Kakabeka Falls – Thunder Bay

der Regen kam, wie vorausgesagt. Allerdings nicht ganz so schlimm. Es hat nachts durchgehend geregnet, mein Zelt ist überwiegend trocken geblieben. Laut Vorhersage soll es aber den ganzen Tag (bis zum späten Nachmittag) weiter regnen. Da es keinen großen Sinn macht, bei dem Wetter hier auf diesem (sauteuren, nebenbei) Campingplatz zu bleiben, packe ich das klatschnasse Zelt ein. Wenn ich jemals so etwas wie ein „Pack-System“ hatte, ist das nun natürlich völlig durcheinander gekommen, da ich jetzt versuchen muss, nasse Sachen von trockenen zu trennen. Da ich meine Regenklamotten anziehe, habe ich wenigstens etwas mehr Platz in den Taschen.

Als ich fertig mit abbauen bin, regnet es kaum noch, aber halt immer noch. Ich wähle die Oliver Road und nicht den viel befahrenen Doppel-Highway #11 & #17.

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Upsala – Kakabeka Falls

der erste Weg geht heute mal in den kleinen Laden neben dem Zeltplatz. Eine ernüchternde Auswahl. Es gibt sechs Bananen dort und zusätzlich noch zwei fast vergammelte. Ich traue mich nicht, alle zu nehmen und nehme lediglich drei und die beiden „Kochbananen“ (die kriege ich dafür sogar geschenkt). Dazu eine 700g Packung dieses typischen nordamerikanischen Weißbrotes/Toasts, ein Glas Marmelade dafür und eine Packung O-Saft. Kurz drauf ist der Toast leer und ich frage mich noch, wie ich jetzt noch das halbe Glas Marmelade transportieren soll. Naja, ich stecke es halt irgendwie in die Taschen und hoffe, dass nichts passiert. Eine Banane habe ich auch gleich noch gegessen.

Dann mache ich noch den ziemlich mitgenommen „Making Peace“-Aufkleber vom hinteren Schutzblech ab

und es geht wieder auf die Straße. Heute ist der selbe Gegenwind wie gestern – nur noch stärker. Nach 15km habe ich schon die Schnauze voll, aber halt keine Wahl. Ich muss weiter und es gibt keine Möglichkeit, irgendwelche Motivation zu „tanken“.

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Ignace – Upsala

Frühstück? Ich habe noch ein Pfund Karotten gefunden, das ist aber alles. Vielleicht ernährungs-technisch gesehen nicht ganz optimal, aber mehr gibt es halt gerade nicht. Während ich noch am Smartphone rumtippe kommt ein Camper zu mir. Er ist aus den USA und interssiert sich für die Fahrrad-Tour. Ob ich denn alle 500km ein neues Rad besorge, etc. Es stellt sich heraus, dass er auch Trump gewählt hat, obwohl der ganze Rest, den er bisher so erzählt dazu weniger passt. Die Begründung: er hat halt keine Verknüpfungen zu den bisherigen Politiker-Kreisen und könnte daher mal ordentlich „aufräumen“. Dass das nicht so funktioniert hat, hat er jetzt auch inzwischen verstanden. Als er mit irgendwelchen angeblich christlichen Themen (Ehe für alle, Abtreibung, etc) anfängt und sich gleichzeitig über den Islam lächerlich macht, steige ich aus dem Gespräch aus. Das wird mir doch zu blöd; beide Religionen (wie alle anderen auch), sind sehr lächerliche Weltanschauungen, die wir seit der Aufklärung vor über 200 Jahren eigentlich hinter uns gelassen haben sollten. Wie das „Ortsschild“ von Ignace, das aus Granit besteht.

Der Plan für heute ist Upsala, etwa 100km südöstlich von hier. Wie es der Zufall will, ist heute auch noch Südost-Wind (also direkter Gegenwind – Mist!). Es ist nicht nur ein niedlicher Name, danach kommt auch für weitere mind. 80km nichts mehr, gar nix.

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Vermilion Bay – Ignace

ja, langsam wird es hier etwas schwieriger. Es ist nicht mehr so flach, wie in den „Prairies“, sondern ziemlich hügelig. Und es gibt überall Seen, auch hier am Zeltplatz.

Das ist aber nicht das Problem. Was mir eher Schwierigkeiten bereitet, ist die fast komplette Abwesenheit von Zivilisation. Zusätzlich heute: ohne Wasser den Zeltplatz verlassen müssen.

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Laclu – Vermilion Bay

am nächsten Morgen wird gemütlich aufgestanden und der See angeschaut. Auf Baden habe ich jetzt zwar keine Lust, aber alleine der Ausblick ist schön.

Danach gibt es ein gemütliches Frühstück mit der kompletten Familie – Mutter, Vater, Schwester, Neffe, alle da. Ich esse natürlich auch alles ordentlich auf („you’ll need that energy!“). Selbstverständlich ist das hier alles sehr viel besser, als alles, was ich so im Supermarkt besorgen kann. Selbst wenn ich mal Lust auf etwas bestimmtes hätte, müsste ich davon immer gleich eine Familien-Packung kaufen. Kleine Packungen gibt es hier nicht. Und da ich diese riesigen Portionen nicht auf einmal essen kann/will, müsste ich es irgendwie auf dem Rad mitnehmen, was mit meinen limitierten Verstaumöglichkeiten schon etwas schwierig ist.
Danach geht es, wie jeden Tag, wieder ans Zusammenpacken. Die Karte von Manitoba und Saskatchewan hat ihre Schuldigkeit getan und kann auch nicht mehr weiter verwendet werden. Ich muss jetzt sowieso zur Ontario-Karte wechseln.

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Hadashville – Laclu

am Campingplatz habe ich es heute etwas gemütlicher angehen lassen. Schließlich „musste“ ich ja noch einen Beitrag schreiben, den ich letzte Nacht nicht mehr machen wollte.
Morgens um zehn ist es schon so heiß, bzw schwül, dass ich ins Schwitzen komme, obwohl ich noch überhaupt gar nix mache. Das gefällt mir zwar nicht besonders, aber es ist doch 1000x besser, als jeder Regentag. So gegen elf bin ich dann langsam mit allem fertig und mache mich erneut auf den Weg. Bei der Abreise kriege ich noch mit, dass eine Nacht vor mir ein belgischer Radler hier gewesen ist. Aha, den kenne ich doch. Und wie ich vermutet habe, ist er „weg“, scheinbar hat er am Regentag tatsächlich viele Kilometer gemacht. Den werde ich vermutlich nicht mehr einholen, ich bin zwar etwas schneller, fahre aber gerne Umwege durch Städte oder sonstige längere Strecken, um diese Autobahn zu vermeiden….So schön ist die Straße leider nicht allzu lang. Sobald ich wieder auf dem Highway #1 bin, geht der Mist schon wieder los. Hier ist eine Baustelle und der komplette Verkehr wird auf „meine“ Spur geleitet. Dazu kommt, dass es hier keinen befahrbaren Seitenstreifen gibt, auf diesem lockeren Schotter kann ich kaum voran kommen.

Also folge ich Amanda’s Tipp von gestern und wechsle auf die eigentlich geschlossene Spur. Dort habe ich als Geisterfahrer die komplette Fahrbahn für mich! ;~)

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Winnipeg – Hadashville

beim Aufstehen ist der chinesische Gastgeber nicht da. Das hat er schon angekündigt, da er einen Freund zum Flughafen fahren müsse. Ich soll aber auf keinen Fall schon losfahren, weil er ja noch ein „Picture“ mit mir und – scheinbar ganz wichtig – dem „Helmet“ machen wollte. Das Frühstück hat er schon auf den Tisch gestellt: zwei Scheiben Toast, ein Spiegelei (das inzwischen auch nicht mehr warm ist), ein Glas Milch, fünf Blätter Salat und eine seltsame Wurst in Wiener-Art. Diese lege ich zurück in den Kühlschrank. Auf dem Tisch steht noch Instant-Kaffeepulver, ich finde in der ganzen Küche aber keine Tassen und Ahornsirup. Naja, wenigstens etwas. Ich schnappe mir noch zwei weitere Scheiben Toast aus dem Schrank und lasse dieses „Frühstück“ dann Frühstück sein. Als er zurück kommt, bin ich dabei, zusammen zu packen. Er sitzt in seinem Zimmer und tut so, als ob er beschäftigt ist. Letztendlich kann er es kaum erwarten, mich zu fotografieren. Vor lauter Aufregung kriegt er inzwischen noch weniger English zustande; außer „Picture“ und „Helmet“ sagt er eigentlich gar nix mehr. Ich schreibe ohne Hektik den Beitrag zu vorgestern und mache mich dann langsam daran, meine Sachen zum Fahrrad zu bringen. Er hat schon einen Selfie-Stick („Deppenzepter“ – es gibt übrigens eine interessante Geschichte zum Zepter im Regierungssitz von Alberta in Edmonton. Mal schauen, ob ich die irgendwann mal im Netz finde und hier verlinken kann) in der Hand, ein zweiter liegt neben dem Rad in der Garage. Eifrig will er mir dabei helfen, meine Sachen zu tragen. Vor der Garage kommt er dann endlich zu seinem Bild und wünscht mir einen gute Reise.
Doch bevor ich auf die Straße kann (hier im Bild die ausgesuchte #15), habe ich noch eine Aufgabe.
Da meine gefundene „Isomatte“ eher eine Yoga-Matte ist und es in den letzten Nächten darauf langsam kalt wurde, musste ich eine neue besorgen. In einem dieser Walmart Supercenter habe ich mal eine gesehen, damals aber noch nicht zugeschlagen. Hier gibt es ein paar Walmarts, der von gestern Nacht hatte keine mehr. Also klappere ich ein paar andere ab. Es scheint aber ein Saison-Artikel zu sein, wenn die ausverkauft sind, gibt es keine Nachlieferungen. Endlich, beim letzten vor der #15 gibt es noch zwei Stück. Das sieht jetzt deutlich bequemer und wärmer aus!

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