in den Alpen bis Sterzing

allzu einladend ist der Blick aus dem Hotelfenster nicht gerade. Aber draußen ist es wenigstens trocken. Das kann ich von meinen Radklamotten nicht behaupten, in dem nicht allzu warmen Zimmer sind die Sachen kaum getrocknet. Ich habe jedoch keine große Lust, lange in den Taschen zu wühlen, um etwas anderes zu finden (Radtaschen sind so in etwa die unpraktischsten Taschen, die es gibt) und hoffe einfach darauf, dass es bald etwas wärmer wird und ich dann vom Fahrtwind trockne.

Es geht heute morgen leider nicht mehr bergab, das Pulver habe ich gestern schon verschossen. Heute steht wieder ein Pass auf dem Programm und es geht eigentlich gleich damit los.

Bei der Aussicht frage ich mich, wie das wohl bei gutem Wetter aussehen würde. So schleppe ich meine – wenn auch angebrochene – Sonnencreme einfach nutzlos mit mir rum.

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in die Alpen

dieses Spielchen kenne ich ja schon. Schickes Wetterchen am Morgen, das aber vermutlich nicht halten wird.
Ich muss heute noch ein paar Kilometer fahren, um an meinen Endpunkt von gestern zu kommen. Im Radladen, in dem ich nach einem Hostel fragte, stellte man fest, dass alle Übernachtungsmöglichkeiten im Ort ausgebucht sind. Das liegt wohl am Giro, der genau dieses Wochenende hier in der Gegend ist. Sie finden allerdings noch ein recht günstiges Hotel 12km in die falsche Richtung, d.h. dort wo ich hergekommen bin. Ich denke mir, dass ich selbst wohl nichts besseres finden werde und draußen fing es sowieso schon wieder zum Regnen an. Sie fuhren mich dann sogar mit einem (Hybrid-) Auto zu diesem Hotel, welch Luxus.
Heute früh habe ich halt das Problem, dass ich diese 12km erstmal nochmal abstrampeln muss, bevor ich überhaupt weiter komme.

Dieser türkisfarbene Fluss erinnerte mich doch sehr an Neuseeland, auch mit den Bergen im Hintergrund. Jetzt weiß ich also, dass ich die Landschaft vom anderen Ende der Welt quasi auch „vor der Haustüre“ hätte haben können.

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Triest – Buja

trotz dieser recht großen Stadt komme ich ganz gut voran und dort raus, hier und da zwar mal eine Ampel und das ein oder andere Schlagloch – aber nichts, was mich besonders aufhält.
Dann geht es endlich mal schön flach weiter in Richtung Alpen. Bisher weiß ich immer noch gar nicht so recht, wie ich da durch (besser „drüber“) fahren soll.
Das Wetter ist, wie eigentlich jeden Morgen, ganz passabel.

Es gibt jede Menge kleinere und größere Flüsse, über die ich hier fahre, so ein Brücken-Kunstwerk habe ich allerdings heute nur dies eine Mal gesehen.

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Crikvenica – Trieste

und wieder das gleiche Bild, wie bereits in den letzten Tagen immer. Stark bewölkter Himmel mit grauen Regenwolken. Wie immer packe ich die Regenklamotten halbwegs griffbereit in die Radtaschen (wenn das in diesen absolut unpraktischen Taschen überhaupt geht) und fahre dann halt mal langsam los. So gut wie gestern, angetrieben durch die Nudel-Power, geht es heute nicht, aber das ist ja auch ganz egal – ich erwarte aufgrund des Regens sowieso keine lange Tour.

Und nach wenigen Kilometern kommt das Unheil auch schon an. Ich fotografiere den Regen noch, hoffe jedoch, dass er irgendwo anders hin zieht. Das ist aber nicht so, kurz darauf bin ich mitten drin und nichts zum Unterstellen in der Nähe, außer ein paar Bäume. Also warte ich dort, als es schlimmer wird, ziehe ich die Regenklamotten an und als ich dann sowieso schon nass bin und es noch schlimmer wird, entschließe ich mich, dann doch etwas weiter zu fahren und auf eine besser Unterstell-Möglichkeit zu hoffen.

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Starigrad – Crikvenica

ich finde noch diesen Bananenschokoriegel in meinen Taschen und nehme das als ersten kleinen Snack, bevor ich auf dem Weg etwas „richtiges“ frühstücke. Lieber ist mir allerdings eine Banane und Schokolade extra, solche Mischungen sind ja nie so ganz das gelbe vom Ei.

Das Wetter, wie gewohnt, nicht besonders toll. Die ersten 30km ist es noch trocken, aber die Wolken sind schon Vorboten des kommenden Regens.

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Sibenik – Starigrad

im Hostel ist nur noch ein anderes Pärchen, die allerdings schon wieder unterwegs sind (oder noch im Bett liegen), als ich mich fertig mache. Nachdem ich gestern Abend noch drei andere Hostels angefahren habe, die allerdings alle zu waren, oder man sich telefonisch anmelden musste, habe ich dieses „Bike friendly“ Hostel gefunden. Was es genau dazu macht, weiß ich zwar nicht, aber das Schild kann ich ja trotzdem mal fotografieren. Als ich vor der Türe bin, kommt der Hostel-Besitzer auch raus, es kam mir schon so vor, dass er hinter seinem Tresen nur die Zeit totschlug, während ich frühstückte, am Laptop rumsurfte und meinen Kram zusammenpackte.

Das Wetter bekannt schlecht. Mir bleibt ja nix anderes, ich packe halt die Regenklamotten ganz nach oben in die Taschen und dann geht es los.

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Makarska – Sibenik

ich weiß auch nicht mehr so recht, was ich noch schreiben soll. Das Radfahren macht hier mit dem schweren Tourenrad und den ständigen Hügeln nicht so viel Spaß, vor allem, da das Wetter überhaupt nicht mitspielt. Es ist kalt, hat nicht mal 20°C, jeden Tag dieser kalte Gegenwind und dazu immer so bewölkter Himmel, bei dem ich ständig befürchten muss, dass es zum Regnen anfängt (was auch öfters passiert).

Dazu sieht es hier immer gleich aus: links die Adria, rechts die Berge.
Hier und da sehe ich noch ein Bosch-Zeichen, das ich natürlich immer fotografiere.

So fahre ich halt Tag für Tag weiter, etwas in Eile, da ich mir schon wieder „Termine“ in Deutschland gegeben habe. Angefangen mit dem Forum Freie Lastenräder am letzten Mai-Wochenende in Leipzig. Das werde ich wohl nicht nur mit dem Rad schaffen, aber irgendwann werde ich ja mal wieder in die Nähe einer Zugverbindung kommen und den Rest dann per Zug hinter mich bringen können. Was ich im Juni dann noch mache, muss ich mir wohl dann mal überlegen….

Dubrovnik – Makarska

es ist doch alles recht „deutsch“ hier. Im Hostel ist noch ein Müller, gegenüber ein Deichmann und ein DM, sonst habe ich noch Lidl, Kaufland und Bauhaus gesehen (und bestimmt ein paar andere, die ich schon wieder vergessen habe). Manche Produkte in den Läden hier sind auch offenbar aus Deutschland oder Österreich und haben lediglich einen Aufkleber mit der Zutatenliste (?) auf Kroatisch bekommen. Ich probiere aus Dubrovnik wieder raus zu kommen und habe prompt die falsche Straße erwischt, so muss ich eine kleine Schleife unter dieser Brücke durch drehen und dann die Rampe dort rauf nehmen.

Auch so ein Schild, das ich in Deutschland noch nie gesehen habe. Mich wundert allerdings ein bisschen, dass Wildschweine auf Straßenschildern nach rechts, Kühe und Rehe jedoch nach links schauen. Gibt es dafür einen Grund?

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Budva – Dubrovnik

mir wurde noch geraten, über Kotor und um diesen See herum zu fahren, anstatt den etwas kürzeren Weg mit der Fähre zu nehmen. Ja, das war vermutlich eine gute Idee. Die Aussicht hier ist durchaus gut und es ist deutlich weniger Verkehr, als noch an der küstennahen Hauptstraße.

Hier und da begegnet mir noch ein Rennrad-Team, an einem Hotel sehe ich ein Banner eines Triathlon-Teams. Und dann sehe ich noch ein paar Schilder, dass am Wochenende hier einige Straßen wegen eines Triathlons gesperrt werden. Gut, dass ich dann schon wieder weg bin.

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Shkoder – Budva

das Hostel hier in Shkoder ist ein kleines Refugium in der hektischen und dreckigen Stadt. In einer kleinen Seitenstraße hinter einem großen Tor ist auf einmal ein Garten und eben dieses idyllische Hostel. Sie sagen mir noch, dass ich beim „richtigen“ Radmechaniker war, sie schicken alle anderen Leute auch dort hin. Und ich sehe an ihren Rädern solche „No Oil – Massa Critica“ Nummernschilder.

Und Fahrrad-Gardinen. Und im Aufenthaltsraum hing auch noch eines an einer Wand.

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Lushnja – Shkoder

gestern habe ich ja noch mein Fahrrad ein bisschen geputzt, war wohl so eine Übersprungshandlung. Heute sieht es nach dem gestrigen Regen noch schlechter aus, als gestern. Aber ich habe heute keine Lust mehr, es nochmal unnötig zu putzen.
Das Frühstück ist kein Buffet, sondern ich muss es irgendwie bei der albanisch sprechenden Bedienung bestellen. Geht natürlich nicht, ich sage einfach nur immer ja und kriege halt irgendwas. Zum Glück bin ich kein wählerischer Esser, sondern esse halt, was auf den Tisch kommt.

Trotz der miserablen Wettervorhersage ist das Wetter überraschend in Ordnung. Und ich komme sogar mal an so einem Radweg vorbei, zwar auf der falschen Seite, aber ich nutze ihn doch mal. Später stehen da noch Autos auf den Parkplätzen, die aber weit genug weg sind und außerdem wurden noch Überfahr-Sperren an die Seite gemacht. Am Ende des Radwegs ist ein Radladen, ich winke jedoch nur und fahre weiter.

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Vlorë – Lushnja

nach der gestrigen „Bergetappe“ und vor allem wegen des angekündigten Mistwetters habe ich heute keine so große Motivation zu starten. Der eine Typ im Hostel, der gestern noch die Blätter von „Busch mit den gelben Früchten“ für seinen Joint schnitt, weil er Tabak nicht mag, wundert sich über mich. Alle anderen Radfahrer ständen bereits morgens vor Achte auf der Matte und fragen ganz nervös, wann es denn endlich Frühstück gäbe. Ich sitze um elf noch rum und kriege dafür gesagt, dass ich ja ziemlich sicher in meiner „Leistungsfähigkeit“ sein müsse, wenn ich heute noch 120km fahren will. (Zur Erinnerung: gestern waren es mit riesen-Berg 128km)

Ich bewundere noch die Ablage am Badezimmer-Spiegel (es ist einfach nur so ein Plastik-Lineal) und dann fahre ich echt mal langsam los.

Diese Zebrastreifen in dieser Stadt habe ich gestern ja schon gesehen, aber wegen Regen nicht fotografiert. Trotz dieser farbigen Zebrastreifen funktionieren sie nicht so ganz, wie bei uns. Wenn man einfach wartet, bis die Autos anhalten, wird das wohl ewig dauern. Wenn man allerdings losläuft, halten die Autos schon an, oder fahren zumindest langsam vor oder hinter den Fussgängern vorbei.

Lastenräder sehe ich hier kaum – und wenn, dann nur solche selbst gebastelten, wie dieses hier.

Danach geht das Mistwetter los. Ich bin auf einmal mitten in einem starken Gewitter und werde schneller nass, als ich mir die Regenklamotten anziehen kann. Zum Unterstellen gibt es auch weder Zeit noch Möglichkeiten. Es sieht nicht so aus, als ob es besser wird, also fahre ich eben so weiter, bis endlich mal eine Tankstelle kommt, wo ich mit dann wenigstens mal unterstellen kann. Auch hier wird es aber nicht besser, nur kälter. Also fahre ich nach etwas Warten weiter, bis zur nächsten Unterstell-Möglichkeit. Auch hier: keine Besserung in Sicht. Was an dem Regen ja auch schlecht ist: Auf einmal sieht man das ganze Ausmaß dieser miserablen Straßen hier, jede Unebenheit füllt sich mit dem dreckigen Wasser und man kann nicht mehr entscheide, ob diese Pfütze nur eine kleine Delle im Asphalt ist, oder ein fieses Schlagloch. Und die Autos und LKWs, die an einem vorbei fahren, können gar nicht anders, als durch Pfützen zu fahren und mich dabei total voll zu spritzen. An einer Raststätte ist ein Schild „free Wifi“, also halte ich dort an. Im nächsten Städtchen gibt es ein Hotel für 15€ – ich entscheide, dass ich die Tour heute abbreche und das buche, denn ich habe heute mal wieder gestrichen die Schnauze voll!
Nach etwas hin und her fahren in Lushnja finde ich es auch, der Hotelier steht schon draußen und erwartet mich (kann aber kein Wort Englisch). Mir egal, nach dem ich die nassen Sachen ausgezogen und die Klimaanlage auf 26° gestellt habe hole mir noch eine Pizza und ein Bier. Nachts muss ich noch ein paar Mücken erschlagen und hoffe mal, dass das Wetter irgendwann nochmal etwas besser wird, die Vorhersage sieht ja nicht berauschend aus.

ein Pass auf über 1000m

die Dame im Hostel muss zu ihrem „richtigen Job“ eilen, aber eigentlich unterstützt sie ja auch nur ihren Neffen, der das Hostel eigentlich betreibt, sein Geld aber mit Immobilien macht. Ich versuche irgendwie zu frühstücken und rede noch ein paar Worte mit dem Niederländer Alex. Der will nicht die Küstenstraße fahren, sondern im Landesinneren, ist aber auch stark damit beschäftigt seine große Verbrennung am halben Bein zu versorgen (da ist ihm sein Kocher mit kochendem Wasser drauf gefallen).
Aus dem Städtchen raus geht es erst mal einen steilen Anstieg hoch und ich kann in der Ferne schon die Berge sehen.

Allerdings muss ich etwas aufpassen, denn diese Längsrillen, die ich schon aus Griechenland kenne, sind hier teilweise nicht mal richtig aufgefüllt. Da rein zu kommen, könnte ähnlich unangenehm werden, wie in Schienen. Da die Rillen an die 10cm breit sind, bringen mir meine 45mm breiten Reifen auch nicht viel.

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