noch einmal umsteigen und schon bin ich da. Viel schneller als zu Fuß bin ich in der Rush-Hour damit auch nicht, aber ich laufe hier schon genug rum….

Alle Straßen Downtown sind vierspurig, diese Streetcars fahren in den linken Spuren; allerdings nicht exklusiv. Wenn man als Fahrgast nun aussteigt, muss man das in den rechts vorbei-fließenden Verkehr tun (übrigens fahren hier sehr viele Taxen rum) – der das aber weiß und natürlich hinter den Bahnen stehenbleibt! Das kann ich mir in Deutschland – speziell auch in Stuttgart – überhaupt nicht vorstellen.
Es kommt auch ab und zu mal vor, dass es eine richtige „Kette“ von Streetcars gibt, dann fahren ein paar direkt hintereinander (normalerweise ist das erste dann komplett voll und die danach ziemlich leer). Bis einer der ZugfahrerInnen mal eine kurze Durchsage macht, dass ab der nächsten Station eine andere Linie befahren wird. Dann hält er/sie kurz vor der Weiche an, ändert manuell die Anzeige im Display, steigt mit einem großen Weichenstell-Werkzeug aus, verstellt die Weiche und fährt dann einfach anders. Ja, die Weichen werden offensichtlich manuell gestellt!
Oder es kann auch mal passieren, dass – vor allem in den Abendstunden – eine Durchsage kommt, dass man angeblich etwas vor dem Zeitplan ist und jetzt ein paar Minuten gewartet wird. Und niemand regt sich auf oder beschwert sich sonstwie darüber.
Oder, was mir auch mal passiert ist, dass sich zwei Bahnen zwischen zwei Stationen getroffen haben, die FahrerInnen von Fenster zu Fenster kurz gequatscht haben und dann beschlossen haben, dass sie jetzt ihre Bahnen tauschen und sozusagen wieder zurück fuhren. Warum auch immer….

Letztendlich muss ich sagen, dass der ganze Straßenverkehr hier erstaunlich gut funktioniert und alles auch extrem unaufgeregt abläuft.

beim Frühstück

vom Flug hatte ich noch eine ungelesene Zeitung übrig (nicht mal Zeitung lesen konnte/wollte ich noch). Die habe ich eben beim Frühstück etwas durch gelesen. Auf Seite Drei war ein Bericht über einen Ultra-Marathonläufer. Da ich ja erst gestern etwas länger spazieren war, frage ich mich voller Bewunderung, wie der eigentlich recht normale Typ neben seinem Job und Familie so viel „trainieren“ kann, dass er sogar über 200km am Tag joggen kann?!
Ausserdem ist noch einer drin, der seine >100 Blutspenden als soziale Selbstverständlichkeit sieht. Diesen Begriff habe ich bisher nicht verwendet, aber er trifft die Motivation für meine regelmäßigen Blutspenden ganz gut.
Achja, ich bin – vermutlich dem Jetlag geschuldet – als dritter heute früh beim Frühstücken gewesen. Es ist doch selten, dass ich einen Platz auf dem Treppchen für solch eine Leistung bekomme. ;~)
Platz drei beim Frühstücks-Wettrennen

Update:
Mittlerweile (nur wenige Tage später – nachdem ich erst weit nach vier ins Bett gekommen bin) bin ich wieder da, wo ich beim Frühstücksrennen hingehöre:
andere nennen es Mittagessen

angekommen!

ich habe mich noch durch den Riesenflughafen London Heathrow gequält (natürlich war mein Gate das am weitesten entfernte) und bin im nächsten Flieger gelandet. Wieder kein Fensterplatz, letzte Reihe, Mitte. Inzwischen bin ich so kaputt, dass das mit dem Schlafen doch ab und zu mal klappt. Nur unterbrochen von kurzen Essenspausen. Ich bin immer noch so fertig, dass ich nicht mal Wein zum Essen nehme. Das Essen scheint ein bisschen zu helfen – die Spucktüte kann wieder aus meinem Blickfeld weggeräumt werden. Ab und zu werde ich von starken Turbulenzen wild im Sitz hin und her geschüttelt. Ob sie wirklich so wild waren, oder ob es an der letzten Reihe gelegen hat vermag ich nicht zu sagen.
Beim Landen in Toronto ist der Muskelkater natürlich immer noch allgegenwärtig, aber ich kann wieder halbwegs normal laufen.

Also ab in die Stadt zu dem Hostel, wo ich die letzten beiden Male schon untergekommen bin. Natürlich per Bahn und Bus, ich laufe heute nix mehr! Als ich davor stehe, muss ich feststellen: das Hostel gibt es nicht mehr – so ein Mist. Mein SmartPhone hat aber zum Glück die offline-Karte von Ontario drauf und damit finde ich ein anderes Hostel, nur 1,7km entfernt. Dort fahre ich – vermutlich halb schwarz – mit meinem ÖPNV Ticket noch hin.
Hier liege ich jetzt auf dem Bett und schreibe diese Zeilen – mal sehen, wie der Muskelkater morgen sein wird….

wenn einer eine Reise tut (Teil3)

vor dem Abflug habe ich schon gelesen, dass in Deutschland an einigen Flughäfen gestreikt werden sollte. Mein Zielflughafen Stuttgart war natürlich auch mit dabei. Alles klar – bei dem bisherigen Reiseverlauf würde mich das nicht weiter wundern.
Allerdings ist bei dem Zwischenstopp in Amsterdam keinerlei Information über einen Streik in Stuttgart bekannt. Aber in Berlin. Also werden alle Stuttgarter und Berliner nach Stuttgart eingecheckt. Und dann sitzen wir im Flugzeug. Und warten. Und warten. Und bekommen irgendwann die Info, dass es „technische Probleme“ mit einer der beiden Klimaanlagen gäbe und gleich Mechaniker kommen und sich das mal anschauen.
Später waren die Mechaniker weg – aber das Problem nicht. Somit wurde der Flieger gewechselt und mit zwei Stunden Verspätung los geflogen.
In Stuttgart war tatsächlich kein Streik aber die Berliner haben natürlich ihre Anschlussflüge verpasst. Eine Entschädigung gibt es bei Fluglinien allerdings erst ab 5h Verspätung.
Was ’ne Reise!

Canadian Music Week

am ersten Tag, Donnerstag, war alles hier noch ziemlich neu. Ich bin völlig ohne Planung zu den über 900 Künstlern in 60 Clubs hier in Toronto gegangen.
Bei der Ankunft habe ich erst mal ein „Gig Guide“ bekommen. Ah – endlich etwas Struktur für die nächsten Tage! Das ist nämlich ein Buch mit 120 Seiten, mit allen Künstlern, einer Musikbeschreibung mit wenigen Worten (z.B. Alt. Rock, Indie, Pop), deren Herkunft und allen Bühnen. Das kenne ich jetzt zwar noch nicht auswendig, weiß aber zumindest, was dort wo steht.

Für Freitag hatte ich dann einen groben Plan erstellt und so ziemlich alles erlebt.

  • Nachmittags beim „durch die Stadt schlendern“ in einem Bekleidungsgeschäft eine Band aus New York gesehen (als Einziger)
  • viele dieser typischen 40min Shows erlebt (es gibt hier einen überall gültigen und strengen „jede Band hat eine Stunde“-Plan, inkl. Auf- und Abbau)
  • eine kanadische Senkrechtstarter-Band gesehen, die selbst bei uns in Deutschland bekannt sein könnte: Dragonette
  • den Headliner dieses Festivals gesehen: Slash. Dabei habe ich mich gefragt, ob man eigentlich von einer Guns ’n Roses Cover-Band sprechen kann?! Sie haben mehr als die Hälfte ihres Konzertes mit bekannten GNR-Songs bestritten….
    (hier hat sich das VIP-Ticket bezahlt gemacht, denn eigentlich wäre diese Show ausverkauft gewesen)

Also gut, dann werde ich mal schauen, welche Überraschungen der Samstag alles bringt.

wenn einer ein Reise tut (Teil 2)

nachdem ich jetzt tatsächlich alles zusammen hatte, bin ich endlich am Flughafen in München angekommen und war bereit für den Abflug.
An diesen Check-In-Automaten hatte ich allerdings keinen Erfolg. Er meldete, ich sollte zum Schalter gehen. Am Schalter hatte ich auch keinen Erfolg, mein Name war dort nicht bekannt. Ich sollte an einen anderen Schalter gehen. An dieser dritten Eincheck-Möglichkeit wurde mir nun mitgeteilt, dass mein Name zwar im System steht, man mich aber nicht mitnehmen könne, weil der Flug angeblich nicht bezahlt sei. Dabei ist es der Dame am Schalter auch völlig egal, dass ich eine Buchungsbestätigung habe in der auch steht, dass ich ein elektronisches Lastschriftverfahren angegeben habe. Und ich bin mir recht sicher, dass das Geld auch von meinem Konto abgegangen ist. Beweise können ich das aber gerade nicht. Aber sie könne mir den selben Flug nochmal für 1430€ (statt der bereits bezahlten 510€) verkaufen. Morgen wäre günstiger, „nur“ ca. 960€.
Da ich gerade keine 1400€ irgendwo griffbereit rumliegen hatte, musste ich eben für den nächsten Tag umbuchen – und somit auch einen Urlaubstag in Toronto streichen.
Vom Flughafen bin ich dann zur Bank und habe mir nochmal den Kontoauszug vom 22.12.2011 ausdrucken lassen (inkl. dieser Buchung, aber für zusätzliche Gebühren). Und dann wieder zum Flughafen.
Dort waren an dem Schalter nun andere Personen. Denen war meine Geschichte allerdings ziemlich egal, sie haben mich einfach auf das rumstehende Telefon mit dem direkten Draht zur Hotline der Fluglinie verwiesen. Dort war das Problem auch sofort geklärt. Das Geld sei eingetroffen. Weiterhelfen konnte (oder wollte) man mir dort allerdings auch nicht. Ich könne ja versuchen, nach der Reise über ein Internet-Formular mein Geld wieder zurück zu bekommen.

Mein Fazit: Nie wieder KLM!
Wie kann ich einer Fluglinie mein Leben anvertrauen, wenn sie sogar mit so trivialen Sachen wie „Buchungen“ überfordert sind?!

wenn einer eine Reise tut….

das Flugticket war schon lange gekauft und ich habe auch eine Bestätigung erhalten, das Hostel ist gebucht, das VIP-Ticket für die „Canadian Music Week“ ist auch gekauft. Und ich habe eine super-günstige ICE-Zugkarte für 14,25€ für die Strecke Stuttgart-München bekommen. Also noch schnell alles packen und dann geht’s los.
Dummerweise habe ich dann, beim frühsommerlichen Rumliegen im „Englischen Garten“ festgestellt, dass mein Reisepass noch zuhause liegt. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Und das ist nun mal das einzige, das man nicht mit Geld kaufen kann.
Glücklicherweise hatte ich einen Puffertag eingebaut – an dem ich eigentlich ein bisschen durch München streifen wollte.
Dies musste jetzt ausfallen und ich bin per DeinBus.de (19€ und nur zehn Leute in einem großen und gemütlichen Reisebus) und der Mitfahrzentrale (15€ zu fünft in einem alten klapprigen Passat) am Montag Vormittag wieder nach Stuttgart und mittags dann gleich wieder zurück nach München gefahren. Mit Pass, ohne München anzuschauen, und mehr als das dreifache für den (dreifachen) Transfer ausgegeben.

Kopf hoch – es kann ja nur besser werden!

Kofferberg

wie kann eine Familie mit zwei kleinen Kindern nur so einen Kofferberg für eine Reise benötigen? Damit startet der Urlaub doch schon mit Stress.
Wobei der Kleine beim Besteigen dieses Berges vermutlich schon Spaß hatte.

Ich glaube, ich habe gar nicht so viele Sachen um so viele Koffer überhaupt voll zu bekommen….

Unterirdisches Einkaufszentrum

viele Hochhäuser hier in Toronto haben nicht nur Einkaufsmöglichkeiten auf der Straßen-Ebene. In die meisten kann man einfach so reingehen – egal, ob es auch ein Einkaufsladen ist oder z.B. eine Bank. In der Nähe des Eingangs ist dann meist eine Rolltreppe nach unten und dort sind diese Hochhäuser dann miteinander verbunden. Und es sind keine klammen und engen Gänge, sondern richtig breite, hell erleuchtete und natürlich auch geheizte Fußwege.

So kann man – grob geschätzt – auf einer Fläche von 1,5x2km trockenen und warmen Fußes in der ganzen Innenstadt unterirdisch shoppen. Oder, falls man sich dafür interessiert, auf diese Weise auch von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten kommen. Oder, wenn einen der Hunger plagt, einfach an einem der vielen „Food Courts“ einen Zwischenstopp einlegen.
Beeindruckend!

wieder Nebel

nachdem ich in der Dominikanischen Republik nicht gerade Glück mit hohen Aussichtspunkten hatte, scheint es mir hier in Toronto genauso zu gehen.
Solange das Wetter hier so trübe ist, werde ich nicht auf den Turm gehen.

Dann bleibt mir nur zu hoffen, dass es beim nächsten (?) Besuch besseres Wetter wird.