Archiv des Autors: X-tof

Byron Bay – Murwillumbah

ich genieße hier in Byron Bay also noch ein bisschen das Wetter und den Strand.

Den „berühmten Leuchtturm“, der östlichste auf dem Australischen Festland, schaue ich mir auch noch kurz an. Hier kommt wieder ein Fahrrad-Bonus ins Spiel. Autofahrer müssen 8$ pro Stunde Parkgebühren zahlen, Motorradfahrer 4$; von Radfahrern steht hier nix und keiner der Parkwächter macht irgendwelche Anstalten, mich abzukassieren.

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Casino – Byron Bay

heute gibt es mal gar nicht allzu viel zu berichten (ehrlich gesagt, die ganze Zeit ja schon nicht, aber da drücken wir mal ein Auge zu).
Es war eine recht hügelige Strecke und immer, wenn ich einen dieser Mobilfunkmasten gesehen habe, konnte ich mich kurz freuen, denn das bedeutet ja auch, dass ich „oben“ war, zumindest auf diesem Hügel.

Die Strecke war nicht besonders lang, gerade mal 85km, aber das Wetter war nicht so super. Es hat zwischendurch sogar mal kurz genieselt; ich bin aber dennoch ohne Regenklamotten angekommen.
Ich wollte dann mal wieder Wäsche waschen, aber im Hostel gibt es nur Trockner, sie haben nicht mal irgendwo Wäscheleinen. Also lasse ich das sein, bei knapp 30°C und durchgängigem Sonnenschein sehe ich es nicht ein, einen Trockner zu benutzen.

Und so ein „Verschwörungs-Fanatiker“ hat mich auch wieder erwischt. Er hatte mit jemand anderem über Weltpolitik und Trump gesprochen, so dass ich mich aktiv nicht an diesem Gespräch beteiligt habe. Als er damit fertig war, kam er zu mir und wollte weiter machen. „Trump, so schlau er auch sei, und Merkel wären ja nur Marionetten“ – spätestens jetzt habe ich ihm überdeutlich gesagt, dass ich an so einem Bullshit absolut kein Interesse habe (ich weiß ja schließlich schon, wie der Mist weitergeht), trotzdem hat er weitergemacht und u.a. Merkel als „Linke“ bezeichnet. Da er seine gequirlte Scheiße wohl unbedingt an jemanden anbringen wollte, ich es aber definitiv nicht sein wollte, bin ich einfach gegangen – anders ging es ja nicht, mit Worten konnte ich ihn scheinbar nicht bremsen….
Wieso immer ich?

Coffs Harbour – Casino

ich bin schon um halb neun fertig, aber im Hostel kann man erst um neun Uhr auschecken. Also browse ich noch die halbe Stunde weg und dann geht es auf die Straße. Die ersten 80km auf der Autobahn, schön mit Rückenwind und nicht allzu hügelig.
Auf warmshowers (dem Couchsurfing für Radfahrer) habe ich bei einem Host gelesen, dass die nächsten 100km von Grafton nach Casino überwiegend flach sein sollen.
Als ich dann da bin ist die Überraschung groß. Flach ist da gar nix und soweit weg von der Küste ist der Rückenwind auch nicht mehr so toll.
Ich habe noch viereinhalb Stunden bis es dunkel wird und auf dem Weg ist nix mehr. Zwei Bananen, zwei komische Brötchen mit Datteln, zwei Liter O-Saft-Schorle und 0.7l Wasser müssen mich da jetzt durch bringen.
Es bleibt mir nicht viel anderes übrig, als „Kilometer zu zählen“. Alle 5km ist ein Schild am Straßenrand mit dem Anfangsbuchstaben der nächsten Stadt. C95, C90, C85….
Mit einer Geschwindigkeit von 20km/h sind die Schilder 15min entfernt. Ich schaue bei jedem Schild auf die Uhr, mal sind es 12min, mal 14, mal 11.
Auch hier wieder fällt mir viel zu spät ein, dass ich das ja mal fotografieren könnte. Und dann habe ich keine mehr in meine Richtung gesehen, also kurz vor Schluss eben noch eines in die andere Richtung fotografiert.

Am Zeltplatz gibt es nach 192km keine Küche, also gibt es nur Zeug, was man nicht kochen muss. Und mein erstes Radler hier in Australien, das ich – mangels Alternativen – eben in der nun leeren 2l Saftflasche zusammen mixen muss.

Relive ‚Coffs Harbour – Casino‘

Port Macquarie – Nambucca Heads

irgendwie scheine ich einen leicht geschwollenen Hals zu haben. Ich denke, dass das von einer Klimaanlage kommt. Auf jeden Fall will ich so nicht unbedingt mehrere Stunden auf dem schweren Tourenrad sitzen, erst recht nicht bei den Hügeln, die hier ständig im Weg sind, der Hitze und dem ständigen Gegenwind. Also mache ich ein bisschen Pause hier in Port Macquarie, mache mir ein paar Gedanken über digitalen Datenschutz und schaue einem Auto beim Ausbrennen zu.


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ein paar Gedanken zum digitalen Datenschutz

in den letzten Tagen war ja offenbar mal wieder kurz das Thema „Datenschutz“ in den Medien; vor allem im Zusammenhang mit facebook. Es soll dort einen Datenklau der Firma Cambridge Analytics gegeben haben. Mal ganz abgesehen vom komplett falschen Begriff hat es überhaupt keinen Diebstahl gegeben. Soweit das bisher bekannt ist, wurden alle Daten im Sinne der facebook-AGBs verwendet. Ein interessantes Interview dazu kann man hier lesen.
Im Kinofilm-Kontext spricht man hierbei von Piraterie, auch wenn für Piraterie der Begriff Diebstahl (oder besser Raub) auch ganz gut passt. Für solche recht neuen Vorfälle im Digitalen haben wir in unserer Sprache einfach noch keine perfekten Beschreibungen, wobei „Missbrauch“ wohl schon in die richtige Richtung geht.
Und wenn man sich nun im Internet so ein bisschen umschaut, sieht man überwiegend Kommentare in der Art „selber schuld, man muss sich bei facebook ja nicht anmelden!“. Das ist leider grottenfalsch! Es stimmt zwar, dass man sich bei facebook (oder jedem anderen Dienst) nicht anmelden muss, aber zu glauben, dass dadurch keine Daten über die eigene Person gesammelt werden, ist nicht nur äußerst naiv sondern eben auch falsch. Das liegt vermutlich einfach an der ziemlich schlechten (Aus-) Bildung der „normalen Bevölkerung“, was Internet- und Computer-Themen angeht oder einer Wunschvorstellung.
Zum aktuellen Stand sammelt so quasi jede Internet-Seite jede Menge Informationen über die Besucher. Ich habe darüber schon mal kurz letztes Jahr geschrieben, als (mir) bekannt wurde, dass selbst auf so einer angeblich „seriösen Seite“ wie der der Süddeutschen Zeitung mehr als 40 der sogenannten „Tracker“ aufgerufen werden. Jeder einzelne dieser Aufrufe ist dazu da, Daten zu sammeln. Es gibt verschiedene Seiten im Internet, die zeigen, welche Infos so alle selbst ohne irgendwelche IT-Tricks (oder gar Programmierungen) gesammelt werden können (z.B. dieser „Browser Mirror„). Neben der IP (mit der man übrigens schon ziemlich genau den Standort bestimmen kann, auch ganz ohne GPS-Ortung!) noch so andere Infos wie den verwendeten Browser, dessen Version, das Betriebssystem, dessen Version, wie groß der Bildschirm ist (zumindest die aktuelle Auflösung), die Größe des Browser-Fensters, die aktuelle Zeitzone und „woher“ ich gerade gebrowsed bin. All diese Infos sind frei verfügbar und wenn diese nun auf allen (oder zumindest vielen) Seiten gesammelt werden, die ich so besuche, werde ich auf einmal ganz schön gläsern.
Wenn jetzt nun noch diese „Social Media Like Buttons“ (oder Share/Teilen-Knöpfe) dazu kommen, gehen diese Daten auch noch an diese Social Media Firmen.
Dann gibt es noch jede Menge andere Dienste, die „frei“ im Internet zur Verfügung gestellt werden, ein Beispiel davon sind diese google-Schriftarten. Feiner Zug von google, einfach ein paar tolle Schriftarten „kostenlos“ zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug wissen sie aber natürlich auch, wo und wie diese verwendet werden. Zusätzlich bieten sie noch tolle Statistik-Tools an, die für manche Webseiten-Betreiber interessant sind, aber an google natürlich noch sehr viel mehr wertvolle Daten liefern.
Und mit all diesen Methoden (dabei sind das nur die offensichtlichen) werden Daten über jede/n einzelne/n Internet-NutzerIn gesammelt, noch bevor man sich einmal irgendwo eingeloggt hat oder etwas in eine Suchmaschine getippt hat. Mit den Nutzen des Internets geht es dann weiter. Ihr kennt bestimmt diese Captchas, diese Bilderrätsel im Stile von „Auf welchen Kacheln sind Verkehrsschilder zu sehen?“. Das ist – vermutlich – auch ein google-Dienst und wie jeder Umsonst-Dienst, oder besser gesagt: Kosten-freie Dienst, muss das natürlich anders bezahlt werden: mit unseren Daten. Neben den üblichen Daten, die dabei gesammelt werden, trainieren wir damit ganz nebenbei auch die Maschinen/Algorithmen von google beim Thema Bilderkennung.

Falls ich jetzt nur einen einzigen Browser nutze, können z.B. die angesprochenen Social Media-Elemente auf jeglicher Webseite sehr genau mit meinem zugehörigen Social Media Profil in Zusammenhang gebracht werden.
Ich probiere aus, diverse Browser für diverse Zwecke zu nutzen. Dadurch sind die grundlegenden Daten wie Betriebssystem oder Bildschirm immer noch gleich, aber es kommt zumindest eine gewisse Unschärfe dazu und die Wahrscheinlichkeit ist eben keine 100% mehr, sondern deutlich geringer.
Sobald ich wieder aus dem Urlaub zurück bin, werde ich jedoch mit entsprechenden Plugins solche Tracker noch rigoroser blocken lassen, als ich es jetzt schon mache (z.B. durch Adblocker).
Außerdem leere ich regelmäßig meine Cookies und den Browser-Verlauf. Dadurch geht zwar etwas Komfort verloren, aber ich finde, für etwas mehr Datenschutz, bzw. niedrigere Wahrscheinlichkeitswerte für die Berechnungen von google, facebook, twitter, etc. ist es mir das wert.

Dazu kommen noch alle weiteren Daten, die ich irgendwann mal preisgebe, z.B. dadurch, dass ich mich irgendwo angemeldet habe, bei einem Gewinnspiel mitgemacht habe, mal eine Internet-Suche durchgeführt habe, etc. Alleine google weiß anhand der eingegebenen Daten ziemlich genau, wo eine Grippewelle anrollt (Beispiel) und einiges mehr. Wer jetzt sagt: „Na und – mir doch egal!“ den will ich sehen, wenn die Apotheken anhand solcher gekauften Informationen passend die Preise von Grippemitteln „anpassen“ (i.e. drastisch erhöhen). Dass diverse Internet-Händler verschiedene Preise für das gleiche Produkt anbieten, je nachdem mit welchem Gerät man die Seite aufruft (kleine Daumenregel: bei Apple wirds teurer, weil die Leute Geld haben) ist ja schon länger bekannt.
Und dieses „Feature“ bei google hat mich letztens auch etwas überrascht: google weiß ziemlich genau, wie viele Leute an welchen Tagen zu welchen Zeiten in Geschäften sind.

Es ist natürlich technisch eine Kleinigkeit, denn das eigene Smartphone weiß immer, wo es sich gerade befindet (ich wiederhole mich: auch ohne aktiviertem GPS!) und mit android als quasi-Standard bei Smartphone-Betriebssystemen können sie recht gut solche Voraussagen treffen. Wenn ich einen google-Account habe und mich damit auf meinem Smartphone angemeldet habe, sind diese Daten auch nicht mehr anonym, sondern es gibt eine fast 100% Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um „mich“ handelt.

Dabei sind die schlauen Leute bei den IT-Firmen natürlich immer einen Schritt voraus. Sie denken sich jede Menge Sachen aus, wie man die Benutzer durchleuchten kann und die somit gewonnenen Daten mit möglichst viel Gewinn verwerten kann. Ein Beispiel davon waren z.B. mal diese Flash-Cookies, die doch recht lange unbemerkt Daten sammeln konnten, bis es Gegenmittel dagegen gab (die jetzt vermutlich immer noch von den allermeisten Menschen nicht eingesetzt werden).

Und diese kurze Abhandlung an der Oberfläche behandelte jetzt hauptsächlich die Desktop-Welt. Und mir ist bewusst, dass ich damit bestimmt einige Leser abgehängt habe.
Im mobilen Bereich sieht das nochmal anders aus. So ein Smartphone ist nichts anderes als eine große Wanze, die ich freiwillig mit mir trage. Über 80% davon haben ein android-Betriebssystem, das auch wieder von google bereit gestellt wird. Was darin genau passiert, weiß vermutlich niemand so genau. Letztendlich sind es ca. 1,5 Milliarden (!) Geräte mit diversen Sensoren, Kameras und Mikrofonen (wer weiß schon, wann die etwas aufnehmen). Durch die aufgespielten Programme (Apps) kann vermutlich niemand mehr gewährleisten, was da wirklich passiert. Wem ist es nicht schon mal passiert, dass er/sie über ein Thema gesprochen hat und dann „zufällig“ eine Werbung zu just diesem Thema irgendwo aufgetaucht ist? Ja, das geht jetzt in Richtung Spekulation und könnte tatsächlich wirklich Zufall sein; wenn ich über ein Thema spreche, habe ich ja vermutlich schon ein gewisses Interesse daran und schon mal Daten in eine Suchmaschine dazu eingegeben.

Beim Thema „mobil“ wird es noch viel komplizierter. Mein Ansatz dabei ist: ein google-freies Betriebssystem nutzen (Alternative: ohne Apple/Microsoft/etc. falls es das gibt) und soweit wie möglich auf Open Source Apps setzen, dazu gibt es einen eigenen App-Store. Diese könnten von „mir“ überprüft werden, was sie tun (wenn ich es verstände und die Zeit dazu hätte) oder ich vertraue einfach darauf, dass „die Internet-Community“ hier als Korrektiv agiert. Dass (große) Firmen mit ihren geschlossenen, proprietären Produkten etwas gutes für mich wollen, ist nach all den bisherigen Erfahrungen doch ziemlich ausgeschlossen.

P.S. ja, das hat alles ziemlich wenig mit meinem aktuellen Urlaub zu tun, aber ich dachte mir, dass ich mich dazu einfach mal äußern muss. Mein Plan ist es auch, einen kleinen Workshop über das Thema „Internet-Sicherheit und Datenschutz“ in Stuttgart anzubieten, wenn ich wieder zuhause bin; ein großes Thema dabei werden auch „Passwörter“ sein.

P.P.S. wer noch tiefer in diese Materie einsteigen will und auch ein paar Links haben will, die zeigen, welche Daten facebook, Windows, google, etc über „mich“ gespeichert hat (inkl. der Unterfirmen, wie z.B. youtube), der sollte sich mal diesen Twitter-Thread anschauen.

Forster – Port Macquarie

am Morgen gehe ich ins Büro des Campingplatzes, wie gestern am Telefon ausgemacht. Sie entschuldigen sich nochmal für den Stromausfall und überlegen, mir die Nacht zu schenken oder ob sie irgendwie eine Möglichkeit finden, dass ich doch mit Kreditkarte zahlen kann. Dabei habe ich davon noch gar nichts gesagt und ich erwähne auch nicht, dass ich noch 20$ Bargeld habe. Sie kommen zu dem Schluss, dass sie keine Möglichkeit finden und ich eben ohne zu bezahlen weiter reisen kann.

Nach meiner Karte ist es bis zum nächsten Hostel 90km Luftlinie (oder, wie der Engländer sagt: „wie die Krähe fliegt“). Am Ende werden es dann aber doch fast 130km sein und ich musste feststellen, dass eine 0,7l Wasserflasche selbst bei dem herbstlichen Wetter hier nicht genug ist, auch wenn man sie bei den meisten möglichen Gelegenheiten auffüllt.
Ich treffe nochmal kurz Reilly, allerdings verliere ich ihn im hügeligen Gelände wieder. Und da ich eine etwas längere Strecke vor mir habe (und es um halbsechs schon dunkel wird!), entscheide ich mich einfach dazu, weiterzufahren und nicht auf ihn zu warten.

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Anna Bay – Forster

ich könnte zur Autobahn fahren, oder zur Fähre und von dort dann einen vermutlich schickereren Weg nehmen. Die Fähre fährt um 11 Uhr, jetzt ist bereits 10:30, aber ich bin zum Glück schon bereit für die 8km bis Nelson Bay. Auf dem Weg hängen solche Schildchen rum.

Trotz eines kleinen Berges schaffe ich es rechtzeitig bis zur Fähre, auch wenn ich jetzt völlig ohne Bananen oder sonstige Verpflegung da stehe. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite noch eine Supermarkt, das sind nur etwa 5km Umweg, die ich aber dringend machen muss. Auf der Fähre waren noch zwei andere Radfahrer, einer aus Hongkong, der ein recht seltsames Setup hatte und von Sydney bis Brisbane will (aber das auch schon alles war, was er an englisch sprechen konnte), und dann noch ein junger Australier, der von Sydney nach Hause, nach Byron Bay fahren will. Da ich erstmal in die andere Richtung fahre, sind die beiden natürlich weg.
Ich halte noch an der Touristen-Information an, da mir der Weg in meinen Karten etwas sonderbar vorkommt. Dort wird mir gesagt, dass meine ausgesuchte Straße tatsächlich gesperrt sei und man da nicht fahren könne. Allerdings hat die Dame nach meinem Bauchgefühl keine Ahnung gehabt. Alle Punkte, die sie mir auf der Karte zeigen wollte, hat sie nicht gefunden und musste sie von mir zeigen lassen, obwohl ich die Karte nur kopfüber gesehen habe und es wahrlich nicht meine Heimatregion ist. Hm, was jetzt? Zwei digitale Karten, die den Weg zeigten, eine lokale Meinung, die sagte, dass es nicht geht? Ich fahre los – bis zu dieser Entscheidung sind es noch einige Kilometer.

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Morriset – Newcastle

laut meinen Strava-Aufzeichnungen war das gestern doch tatsächlich die 1000. Radfahrt, die ich seit 2011 aufgezeichnet habe. Die erste war die Schwarzwald-Überquerung mit dem bei eBay erstanden Rennrad irgendwo auf dem Weg nach Freiburg. Alles davor hatte ich aufgrund fehlender Technik nicht aufgezeichnet.
1000 Fahrten, dabei zeichne ich alles auf, was vermutlich länger als 10km wird und jede Pendelstrecke, auch wenn das auf dem kürzesten Weg nur ca. 6.5km sind; abends wird daraus aber öfters eine längere Runde. In Summe knapp 45.000km, fast 2200h (das ist etwa ein Jahr Arbeitszeit bei 40h/Woche), fast 450.000 Höhenmeter (das ist ca 50x von NN bis zum Gipfel des Mount Everest).

Aber gut, das sind alles nur Zahlen und jede/r der/die Radfahren ernsthaft betreibt, macht sowas vermutlich innerhalb einer oder vielleicht zwei Saisons. Ich mache mich aber auf, um diese Zahlen weiter zu vergrößern. Bevor ich losfahre, stelle ich mein Rad noch kurz hier ab und beim Zurückkommen frage ich mich, ob die Delle im Stahlträger wirklich von meinem Rad ist. Es fühlt sich zwar immer sehr schwer an, vor allem, wenn es bergauf geht, aber so schwer sollte es dann doch nicht sein.

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Putty Beach – Morriset Showground

ich stehe tatsächlich schon um sieben Uhr auf, mein Zelt steht allerdings im Schatten und ist sowohl von außen als auch von innen ziemlich nass. Von außen kann ich, so direkt am Wasser, ja noch verstehen. Aber wo die ganze Feuchtigkeit auf der Innenseite immer herkommt, wundert mich schon etwas. Um mich herum lauter Kinder, die natürlich schon länger wach sind. Kurz habe ich den Hit „Kinder an die Macht“ im Ohr: Gebt den Kindern das Kommando!
Ich denke mir nur, dass wir das gerne machen können, aber vielleicht solange warten sollten, bis sie das Konzept „Ausschlafen“ verinnerlicht haben. Ich packe mein Zelt so nass ein und will mich dann aus dem Staub machen. An den Grills ist jedoch eine Parkmitarbeiterin, die nach dem Putzen die Gebühr von mir verlangen will. Offenbar hat das Putzen sie doch umgestimmt und sie meinte nur, dass sie heute nix verlangt, aber ich in Zukunft bei Nationalparks immer vorbuchen müsste. Ich bedanke mich dafür und sichere ihr zu, dass ich das jetzt bestimmt immer machen werde – denke mir aber: wie soll denn das gehen? Ich kenne mich weder mit Nationalparks aus, noch weiß ich, wo ich mich da melden soll, etc.

Dann geht’s wieder auf die Straße.

Welch Wunder, natürlich wieder mit Bergen.

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Sydney – Putty Beach

heute verlasse ich Sydney zum allerletzten Mal. Da es in Richtung Norden geht, natürlich über die Harbour Bridge. Eine Seite der Brücke ist für Fußgänger, die andere für Radfahrer. So schön, wie es hier am Anfang der Brücke geregelt ist, ist es am Ende aber nicht. Dort sind Stufen! Zwar mit einer Rampe in der Mitte, aber dennoch ist das keine allzu gute Rad-Infrastruktur. Hätte ich das gewusst, als ich vor zwei Wochen schon mal hier war, wäre ich wohl drüber gefahren. Allerdings hatte ich mit Stufen überhaupt nicht gerechnet und vermutet, dass die Auffahrt auf die Brücke ganz wo anders ist und habe mich daher für die Bahn entschieden.

Von oben sieht das dann in etwa so aus:

Und das ist der Blick in Richtung Nord-Sydney.

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in Sydney, schon wieder

dafür, dass ich am Anfang meiner Reise überhaupt gar nicht an Sydney gedacht habe, bin ich ganz schön oft und lange hier. Jetzt schon wieder.
Zuerst schaue ich mal bei einem Radladen hier vorbei. Dummerweise macht der heute erst um 12:00 auf, den Rest der Woche bereits um Neue. Also erledige ich noch ein paar andere Dinge und fahre dann da hin. Einen Service kann ich frühestens in einer Woche kriegen und das Hinterrad kann er, selbst als Specialized-Händler, natürlich auch nicht einfach so austauschen. Daher macht er Bilder vom Hinterrad (und von den Bremsen, die er noch nie gesehen hat) und will sich darum kümmern. Das kommt mir alles etwas komisch vor, ich fahre per Zug nach Sydney rein und fahre zu einem anderen Specialized Geschäft. Dort treffe ich auf Geoff, der mir beim letzten Australien-Urlaub im Giant-Laden mein damaliges Rad verkauft hat. Er kann sich aber nicht mehr an mich erinnern. ;~)
Hier habe ich eher das Gefühl, dass sie sich um das kaputte Hinterrad kümmern wollen. Er ruft direkt bei Specialized in Melbourne an und klärt ab, dass ich ein neues Hinterrad geschickt bekomme. Allerdings nicht hierher, sondern nach Newcastle, was auf meiner Strecke liegt. Ich will ja nicht noch länger in Sydney warten. Dann mache ich noch einen Termin für einen Service am nächsten Tag aus und gehe in ein Hostel. Von dort melde ich mich kurz vor Feierabend beim ersten Radladen und als er sich entschuldigt, dass er noch überhaupt nicht dazu gekommen ist, sich um mein Hinterrad zu kümmern (dachte ich mir doch!), sage ich ihm, dass er das jetzt auch sein lassen kann.

Am nächsten Tag habe ich also Zeit und schaue mir mal die Art Gallery of NSW an. Dort thront z.B. eine Edelstahl-Figur von Cook, die nachdenklich den Blick aus dem Fenster (und über die Kriegsschiffe im Militärhafen) schweifen lässt. Die beiden im Schatten des Baumes machten wohl gerade irgend eine private Fitness-Stunde, das sah auch lustig aus.

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