Laclu – Vermilion Bay

am nächsten Morgen wird gemütlich aufgestanden und der See angeschaut. Auf Baden habe ich jetzt zwar keine Lust, aber alleine der Ausblick ist schön.

Danach gibt es ein gemütliches Frühstück mit der kompletten Familie – Mutter, Vater, Schwester, Neffe, alle da. Ich esse natürlich auch alles ordentlich auf („you’ll need that energy!“). Selbstverständlich ist das hier alles sehr viel besser, als alles, was ich so im Supermarkt besorgen kann. Selbst wenn ich mal Lust auf etwas bestimmtes hätte, müsste ich davon immer gleich eine Familien-Packung kaufen. Kleine Packungen gibt es hier nicht. Und da ich diese riesigen Portionen nicht auf einmal essen kann/will, müsste ich es irgendwie auf dem Rad mitnehmen, was mit meinen limitierten Verstaumöglichkeiten schon etwas schwierig ist.
Danach geht es, wie jeden Tag, wieder ans Zusammenpacken. Die Karte von Manitoba und Saskatchewan hat ihre Schuldigkeit getan und kann auch nicht mehr weiter verwendet werden. Ich muss jetzt sowieso zur Ontario-Karte wechseln.

Weiterlesen

Hadashville – Laclu

am Campingplatz habe ich es heute etwas gemütlicher angehen lassen. Schließlich „musste“ ich ja noch einen Beitrag schreiben, den ich letzte Nacht nicht mehr machen wollte.
Morgens um zehn ist es schon so heiß, bzw schwül, dass ich ins Schwitzen komme, obwohl ich noch überhaupt gar nix mache. Das gefällt mir zwar nicht besonders, aber es ist doch 1000x besser, als jeder Regentag. So gegen elf bin ich dann langsam mit allem fertig und mache mich erneut auf den Weg. Bei der Abreise kriege ich noch mit, dass eine Nacht vor mir ein belgischer Radler hier gewesen ist. Aha, den kenne ich doch. Und wie ich vermutet habe, ist er „weg“, scheinbar hat er am Regentag tatsächlich viele Kilometer gemacht. Den werde ich vermutlich nicht mehr einholen, ich bin zwar etwas schneller, fahre aber gerne Umwege durch Städte oder sonstige längere Strecken, um diese Autobahn zu vermeiden….So schön ist die Straße leider nicht allzu lang. Sobald ich wieder auf dem Highway #1 bin, geht der Mist schon wieder los. Hier ist eine Baustelle und der komplette Verkehr wird auf „meine“ Spur geleitet. Dazu kommt, dass es hier keinen befahrbaren Seitenstreifen gibt, auf diesem lockeren Schotter kann ich kaum voran kommen.

Also folge ich Amanda’s Tipp von gestern und wechsle auf die eigentlich geschlossene Spur. Dort habe ich als Geisterfahrer die komplette Fahrbahn für mich! ;~)

Weiterlesen

Winnipeg – Hadashville

beim Aufstehen ist der chinesische Gastgeber nicht da. Das hat er schon angekündigt, da er einen Freund zum Flughafen fahren müsse. Ich soll aber auf keinen Fall schon losfahren, weil er ja noch ein „Picture“ mit mir und – scheinbar ganz wichtig – dem „Helmet“ machen wollte. Das Frühstück hat er schon auf den Tisch gestellt: zwei Scheiben Toast, ein Spiegelei (das inzwischen auch nicht mehr warm ist), ein Glas Milch, fünf Blätter Salat und eine seltsame Wurst in Wiener-Art. Diese lege ich zurück in den Kühlschrank. Auf dem Tisch steht noch Instant-Kaffeepulver, ich finde in der ganzen Küche aber keine Tassen und Ahornsirup. Naja, wenigstens etwas. Ich schnappe mir noch zwei weitere Scheiben Toast aus dem Schrank und lasse dieses „Frühstück“ dann Frühstück sein. Als er zurück kommt, bin ich dabei, zusammen zu packen. Er sitzt in seinem Zimmer und tut so, als ob er beschäftigt ist. Letztendlich kann er es kaum erwarten, mich zu fotografieren. Vor lauter Aufregung kriegt er inzwischen noch weniger English zustande; außer „Picture“ und „Helmet“ sagt er eigentlich gar nix mehr. Ich schreibe ohne Hektik den Beitrag zu vorgestern und mache mich dann langsam daran, meine Sachen zum Fahrrad zu bringen. Er hat schon einen Selfie-Stick („Deppenzepter“ – es gibt übrigens eine interessante Geschichte zum Zepter im Regierungssitz von Alberta in Edmonton. Mal schauen, ob ich die irgendwann mal im Netz finde und hier verlinken kann) in der Hand, ein zweiter liegt neben dem Rad in der Garage. Eifrig will er mir dabei helfen, meine Sachen zu tragen. Vor der Garage kommt er dann endlich zu seinem Bild und wünscht mir einen gute Reise.
Doch bevor ich auf die Straße kann (hier im Bild die ausgesuchte #15), habe ich noch eine Aufgabe.
Da meine gefundene „Isomatte“ eher eine Yoga-Matte ist und es in den letzten Nächten darauf langsam kalt wurde, musste ich eine neue besorgen. In einem dieser Walmart Supercenter habe ich mal eine gesehen, damals aber noch nicht zugeschlagen. Hier gibt es ein paar Walmarts, der von gestern Nacht hatte keine mehr. Also klappere ich ein paar andere ab. Es scheint aber ein Saison-Artikel zu sein, wenn die ausverkauft sind, gibt es keine Nachlieferungen. Endlich, beim letzten vor der #15 gibt es noch zwei Stück. Das sieht jetzt deutlich bequemer und wärmer aus!

Weiterlesen

Sidney – Winnipeg

ach, das ist ja mal etwas Neues. Heute werde ich tatsächlich vom „Sicherheits-Wecker“ um 8:00 geweckt und bin nicht schon früher aufgewacht. Also geht die Routine wieder los: das Chaos der letzten Stunden wieder in Ordnung bringen und das Zelt soweit möglich trocken kriegen (ein bisschen Tau ist ja immer drauf). Während ich mich noch mit Sonnencreme einschmiere, frage ich mich, wieso die LKWs am Highway nebenan heute eigentlich so komisch fahren. Ständig heulen die Motoren auf. Und wieso ist mir das sonst noch nie aufgefallen. Bis ich merke, dass es gar nicht die LKWs sind, sondern dass da ein Flugzeug ständig im Kreis über die benachbarten Felder fliegt.

Gute anderthalb Stunden später ist wieder alles verpackt und ich fahre schon los. An dieser langen Einpack-/Abreisezeit sollte ich echt noch etwas arbeiten.

Weiterlesen

Great Valley Provincial Park – Sidney

ich wache mal wieder vor dem Wecker auf, der eigentlich nur „zur Sicherheit“ auf 8:00 gestellt ist. Und das, obwohl wir gestern sogar wieder eine Zeitzone auf unserem Weg in den Osten gewechselt haben. Die ganze Nacht hat es geregnet, jetzt gerade ist es trocken. Ich wische schnell das Zelt mit einem Stück Stoff (das ich auf der Straße gefunden habe) halbtrocken, damit es schneller trocknen kann. Dann hole ich unsere Lebensmittel vom Baum, die wir Alibi-mäßig dort aufgehängt haben.

Die Reste von gestern esse ich auch noch schnell, zwei Donuts, 2/3 einer Keckspackung und eine Banane. Dann mache ich mich auf den Weg zum Bison-Informationspfad, der hier am Zeltplatz entlang führt. Wie viele es gab, wie sie von wem gejagt wurden, welche Auswirkungen sie auf diese „Prairies“ hier hatten, etc. Noch während ich mir das anschaue, fängt es wieder zum Regnen an. Nicht verwunderlich, das war ja leider auch so angekündigt. Ich entscheide mich dazu, mein Zeugs mal in die Schutzhütte zu transportieren und dort vielleicht noch etwas zu warten. Als ich gerade alles dort habe, inkl. Zelt, krabbelt Ward raus. Auch er ist nicht allzu erfreut über das Wetter, meint aber, dass ich doch froh sein soll, dass ich meine „teuren“ Regenklamotten endlich mal anziehen kann. Ehrlich gesagt hätte ich sogar mehr ausgegeben, wenn ich dafür die Garantie gehabt hätte, es nicht zu brauchen. Aber was soll’s.

Weiterlesen

Moosomin – Great Valley Provincial Park

wie jeder andere Tag auch, fängt dieser mit dem Aufstehen an. Das läuft erstmal ganz so (chaotisch/unorganisiert) ab, wie in den letzten Tagen auch. Allerdings ohne Frühstück. Am gestrigen Feiertag konnte ich tatsächlich nichts mehr einkaufen, auch nichts zum Abendessen. Da ich jedoch auf der Fahrt genug gegessen habe, hatte ich, trotz der fast 240km, auch keinen Hunger. Das einzige, was ich kaufen konnte, war eine Dose Bier – besser als nix! (Also für das gestrige „Abendessen“, nicht für heute früh.)
Beim Rad-beladen merke ich jedoch, dass das Hinterrad schon wieder platt ist. Mein letzter frischer Schlauch! Also wieder auseinanderbauen und mal genauer anschauen. Ich hatte gestern die Vermutung, dass der Plattfuss von einem „Durchschlag“ kam, da direkt davor ein ziemlicher Schlag auf das Hinterrad kam. Jetzt sehe ich jedoch, dass da wieder ein kleines Drahtstück im Mantel steckte – und das hat sich natürlich gleich wieder in den neuen Schlauch gebohrt. Mist. Also flicke ich eben den Schlauch und muss dabei auch auf meine Pinzette im Kulturbeutel zurückgreifen; anders hätte ich den Draht nicht raus bekommen.

Beim Händewaschen muss ich mich schon wieder über miserable Waschbecken und deren -Hähne aufregen.

Wer bitteschön entwirft solche absolut bescheuerten Dinge? Und – fast noch schlimmer: wer kauft so was dann auch noch?!
Weiterlesen

Regina – Moosomin

leider gehen auch Pausen-Tage mal vorbei und ich mache mich wieder auf und fahre gen Osten.
Das radelnde Mädel, das ebenfalls die letzten beiden Tage hier war (ihr zweites Hostel auf der bisherigen Tour) bricht ebenfalls wieder auf. Sie fährt allerdings in Richtung Westen. Nach all den Geschichten, die ich bisher von meiner zukünftigen Tour gehört habe, würden mir die Rockies wohl doch etwas besser gefallen….

Naja, wir sind nicht bei „Wünsch Dir was“ – obwohl der Wind ganz meinen Wünschen entspricht. Heute gibt es auch mal wieder eine Brücke, wo ich mich potentiell unterstellen könnte. Aber weit und breit kein Gewitter oder Regenguß zu sehen.

Weiterlesen