Archiv des Autors: X-tof

raus aus Berlin

es ist erstaunlich einfach, aus Berlin raus zu radeln. Von bisherigen Großstädten kannte ich bisher nur sehr schlechte Straßenverhältnisse und eine für Radfahrer oft umständliche Verkehrsführung. Hier geht es zwar auch nicht perfekt, aber ich komme erstaunlich fix voran. Auch wenn die (oft benutzungspflichtigen) Radwege ziemliche Hoppelpisten sind, die einen ziemlich durchschütteln. Und solche Vegetation mitten auf dem Weg kommt auch hier und da mal vor. Aber als Stuttgarter kenne ich sowas ja alles. Kleines pikantes Detail am Rande: genau gegenüber ist eine sehr große Polizei-Wache und eigentlich gehört ja zu den Aufgaben der Polizei, dass sie sich um die Beschaffenheit der Radwege zu sorgen hat (für Paragrafen-Reiter, das liest sich dann so: „die Polizei sind gehalten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Radverkehrsanlagen auf ihre Zweckmäßigkeit hin zu prüfen und den Zustand der Sonderwege zu überwachen“ in der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung VwV-StVO, Link).

Auf dem weiteren Weg sehe ich noch ein Schild mit DM-Preisen, im Jahr 2018! Dabei sieht das Schild gar nicht so alt aus.

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Berlin

in der Jugendherberge ist gestern noch Erwin in mein Zimmer dazu gekommen. Er ist aus Ulm und dort im Vorstand des ADFC; die Welt ist tatsächlich klein. Er steigt am nächsten Morgen jedoch wo anders in die Sternfahrt ein.
Ich fahre bei leichtem Regen noch bis Potsdam-Rehberg, nachdem ich an der Rezeption noch gefragt hatte, wo das überhaupt ist. Die haben die Frage jedoch falsch verstanden und wollten mir unbedingt mitteilen, wie ich dort hin radeln könnte. Allerdings wollte ich doch nur wissen, wo das ist, damit ich mir meinen eigenen Weg suchen kann.
Mit 50 anderen RadfahrerInnen stehe ich dann da und kurz drauf geht es auch schon los. Als ich dieses Bild mache ruft mir eine Polizistin, die uns absichert noch zu, dass das 55€ Strafe kostet, was ich jedoch mit einem Lächeln ignoriere und einfach weiter fahre.

Bei jeder Station werden es dann mehr und mehr Radler und der Regen hörte auch wieder auf; bei der Auffahrt auf die AVUS staut es sich dann. Wir sind einfach viel zu viele. Es braucht fast eine Stunde, bis ich es (aktuell ziemlich am Schluss) auch auf die Autobahn schaffe. Über uns kreist ein Helikopter.

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Frankfurt (O) – Wannsee

achja, genau mein Humor: so ein Kopfsteinpflaster verlegen (das liegt vielleicht auch schon seit dem Mittelalter dort) und sich dann über den Lärm aufregen.
Also einfach Tempo-30 anordnen und hoffen, dass es dann wenigstens etwas leiser wird.

Trotzdem ist es beschissen, auf solchem Kopfsteinpflaster zu fahren. Zumindest empfinde ich das so. Blöderweise hat jedes zweite Dorf hier im Osten noch Straßen mit solchem Belag (und manche dieser ach-so-tollen Radrouten ebenfalls).
Was hingegen viel besser ist: Tempo-30 anordnen, weil nach der Kurve ein Kindergarten/Schule kommt. Einfach so, jeden Werktag ist dort tagsüber Tempo-30. In Stuttgart traut sich das niemand. Dort haben sie lediglich mal Tempo-30 auf der Protz-Meile nach 22 Uhr angeordnet, damit die getunten Mist-Karren nicht so laut sind. Hilft nicht viel, weil die Fahrer trotzdem, wie so Hirnamputierte, jetzt eben bis knapp 40 beschleunigen oder halt vor den Blitzern wieder rechtzeitig aufhören.

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Cottbus – Frankfurt (O)

gestern Abend war ja noch etwas stressig. Ich bin aktuell noch gar nicht online hier in Deutschland/Europa. Mein bisheriger Anbieter braucht tatsächlich zwei Wochen, um meinen bestehenden Prepaid-Vertrag wieder zu aktivieren, der nebenbei vermutlich auch aktuell nicht mehr die beste Wahl ist. In der Jugendherberge stand allerdings ein Zettel, dass sie gerade nur eine „Rufbereitschaft“ hätten, und man sich eben bei einer Telefonnummer melden muss. Hm, Zwickmühle. Es ist schon nach sieben und die Rufbereitschaft endet um acht, dann ist die Jugendherberge zu. Also fahre ich auf die Schnelle noch mal zum Supermarkt in der Nähe und kaufe dort so eine Prepaid-Karte und frage, ob ich die dann gleich verwenden kann (was ich ja stark bezweifle). Ja klar, kein Problem, einlegen und los gehts.
Was sie aber vergessen haben: davor steht erst noch ein Post-Ident-Verfahren. Das könnte ich jetzt vermutlich tagelang über den Postweg probieren – oder sogar digital per App. Bisschen schlecht halt, wenn man nicht online ist – aber zum Glück bietet der Supermarkt auch noch ein halbwegs vernünftiges freies WLAN an. Dann probiere ich das doch mal, es ist inzwischen 19:35 und ich hoffe, dass das noch was wird. Um 19:50 ist das zähe Gespräch dann durch, in dem der Post-Ident-Mitarbeiter meinen Ausweis und mein Portrait fotografierte („halten sie den Ausweis anders, ne, nicht so, jetzt spiegelt es, näher dran, ich muss die Ecken sehen, jetzt ist es unscharf“, und dann das gleiche Theater nochmal für die Rückseite).
Ich eile zurück zur Jugendherberge, um dort nochmal anzurufen. Geht aber nicht, das Telefon reagiert noch nicht – zum Glück ist der Rufbereitschafter aber gerade zurück gekommen, um abzusperren und so komme ich dann doch noch zu meinem Bett für diese Nacht. Und irgendwann in dieser Nacht kam dann noch die eMail und SMS, dass ich jetzt auch tatsächlich online sei.

Da für heute eine nicht allzu lange Tour ansteht, besuche ich noch das Brandenburgische Landesmuseum.

Von dem Künstler habe ich noch nix gehört und ihn auch schon wieder vergessen. Auch haben mich die Kunstwerke eher nicht angesprochen.

Also aufs Rad und ab nach Frankfurt an der Oder. Ich denke mir, dass ich noch einen kleinen Umweg über Eisenhüttenstadt mache, warum auch nicht.
Irgendwo auf einem Radweg im Wald an einem Fluss treffe ich dann Timo aus Flensburg, meinen Zimmerkollegen aus Leipzig. Er sitzt auf einer Bank und telefoniert. Ich warte kurz, bis er fertig ist und dann fahren wir etwas gemeinsam weiter. Er will auch zur Sternfahrt, nimmt aber einen etwas direkteren Weg nach Berlin, also trennen sich unsere Wege kurz darauf auch wieder.

Sonst ist eher nichts passiert, zumindest habe ich außer diesem Haus kein einziges Bild mehr auf meinem Smartphone gefunden. Und das habe ich auch nur aufgenommen, weil es in die Kategorie „I can see faces“ gehört, wenn man einmal diese Dachgeschoss-Fenster als Augen, die Satelliten-Schüssel als Nase und das Fenster im Erdgeschoss als Mund identifiziert hat, kann man gar nicht mehr etwas anderes sehen.

Dresden – Cottbus

nagut, das war jetzt nicht unbedingt der direkte Weg, den ich heute genommen habe. Aber wenn Hoyerswerda schon mal ein bisschen in der Nähe liegt, dann mache ich den Umweg doch. Und dazu auch mal wieder ein Selfie!

In Dresden bin ich dann zufällig noch bei veloheld vorbei gekommen. Deren Räder fand ich bis vor Kurzem noch ziemlich schick, die neue Lackierung, die sie inzwischen haben, sagt mir aber nicht mehr so recht zu. A propos „zu“: offen hatten sie scheinbar auch nicht, oder man hätte klingeln müssen. Da ich dort aber sowieso nicht wirklich etwas wollte, außer vielleicht ein bisschen „schwätzen“, habe ich das sein lassen und bin einfach weiter gefahren..

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Leipzig – Dresden

in Leipzig schreit mir Sonntag Abend auf dem Weg ins Hostel noch jemand hinterher. Normalerweise ignoriere ich sowas immer, diesmal drehe ich mich um, schaue und fahre sogar zu ihm. Er meint, dass er mich kennt und so langsam dämmert es mir auch: ja, den Mensch habe ich schon mal gesehen, wir einigen uns auf Neuseeland, allerdings fällt uns beiden gerade nicht ein, wo wir uns getroffen haben.
Er ist im gleichen Hostel, wie ich und wir gehen gemeinsam dort hin. Dabei fällt ihm ein: Lake Hawea! Das stimmt (und ich finde gerade den Beitrag nicht, den ich dazu bestimmt mal geschrieben habe). Aber vielleicht taucht unsere Begegnung ja auf seiner Webseite irgendwann mal auf. ;~)

Das wars dann fürs erste Mal mit Leipzig, ich ziehe weiter nach Dresden. 120km auf der Bundesstraße, um dort dann im Deutschen Hygiene-Museum zu landen. Dass es überhaupt so ein Museum gibt, wusste ich nicht mal, geschweige denn, dass man dort ein Thermografie-Bild von sich machen lassen kann und es sich dann direkt per eMail schicken kann.

Sonst halt so Sachen, die man (leider) eher selten aus Ostdeutschland mitbekommt: „Weltoffenes Dresden: eine Stadt für Menschen und Ideen aus aller Welt!“

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Zeltlager – Leipzig

ich verabschiede mich vom Zeltlager und hinterlasse ihnen meine neuseeländische Isomatte. Das Zelten wird jetzt erstmal vorbei sein und ich kann die nicht mehr brauchen. Nach dem Regen in der Nacht ist es tagsüber wieder vernünftiges Wetter und ich fahre ein bisschen über die schwäbische Alb.

Am nächsten Morgen geht es dann nach Ulm an den Bahnhof. Ich schaue raus und wundere mich kurz über das Wetter. Wenn ich genauer darüber nachdenke, ist das ja aber das ganz normale Wetter in dieser Gegend; mit einer der Gründe für mich, von dort weg zu ziehen.
Auf diesem Radweg fahre ich sogar, weil der vernünftig angelegt ist und nur das Rauf- und Runterfahren auf der falschen Straßenseite nicht gut gelöst ist. Und solange keine Landwirte unterwegs sind und den Radweg in eine Schlammwüste verwandeln, ist er auch gut zu fahren.

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Ottobeuren – Zeltlager

am nächsten Morgen ist es wieder vernünftiges Wetter und ich fahre am lokalen, kirchlichen Protzbau vorbei.

Natürlich passe ich mich den lokalen Gepflogenheiten an und stelle eine Bierflasche in den zweiten Getränke-Halter, Ich bin ja schließlich im Bier-Bayern.

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Garmisch-Partenkirchen – Ottobeuren

die großen Berge, die Alpen, sind jetzt vorbei – hoffe ich mal. Jetzt kommen wohl nur noch ein paar Hügelchen. Der Brocken da vor mir muss aber auch noch bezwungen werden.

Die Wettervorhersage ist mal wieder nicht berauschend, aber noch halbwegs in Ordnung, als ich losfahre. Es wird irgendwie immer wolkiger und ich befürchte schon jederzeit Regenschauer.

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nach Deutschland

jeden Morgen das selbe: das Wetter sieht nicht so schlecht aus.

Franz, den ich gestern getroffen habe, radelt von Rom aus nach Hause. Er hat eine etwas andere Herangehensweise an das Übernachtungs-Thema: er fragte in Sterzing ein bisschen rum und hat für 80€ ein Doppelzimmer ergattern können. Da ich mal wieder nicht weiß, wo ich hin soll, entschließe ich mich einfach, sein Angebot, dieses Zimmer zu teilen, anzunehmen.
Das Hotel ist etwas gehobener, was mich sofort beeindruckt, ist diese Bienenwabe, anstatt einzeln eingepackter Honigportionen beim Frühstück.

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in den Alpen bis Sterzing

allzu einladend ist der Blick aus dem Hotelfenster nicht gerade. Aber draußen ist es wenigstens trocken. Das kann ich von meinen Radklamotten nicht behaupten, in dem nicht allzu warmen Zimmer sind die Sachen kaum getrocknet. Ich habe jedoch keine große Lust, lange in den Taschen zu wühlen, um etwas anderes zu finden (Radtaschen sind so in etwa die unpraktischsten Taschen, die es gibt) und hoffe einfach darauf, dass es bald etwas wärmer wird und ich dann vom Fahrtwind trockne.

Es geht heute morgen leider nicht mehr bergab, das Pulver habe ich gestern schon verschossen. Heute steht wieder ein Pass auf dem Programm und es geht eigentlich gleich damit los.

Bei der Aussicht frage ich mich, wie das wohl bei gutem Wetter aussehen würde. So schleppe ich meine – wenn auch angebrochene – Sonnencreme einfach nutzlos mit mir rum.

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in die Alpen

dieses Spielchen kenne ich ja schon. Schickes Wetterchen am Morgen, das aber vermutlich nicht halten wird.
Ich muss heute noch ein paar Kilometer fahren, um an meinen Endpunkt von gestern zu kommen. Im Radladen, in dem ich nach einem Hostel fragte, stellte man fest, dass alle Übernachtungsmöglichkeiten im Ort ausgebucht sind. Das liegt wohl am Giro, der genau dieses Wochenende hier in der Gegend ist. Sie finden allerdings noch ein recht günstiges Hotel 12km in die falsche Richtung, d.h. dort wo ich hergekommen bin. Ich denke mir, dass ich selbst wohl nichts besseres finden werde und draußen fing es sowieso schon wieder zum Regnen an. Sie fuhren mich dann sogar mit einem (Hybrid-) Auto zu diesem Hotel, welch Luxus.
Heute früh habe ich halt das Problem, dass ich diese 12km erstmal nochmal abstrampeln muss, bevor ich überhaupt weiter komme.

Dieser türkisfarbene Fluss erinnerte mich doch sehr an Neuseeland, auch mit den Bergen im Hintergrund. Jetzt weiß ich also, dass ich die Landschaft vom anderen Ende der Welt quasi auch „vor der Haustüre“ hätte haben können.

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Triest – Buja

trotz dieser recht großen Stadt komme ich ganz gut voran und dort raus, hier und da zwar mal eine Ampel und das ein oder andere Schlagloch – aber nichts, was mich besonders aufhält.
Dann geht es endlich mal schön flach weiter in Richtung Alpen. Bisher weiß ich immer noch gar nicht so recht, wie ich da durch (besser „drüber“) fahren soll.
Das Wetter ist, wie eigentlich jeden Morgen, ganz passabel.

Es gibt jede Menge kleinere und größere Flüsse, über die ich hier fahre, so ein Brücken-Kunstwerk habe ich allerdings heute nur dies eine Mal gesehen.

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