Archiv der Kategorie: Imagine!

Fahrrad-Band

beim Konzert ist mir nur der Schlagzeuger mit seinem „Fahrrad-T-Shirt“ aufgefallen. Darauf war zu lesen: „Es gibt kein Problem, welches ich nicht lösen kann“, mit einem großen abgebildeten Fahrrad zwischen den Zeilen. Erst weit danach, als ich zuhause die Bilder bearbeitet habe, ist mir aufgefallen, dass die Sängerin auch noch einen Fahrrad-Mantel als Gürtel angezogen hat.
Top! Super-Band!
Muss ich mal weiter beobachten, ob das nur ein Zufall war, oder ob da tatsächlich eine Ideologie dahinter steht. Mehr zum Konzert und auch Bilder vom Fahrrad-Mantel beim gig-blog.
Cäthe im clubCANN, Stuttgart

There’s no problem …. that I can’t fix!

Wem gehört die Stadt?

diese Veranstaltungsreihe ist ziemlich interessant, sie nennt sich: „Wem gehört die Stadt?“ und hierbei wird verschiedene Initiativen und Gruppen ein Raum gegeben, sich vorzustellen und untereinander zu vernetzen. Sie findet in der ziemlich kleinen Bar des Theater Rampe statt, genannt Rakete. Mit dabei ist z.B. die Critical Mass, die Erbauer des ersten Stuttgarter Parklets oder das „Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“ der Uni Stuttgart.
Ich komme recht pünktlich zu Veranstaltungsbeginn dort an und es ist schon nicht mehr daran zu denken, in diese Bar rein zu kommen. Irgendwann quetsche ich mich doch mal einen Meter dort rein und kriege eigentlich nichts mit. Den Vortragenden wurde kein Mikro zur Verfügung gestellt und die Präsentation ihrer Folien findet auf einem kleinen Fernseher statt, den man auch nur aus der ersten Reihe richtig sehen kann. Dort sind vielleicht 40-50 stehende Menschen drin, die zwar meist versuchen, leise zu sein, aber das funktioniert halt nie so richtig. Zusätzlich dazu interessiert sich das Bar-Personal offensichtlich überhaupt nicht für die Veranstaltung und füllt (vielleicht aus Langeweile) die, noch dreiviertel volle, Kühltheke auf. Die Rücksichtnahme dabei auf die Vortragenden und Zuhörer kann man höchstens mit „kaum bemüht“ beschreiben. Irgendwann im weiteren Verlauf tönt von draußen der Soundcheck einer folgenden Veranstaltung rein, bedienbare Türen gibt’s in der Bar keine.
Wäre ich Verschwörungstheoretiker, wäre die Sache klar: Irgendwer hat das alles so gesteuert, dass diese Veranstaltung kein Erfolg wird. Als Realist sieht die Sache etwas anders aus: da sind die Macher einfach vom Erfolg überrollt worden und waren (unverständlicherweise?) nicht in der Lage, auf diesen Ansturm zu reagieren, schließlich ist in diesem Theater noch ein weiterer Raum, in den alle diese Leute problemlos reingepasst hätten….
Achja, so überraschend war das alles nicht mal. Auf die Facebook-Veranstaltung gab es über 70 (feste) Zusagen und weitere fast 200 Interessierte.Wem gehört die Stadt?

Danach ging es noch ins Cafe Weiss. Da war es zwar auch ziemlich voll und eng, aber trotzdem war genug Platz, um noch eine Polonaise zur Musik von Hawelka zu „tanzen“.

Sightseeing-Pendeln

so langsam kann man wieder ein bisschen Radfahren. Also bin ich heute früh ins Büro und habe dabei fast den Fernsehturm sehen können. Mit einer vernünftigen Kamera hätte man von diesem, im Nebel verschwindenden, Turm bestimmt ein interessantes Bild schießen können. Aber ich hatte halt nur das Smartphone dabei. Dies reagierte seit der letzten Nacht allerdings nicht mehr auf den Touch-Screen, zeigte nix mehr an und war somit ziemlich unbedienbar. Ich wollte warten, bis der Akku leer ist und es von alleine neu startet. In dem Moment ich habe einfach mal probiert, ob der Foto-Auslöser dennoch Bilder machte. Hat er, gemerkt habe ich davon allerdings nix. Der Fernsehturm ist auf dem Bild ziemlich weit rechts, der Frauenkopf etwas links von der MItte (klar, oder?):
Touri-Pendeln: Fernsehturm
Und auf dem Rückweg habe ich dann einen kleineren Umweg gemacht und bin über das Schloss Solitude gefahren. Die Strecke war gesperrt, weil der Belag neu gemacht wird. Mit dem Rad konnte ich aber den Wanderweg rechts davon befahren. Wie es gewesen wäre, wenn ich im Feierabend-Verkehr diese recht schmale (und später steile) Bergheimer Steige gefahren wäre? Keine Ahnung, sicherlich nicht so entspannt – das werde ich aber mal probieren, wenn diese Straße wieder eröffnet.
Auch hier gilt: Immer noch keine vernünftige Kamera dabei und selbst mit wieder korrekt funktionierendem Smartphone kriegt man kein gescheites Bild.
Touri-Pendeln: Schloss Solitude

noiserv Konzert

ziemlich unmotiviert, aber der Vollständigkeit halber, habe ich das noiserv Konzert in unseren gig-blog-Kalender eingetragen. Die Band sagt mir nix (so wenig, dass ich nicht mal weiß, dass es ein solo-Künstler ist) und das 1210 zählt auch nicht zu meinen Lieblings-Orten (vor allem nicht, wenn ich dort fotografieren soll). Verwundert sehe ich, dass nur kurz drauf sich schon ein Autor in die Liste eingetragen hat und kein Fotograf, also gehe ich halt mal hin. Kurz vorher stelle ich noch fest, dass noiserv auf facebook über 55.000 „Fans“ hat. Das sagt zwar nicht besonders viel aus, gibt aber eine grobe Idee. Als Relation kann man z.B. Turbostaat nennen, die mit 29.000 Fans etwa halb so viele haben, Katrin Bauerfeind – die recht fernseh-erfolgreich ist – hat 70.000. Der Künstler mit den meisten „Likes“, den ich bisher persönlich getroffen habe und z.B. das Merlin komplett ausverkauft, ist Enno Bunger und hat ca. 25.000 Fans; vermutlich hauptsächlich Fans, die in Deutschland leben, wo er auch aktiv ist. Bei noiserv sind das hingegen überwiegend Fans aus Portugal, seiner Heimat. Wie auch immer, das 1210 war vielleicht gut halbvoll und er hatte seinen Spaß. Beeindruckend, wie ein einzelner Mensch (natürlich mit Loop-Station unterstützt) so tun kann, als ob er eine ganze Band wäre und das sogar noch gut klingt.noiserv im Stuttgarter 1210
Mehr zum Konzert und weitere Bilder gibts z.B. beim gig-blog oder auch bei der Stuttgarter Zeitung (dort aber ohne meine Bilder).

Auf dem Heimweg bin ich dann mal wieder an so einem „Alibi-Radweg“ vorbeigekommen (insgesamt ist der nur 15m lang), der „natürlich“ wieder von Autos zugeparkt ist. Vermutlich mit so einer hanebüchenen Begründung wie: „Wo soll ich mein Auto denn sonst abstellen?!“
Viel mehr muss man zum Thema Feinstaub-Alarm in Stuttgart schon gar nicht schreiben….
Stuttgarter "Radwege"
Achja, das Kennzeichen verpixele ich nicht, ist auch nicht nötig, laut diesem Urteil von 2007. Falls jemand einen neueren Stand kennt, höre ich diesen gerne und halte mich dann natürlich auch daran.

Update: nur der Vollständigkeit halber – das ist der komplette (!) Radweg an der Stelle, bei Tage betrachtet. Da kann man der/m AutofahrerIn schon fast keinen Vorwurf mehr machen….
eine Art Radweg

endlich abschalten!

es gibt nicht viele Gründe, heutzutage noch Atomkraftwerke zu nutzen. Wenn man in die Berechnung der Kosten noch die Jahrhunderte-lange Sicherstellung des strahlenden Restmülls einberechnen würde, bliebe sicherlich kein einziger übrig. Diese Kosten werden aber mal wieder einfach auf den gemeinen Steuerzahler umgelegt, während sich ENBW (und wie sie alle heißen) die Gewinne einstreichen. Nach jedem Unfall (GAU) wird wieder von neuem darüber diskutiert, ob man bei uns in Deutschland (oder gar der EU) auf diese Form der Energiegewinnung verzichten sollte. Und weil die Politik es mal wieder nicht schafft, hier aktiv zu handeln, muss sie mal wieder mit einer Demo daran erinnert werden. Ich fahre also per Regionalbahn nach Kirchheim (Neckar). Dass das nur 30min entfernt ist, war mir überhaupt nicht bewusst. Meine AKW-Erfahrungen sind noch auf dem Stand der alten Heimat, dort konnte ich ab und zu die Wolken von Gundremmingen sehen.
Ankunft bei endlich abschalten in Kirchheim
Und von diesem Bahnhof aus konnte man in einem gemütlichen, fast 2km langen/kurzen Marsch bis zum AKW Neckarwestheim laufen. Natürlich mit einigen anderen und viele gelben „Atomkraft – Nein Danke!“-Fahnen.
Abmarsch zum AKW Neckarwestheim
Dort angekommen werden natürlich einige Banner und sonstige Demo-Artikel (wie z.B. diese Särge) am Tor angebracht/abgestellt und es gibt ein paar Reden. Ich frage mich bei solchen Demos allerdings immer nach dem Sinn. Schließlich muss man niemanden, der hier mitläuft, von irgend etwas überzeugen – und zufällige Schaulustige wird man hier im Nirgendwo auch nicht bekehren können, ebenso wenig die Polizisten oder sonstigen, anwesenden AKW-Mitarbeiter.
Endlich Abschalten! Sofort!
In der Zwischenzeit schaue ich mir mal die Anlage etwas an und wundere mich über diese Sicherheits-Maßnahmen. Als Vergleich habe ich nur die JVA Stammheim, die haben zwar einen höheren Zaun, aber dafür wenigstens keinen zusätzlichen Sicherheitsgraben. Und ob die große Menge an Polizisten (sowohl in als auch vor der Anlage) ein normaler Zustand ist oder lediglich für die heutige Demo hier positioniert wurden, kann ich auch nicht sagen. Während ich durch den Betonzaun schaue, kann ich erahnen, dass einige der Parkplätze dort drinnen durchaus dauerhaft von der Polizei belegt sein könnten.
AKW oder Gefängnis? Die Eindrücke dieses Tages haben mich in meiner Meinung bestätigt, dass wir von der Kernkraft schnellstmöglich (d.h. sofort!) die Finger lassen sollten. Endlich abschalten!

Baustelle (für Radfahrer)

ach ja, das kennt man in Stuttgart zu gut. Beim letzten Feinstaubalarm wurde einer der Haupt-Radwege durch die Stadt gesperrt um Bäume zu fällen (sic!).
Diesen Satz kann man sich 100x durchlesen und wird kein einziges Mal einen Funken von Sinn darin erkennen – aber leider ist es wahr. Ich suche gerade eine halbwegs vernünftige Strecke von mir zuhause ins Büro. Das wären nicht mal 5km Luftlinie, gefahren dann allerdings doch ca. 6,8km. Das Dumme daran ist, dass ich immer irgendwie über den Killesberg fahren muss, das macht dann etwa 100 Höhenmeter. Dadurch komme ich ins Schwitzen (langsam fahren kann ich nicht und ein E-Bike habe ich nicht), kann es aber nicht als „Training“ verbuchen….
Dennoch schaue ich mal, ob ich eine halbwegs vernünftige Strecke finde, die ohne viele Ampeln und sonstige Behinderungen fahrbar wäre. Auf dieser Suche kam ich heute hier vorbei; klar es ist kein richtiger Radweg – auf der Straße kann ich aber auch nicht fahren, da beide Spuren mir entgegen kommen. Im Hintergrund sieht man schon die Baustelle.kein richtiger Radweg, aber machbar
Jetzt bin ich an der Baustelle. Direkt dahinter wäre ein ziemlich gut ausgebauter Radweg in beide Richtungen, aber da komme ich nicht sicher hin. Man sieht, dass hier tatsächlich die Autos zweispurig entgegen kommen, nicht zu wenige und auch nicht gerade langsam. Da es auch noch eine nicht einsehbare Kurve ist, könnte ich nicht mal warten, bis eine mögliche Rot-Phase den Autoverkehr mal kurz anhält und in der Zeit kurz illegal an der Baustelle vorbei fahren. Abgesehen davon, dass ich beim Radfahren überhaupt gar nicht warten will.
Baustelle in Feuerbach, Radverkehr behindert
Es ist immer das gleiche: Einschränkungen werden selbstverständlich für den Radverkehr gemacht. Mir bleibt nichts anderes übrig, als wieder zurück zu fahren und einen anderen Weg zu suchen….

viel zu tun

wenn so ein Samstag nur mal früher anfinge.
Tagsüber mache ich halt so normale Dinge wie Einkaufen, wenn ich dazu komme. Am Nachmittag bin ich dann nach Feuerbach zur Eröffnung des Hobbyhimmel. Das ist eine große Werkstatt, die allen interessierten offen steht. Das ist gut zu wissen, denn einige meiner Ideen sind schon daran gestorben, dass ich einfach keine vernünftigen Werkzeuge zur Umsetzung hatte. Dort habe ich auch das „Kleine Parkraumwunder“ live gesehen. Das ist ein Handkarren, der nach §25 der StVO behandelt wird, obwohl er eigentlich schon die Ausmaße eines Autos hat; aber halt keinen Motor, dafür ein paar Sitzplätze. Ich bin schon gespannt, wann das Gefährt fertig ist und seine ersten Touren durch Stuttgart macht. Vor allem auf die diversen Reaktionen darauf. Danach ging es noch in eine kurze Performance ins LOTTE, wo beinahe mehr Kameras als Leute waren, obwohl der Laden brechen voll war. Von dort aus dann in die Rakete, in der Hoffnung, vielleicht noch den Rest des Ida Gard Konzertes zu sehen. War aber nix, die hat wohl pünktlich angefangen und aufgehört. Ich weiß noch nicht, ob ich es gut oder schlecht finden soll. Die Musik ist durchaus anhörbar, aber die Rakete ist einfach kein vernünftiger Konzert-Ort. Keine Bühne, kein Licht und auch kaum Platz, gerne auch komplett verraucht.
Great Lie - Great Life
Nagut, dann halt noch auf ein Abschluss-Bier in den Wintergarten. Der hat heute „Closing Party“, das war’s mit der Zwischennutzung dort. Bald soll da ein Fast-Food-Laden reinkommen. An der Tür muss ich feststellen, dass sie 10€ Eintritt wollen – das Bier wäre dann ganz schön teuer, also ab nach Hause – aber erst noch kurz beim Fluxus vorbeischauen. Daheim angekommen habe ich eine Nachricht, wie ich doch noch zu meinem Bier im Wintergarten kommen könnte. Also wieder raus in die Kälte, wieder ein Call-a-Bike geschnappt, zurück in die Stadt und noch das „Feierabend-Bier“ genascht. Tanzen kann ich aber immer noch nicht und gegen so eine laute Musik anschreien ist auch nicht mein Ding.
Wintergarten Closing Party
Und nach so einem Tag denke ich mir dann auch meist: Wenn so ein Sonntag nur mal früher anfinge….

Hoaxmap

das große Problem an der ganzen rechten Propaganda ist ein unglaublicher Hass auf der Seite der Empfänger. Dieser Hass macht wütend und blind, er macht die Menschen völlig irrational. Jedem noch so schlecht dahin geschmierten Gerücht, jeder noch so offensichtlichen Lüge wird auf einmal geglaubt und der eigene, unbegrenzte Hass entlädt sich daran und füllt sich jedes Mal wieder neu, noch weiter auf. Woher dieser immense Hass kommt, ist mir noch völlig unklar.
Der Verstand setzt völlig aus und man fordert Grenzschließungen, um das „gute, deutsche Geld“ bloß keinen Kriegsflüchtlingen zu geben. Dass Grenzschließungen, je nach Schätzung, aktuell bis zu 110 Mrd Euro kosten könnten – im Gegensatz zu den sehr viel geringeren Kosten für die Flüchtlingshilfe – wird dabei tapfer ignoriert (oder einfach nicht verstanden, was vermutlich ein mindest genauso gravierender Punkt in der ganzen Problematik ist). Und das ist nur der monetäre Punkt – dass alle Grundpfeiler unserer Gesellschaft gebieten, hier aktiv zu werden, steht sowieso außer Frage.
Und bzgl. der ganzen angeblichen Straftaten, die von Ausländern und/oder Flüchtlingen begangen wurden sollten, gibt es jetzt ein sehr gutes Projekt, welches diese Lügen aufdeckt und die Fakten dagegen stellt: http://www.hoaxmap.org – jede/r weiß es ja selbst, dass die Geschichten in der eigenen Stadt/Kreis völlig erfunden sind. Hier ist die Bestätigung, dass es prinzipiell überall genau so ist!
Leider wird sich wohl immer noch niemand der blinden, hasserfüllten und irrationalen „besorgten Bürger“ für diese Fakten interessieren, Schade. Gerade ist wieder eine „Honeypot“-Aktion bekannt geworden, bei der ein offensichtlich falsches Bild mit einem Handy-Gutschein hunderte- oder eher tausendfach geteilt wurde (natürlich gerne mit irgendwelchen rassistischen Kommentaren angereichert).

Critical Mass + Musik

ich fahre schon länger bei der Critical Mass hier in Stuttgart mit und finde dies einfach eine super Aktion. Neidisch war ich bisher immer auf die Radler, die sich eine Musik-Anlage auf’s Lastenrad gebaut oder einen Musik-Anhänger gezogen haben. Mir war klar, dass ich auch irgendwann mal sowas brauche. An Weihnachten habe ich zufällig in der elterlichen Garage noch einen 20 Jahre alten Autoverstärker und die zugehörigen Boxen gefunden (Jugendsünden). Das lag da halt rum und wird einfach nie mehr verwendet. Also habe ich schnell etwas kombiniert und entschieden, daraus einen Musik-Anhänger-Einsatz zu bauen. Einen Blei-Gel-Akku mit 12V und etwas Holz habe ich noch gekauft und dann ging die Bastelei los. Bisschen blöd, dass meine Handkreissäge nur 16mm Schnitttiefe hat, während die Holzbretter 18mm stark waren. Und auch der erste Test hörte sich katastrophal an (weil das Anschluss-Kabel offenbar kaputt war).
Irgendwann war mein „Meisterwerk“ (natürlich ohne jeglichen Plan) trotz aller Widrigkeiten fertig.
meine Fahrrad-Musik-Anlagen - BoomBox
Na klar, nicht allzu hübsch. Aber sie funktioniert, das zählt. Die spannende Frage war nur: Hält der 7Ah Akku die ca. 2h Radfahrt mit dem 2x100W Verstärker?
Ja, tut er! Ich bin die ganze Strecke gefahren und hatte immer Musik (natürlich exzellente) von hinten gehört und auch das ein oder andere Lob dafür bekommen.
Hier ist noch ein Video, bei dem man ganz am Ende, bei ca. 03:35, diese Anlage live in Betrieb sieht.

was passiert hier?

ich hatte noch nie Angst vor dem Leben hier in Deutschland. Vor guten zehn Jahren habe ich allen Freunden noch voller Überzeugung gesagt, dass wir in unseren Leben kein Krieg in Deutschland mehr erleben werden. Und uns allen war völlig unklar, wie das dritte Reich damals entstehen konnte. Das müsse man doch gesehen und etwas dagegen gemacht haben. Wir haben uns mit Anne Frank und der Welle beschäftigt. [Nein, nicht das gar nicht so perfekte Lied]
Alles unerklärlich, damals. Warum haben unsere Eltern oder Großeltern nichts dagegen gemacht?
Seit geraumer Zeit habe ich das mulmige Gefühl, dass „wir“ wieder dahin steuern. Hierbei meine ich dieses fiese Gemisch aus vielen kleinen Dingen. Sie sind einzeln kein großes Problem für unsere Demokratie, aber weil gerade alles zusammen kommt, eine unglaubliche Herausfoderung. Vorneweg natürlich diese eine radikale und populistische Partei (Fuck AfD!). Wie können diese Stammtisch-Parolen-Drescher von irgendeinem vernünftig denkenden Menschen überhaupt gewählt werden? (macht es das besser, sie zu beschimpfen?)
Dazu noch die schon fast täglich passierenden rechten Anschläge auf alles Fremde. Ja, verdammt, es ist rechtsradikaler Terrorismus – warum wird das so selten geschrieben? Warum überall nur ein „vermutlich“, nur ein „eventuell“, warum wird es nie „Terror“ genannt? Ich spiele gerne mal das „Was-wäre-wenn-Spiel“ und drehe einfach mal die Vorzeichen um. Hui – dann wäre hier was los.
Seit Jahren schon bin ich Mitglied bei Reporter ohne Grenzen, weil ich finde, dass freier Journalismus eine extrem wichtige Stütze unserer Gesellschaft ist, auch ohne, dass ich irgendwelche „Verbindungen“ zum Journalismus habe. Wenn ich dann höre, dass sich nicht mal mehr in „meinem“ Deutschland Reporter frei bewegen können, dann ist definitiv eine Grenze überschritten. Das ist nur ein Beispiel für die schlechten Teile der Gesellschaft. Ich bin nicht ganz sicher, wie groß dieser schlechte Teil ist. Jedoch treten sie leider immer öfter öffentlich zu Tage und genieren sich nicht mal mehr ihrer „Taten“. Blicke in das „social media“, vor allem in facebook bringt unglaublich Hass-erfüllte Seiten und Profile zu Tage. Jede Äußerung von mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten wird sofort mit Hass überschüttet, oft im strafbaren Bereich. Viele verweisen auf andere Plattformen, auf denen es noch viel schlimmer zugehen muss. Ich will das alles nicht mehr lesen und frage mich gleichzeitig, wo all dieser Hass herkommt. In machen (vielen?) Fällen ist es auch vermutlich einfach nur Unverständnis, weil ihre Aussagen und Handlungen eben einfach gar nicht zusammenpassen; auch eine gefährliche Kombination.
Ich befürchte, dass all dies unsere Gesellschaft ein bisschen weiter nach rechts rückt, jeden Tag ein bisschen weiter. Immer weiter und weiter. Dahin, wo sicherlich niemand enden will.

Vor Monaten habe ich diese Tendenzen schon vernommen, war mir aber nicht so sicher, ob ich es nicht alles falsch einschätze. Schließlich gab es damals noch fast gar keine Mahner oder „Wehret den Anfängen“-Rufer. Inzwischen ist das etwas anders, eigentlich allzu offensichtlich. Und man kann, mit genügend offenen Augen und entsprechendem Interesse, auch viele Berichte/Kommentare/Meinungen über eine sehr dunkle Zukunft durch eine erstarkte Rechte in Deutschland lesen. Ob sie pessimistisch oder eher realistisch gewesen sein werden, bleibt abzuwarten. Ich hoffe, dass es hier endlich mal stimmt, was mir immer gerne vorgeworfen wird: Pessimismus.

Ich habe immer noch keine Angst hier in Deutschland – aber wohl fühle ich mich gerade nicht. Noch kann ich es in meiner extrem privilegierten wie zufälligen Situation (weiß, männlich, „sogar“ ziemlich deutsch, relativ gesund, mit Job) hier gut aushalten. Die aktuelle Situation ist aber noch nicht ausgestanden. Zugegeben: Ich tue aktuell auch nicht viel gegen die Bedrohung von rechts. Hier und da mal eine Demo, hier und da mal ein Bild oder eine Aussage auf facebook oder twitter weiterleiten. Ab und zu versuche ich mit meinen reduzierten sprachlichen Mitteln meine Meinung zu sagen. Letztendlich hoffe ich aber hauptsächlich darauf, dass irgendwann die „Einsicht“ einkehren wird. Ob das allerdings eines Tages gereicht haben wird, werde ich, werden wir alle, nach den Wahlen sehen. Nach den nächsten, nach den danach, nach denen danach. Irgendwann wird es hoffentlich wieder besser, denn schlechter darf es nicht mehr werden!

Ich kann mit Worten nicht besonders gut umgehen, daher ist mir der letzte social media Trend entgegen gekommen: #belikebill
Ein Strichmännchen, ursprünglich eben Bill, der etwas macht (oder eben nicht) und daher als recht schlau und/oder gut dargestellt wird. Da habe ich dann auch sofort mitgemacht und versucht, die aktuell von mir empfundene Lage hier in Deutschland in wenige Worte zu packen:
Deutscher Michel und das Grundgesetz #belikebill

Samstag Vormittag

zugegeben – so ein „Samstag Vormittag“ kommt bei mir normalerweise nicht vor, heute aber schon. Die Organisatoren der rechten, sogenannten „Demo für alle“, haben zu einem Pseudo-wissenschaftlichen Kongress in der Liederhalle eingeladen. Da muss man natürlich dagegen protestieren. Gut, dass neben dem Anti-Konflikt-Team der Polizei auch ein vernünftiges Konflikt-Team vor Ort war!
Konfliktteam
Natürlich war auch wieder die schon so normale „Ungleichbehandlung“ da. Während die Polizei die – natürlich provokant im Weg stehenden – Demonstranten ermahnte, dass sie das doch bitte sein lassen sollten, da die „Kongress“-Teilnehmer sonst einen kleinen Umweg laufen müssten, habt sie an einem anderen Eingang genau die gleiche Taktik gefahren. Dort durften die Demonstranten nicht an den sehr breit aufgestellten Polizisten vorbei, sondern mussten einen Umweg gehen. Der Sprecher des Anti-Konflikt-Teams konnte diese Schieflage auch nicht erklären und wir einigten uns, dass es „halt immer das gleiche Spiel“ sei.
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Feinstaub messen

seit ich zum ersten Mal von der Idee hörte, dass ein paar Hacker Feinstaub-Messgeräte bauen und diese unter der Stuttgarter Bevölkerung verteilen wollen, finde ich diese Idee gut und warte nur darauf, dass es endlich passiert. In den Newsletter-Verteiler habe ich mich schon lange eingetragen und warte nur darauf, dass ich endlich Bescheid kriege.
Inzwischen ist es ein Schritt weiter und es gibt eine Crowdfunding-Kampagne. Überraschenderweise kostet so ein Low-Budget DIY-Feinstaub-Messgerät wohl nur ca. 30€ und weil sie 300 Stück davon aufbauen wollen, werden eben 9000€ gesucht. Ich habe sofort gespendet. Ich befürchte allerdings, dass es keine 300 Leute in Stuttgart geben wird, die so ein Gerät überhaupt aufbauen wollen, einen sinnvollen Außen-Stromanschluss haben (den muss ich mir auch noch schaffen) und dann dort draußen immer noch ihr WLAN empfangen können.
Ich habe ja einen ganz guten Draht zum Kulturzentrum Merlin und werde dort auf jeden Fall auch so ein Gerät aufbauen und wollte auch noch ein paar weitere Kultur-Einrichtungen darauf ansprechen. Mal sehen, wie die ganze Geschichte ausgeht.
Falls noch jemand mitmachen will, oder einfach nur Informationen darüber haben will, hier lang:
–> http://luftdaten.info
Jetzt warte ich darauf, dass dort genug Geld zusammenkommt, dass ich endlich so ein Ding bei mir aufbauen kann.