Feinstaub

in Stuttgart wurde entschieden, dass die Feinstaub-Saison am 15. April beendet ist. Nach der Entscheidung im Rathaus sollte es danach keine Tage mit erhöhter Feinstaub-Belastung mehr geben. Jetzt ist es aber dummerweise doch wieder vorgekommen. Die bisherigen beiden Ausreden scheinen nicht mehr zu ziehen. Erstens sollten die Heizungen einen Großteil der Schuld haben; das ist jedoch bei den schon frühlingshaften Temperaturen nicht mehr so ganz aktuell. Zweitens hat man immer wieder vom Wetter gehört, Inversionswetterlage und so. Auch diese gibt es gerade nicht, der Dreck kann also abziehen und trotzdem ist hier noch so viel vorhanden, dass die rechtlichen Grenzwerte gerissen werden. (kleines Detail am Rande: der Feinstaub ist ja nicht weg, er ist nur woanders)
In der Stuttgarter Zeitung kann man lesen, dass „die Experten von den hohen Werten überrascht sind“ (Quelle).
Für einigermaßen klar denkende Menschen ist das natürlich keine Überraschung, man kann jeden Tag lesen, dass es keinen Auto-Hersteller gibt, der nicht bei den Abgas-Werten beschissen hat – genau dieses Problem trifft jetzt eben die Stadt-Bewohner. Schließlich fahren täglich hunderttausende von Autos, Lieferwagen und LKWs in Stuttgart, nach Stuttgart rein und raus.
Und während die Stadt früher immer von „3km“ gesprochen hat, die angeblich vom Feinstaub betroffen sind, spricht sie inzwischen schon von „5km“. Wie sie sich diese Zahlen zusammenfantasiert, bleibt jedoch ihr Geheimnis – genügend Messstellen für eine solche Aussage hat sie nicht. Die Zahlen der Luftdaten.info Seite sprechen da eine andere Sprache: Feinstaub-Alarm ist grundsätzlich in der kompletten Stadt.
Und selbst wenn der juristische Grenzwert von 50µg/m³ mal nicht gerissen wird, ist die Feinstaub-Belastung immer noch fast täglich deutlich über 20µg/m³, dem empfohlenen Wert der WHO.
Hier mal ein Screenshot der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Link):
Feinstaub-Werte

Kleines Detail am Rande:
An der Stelle, wo quasi den kompletten Winter die Ankündigung des Feinstaub-Alarms hing, macht die Stadt Stuttgart jetzt Werbung für „Die Automesse“ auf der Königstraße, das ist die große Fußgänger-Zone, in der dann 150 Autos ausgestellt werden.
Würde man sowas in ein Drehbuch schreiben, würde es natürlich abgelehnt, weil es viel zu unrealistisch wäre. Aber in Stuttgart geht das sogar in der Realität.
Auto-Messe auf der Königstraße

Spezialrad-Messe

Anreise zur Spezi
von dieser „Spezi“, der Spezialrad-Messe in Germersheim habe ich schon einiges gehört. Dieses Jahr ist es soweit: ich fahre tatsächlich mal hin. Neben „normalen“ Lastenrädern gibt es dort – wie es der Name schon sagt – jede Menge Spezialräder. Alles, was man sonst nur in diesem Internet auf Bildern sieht, kann man hier in echt sehen und vieles davon auch direkt fahren. Ich habe mich mal auf ein paar Liegeräder gesetzt – das geht, wenn auch etwas wackelig. Aber ein großer Freund davon werde ich vermutlich nicht. Liege-Trikes dann schon eher. Und ich bin jetzt auch mal so eine „Zigarre“/“Rakete“ gefahren, also ein vollverkleidetes Liegerad, was in der Fachsprache „Velomobil“ heißt. Davon habe ich mir deutlich mehr versprochen. Es hat zwar von der Größe her nicht ganz gepasst, aber das war nicht das Problem. Es hat sich äußerst träge angefühlt, damit dachte ich, dass man mit solchen Rädern viel agiler unterwegs wäre. Schade.
Aber auch gut – denn sonst würde ich mir vielleicht so ein Ding auch noch mal zulegen. ;~)

Den Rückweg habe ich dann (zumindest bis zum Karlsruher Hauptbahnhof) mit diesem Yuba-Rad absolviert. Dies haben wir für die Lastenrad-Initiative von der Firma e-Lastenrad aus Heidelberg zur Verfügung bekommen.
Es kann unter diesem Link natürlich auch schon gebucht werden! Es lohnt sich auf jeden Fall, dies mal zu fahren. Es fährt sich fast wie ein ganz normales Fahrrad; selbst dann, wenn man z.B. noch eine Person hinten drauf sitzen hat. Die großen Taschen, die dabei sind, kriegt man vermutlich mit einem normalen Großeinkauf nicht voll. Und dank eMotor-Unterstützung merkt man von dem schweren Rad auch fast nix.
Rückweg von der Spezi mit Yuba-Rad

WIr hatten auf der Rückfahrt durchaus etwas Spaß mit dem Rad, als wir auf die Fähre warten mussten….

Hobbyhimmel-Imagefilm

in der offenen Werkstatt in Stuttgart-Feuerbach (Hobbyhimmel) wird ein „Image-Film“ gedreht. Was das genau sein soll, ist mir zwar nicht so klar, aber wir vom Lastenrad wurden gefragt, ob wir nicht auch mitmachen wollen.
Getreu Putte’s Motto „Gute Leute müssen gute Sachen zusammen machen“ habe ich einfach mal zugesagt, obwohl ich es mit gesprochenen Wörtern eher nicht so habe. Ich hoffe, das Filmteam wird den größten Mist rausschneiden, sodass man sich den Film gerne anschauen kann.
Ich bin auf jeden Fall mal auf das Ergebnis gespannt!
beim Video-Dreh für den Lastenrad-Teil des Hobbyhimmel-Image-Films

Parkplätze überall!

ich muss zugeben, dass es mit so einem Lastenrad nicht mehr ganz so einfach wie mit einem normalen Fahrrad ist, überall und direkt vor der Türe einen Parkplatz zu finden. Aber mit ein bisschen gutem Willen und etwas Kreativität ist das auch im größten Verkehrschaos um mich herum (wie auf dem Bild gut zu sehen) immer noch machbar. ;~)

überall gibt es Lastenrad-Parkplätze

überall gibt es Lastenrad-Parkplätze!

Einbahnstraße in Stuttgart

heute bin ich wieder mal an dieser Stelle vorbei gekommen. Früher was das gar kein Problem, da konnte man dort einfach so mit den Rad legal durchfahren.
Inzwischen ist das wohl nicht mehr gewünscht und die Durchfahrt ist nun komplett verboten.Einbahnstraße, verboten
Aber, wie immer hier in Stuttgart, scheint die Rad-Infrastruktur entweder nicht bedacht zu werden (ich hoffe mal, dass das stimmt und an den entsprechenden Stellen einfach „nur“ Leute sitzen, die mit ihrem Job heillos überfordert sind) – oder aktiv sabotiert zu werden.
Von der anderen Seite der Herzogstraße steht am Einbahnstraßen-Schild zumindest noch das Schild, dass Radfahrer auch entgegen dieser Einbahnstraße fahren dürfen. Und der Stuttgart-typische 15m-Radweg-Versuch ist natürlich auch auf die Straße gemalt; vielleicht ist hier auch der Diminutiv „Radwegchen“ oder, schwäbisch: „Radwegle“, passend.
Ob diese Mini-Radweg-Stückchen eigentlich auch zu den viel-genannten „180km Radwegen in Stuttgart“ gehören, von denen die Stadt immer wieder spricht?
Einbahnstraße, erlaubt

zur Messe, zweiter Tag

wir haben ja nicht nur so ein grünes Rapid von der Radkutsche im Lastenrad-Verleih, sondern auch ein Curve-E von Babboe. Das Rapid habe ich gestern mit Anhänger zur Messe gefahren, heute wäre das dreirädrige von Babboe dran. Allerdings will ich nicht schon wieder im Feierabend-Verkehr durch die ganze Stadt im Stau stehen, außerdem machen längere Strecken mit diesem Rad auch nicht soviel Spaß und ich will lieber so schnell wie möglich auf der Messe sein. Daher hole ich es ab und will es in die S-Bahn nehmen. In der Station Stadtmitte habe ich das Problem, dass viele Menschen dort sind und der Aufzug ewig langsam ist. Außerdem steht da schon ein Kinderwagen an und mir sieht der Aufzug auch zu klein (sprich: zu kurz) für das Rad aus. Etwas verzweifelt überlege ich, was ich nun tun könnte. Aber außer der Rolltreppe bleibt ja nichts anderes übrig. Um wenige Zentimeter passt das Fahrrad dort auch drauf und ich halte es gut fest, damit es nicht unkontrolliert runterfällt.
Das war ja einfacher als gedacht! ;~)

Zwei Stationen vor meinem Ziel „Flughafen/Messe“, sehe ich, dass es eine ebenerdige Station ist und überlege mir kurz, ob ich hier nicht aussteigen sollte, entscheide mich aber dagegen. Wird schon klappen. Aus der S-Bahn Station am Flughafen/Messe komme ich auch – mal wieder per Rolltreppe – eine Ebene weiter hoch, dort ist aber noch kein Ausgang. Dazu muss ich noch eine weitere Ebene überwinden. Aber jetzt ist Schluss: die Poller, die verhindern sollen, dass die Leute die Gepäckwagen überall hin mitnehmen, stehen mir als ziemlich unüberwindbares Hindernis im Weg. Ich denke mir noch, dass ich lieber doch vorher mal ausgestiegen und ein paar Kilometer hierher gefahren wäre. Bevor ich den Gedanken zuende denken kann, sehe ich einen Aufzug hinter mir, der auch gerade groß genug ist, dass ich mit diesem Rad rein und zum Ausgang komme. Voilá somit ist das zweite Rad auf dem Messestand….

Endstation irgendwo mittendrin im Flughafen/Messe

Der Weg in die Messe gestaltet sich ähnlich hindernisreich, aber auch machbar.
Man kommt mit diesen Rädern also (fast) überall hin, nur muss man hier und da mal etwas überlegen und einen anderen Weg, als den sonst gewohnten/einfachen/direkten nehmen. Vielleicht fühlen sich junge Familien mit Kinderwagen oder RollstuhlfahrerInnen ähnlich – und auf einmal sieht man seine Stadt mit etwas anderen Augen.

auf zur Messe!

auf den Frühlingsmessen gibt es einen Stand des Landes Baden-Württemberg zum Thema Nachhaltigkeit. Dort sind wir mit der Lastenrad-Initiative auch eingeladen worden. In den Wochen davor haben wir uns mit ein paar anderen „Reclaim the Streets“ Initiativen zusammen getan und ein Konzept für diese Messe erstellt. Heute ist der große Tag – wir bauen auf. Natürlich stellen wir ein Lastenrad mit Anhänger aus und wenn ich dieses Gespann schon dort hin fahre, kann ich auch gleich noch ein paar weitere Sachen im Hänger transportieren. Das komplette Gestell sah dann so aus:
Messe-Anfahrt mit Lastenrad und Anhänger
Die Anfahrt gestaltete sich etwas schwierig, da mich mein Navi über eine 22%-ige Steigung geführt hat, die ich bisher noch nicht kannte. Damit war das Gespann überfordert und ich musste teilweise schieben und das Gespann sogar die letzten Meter aufteilen. Aber sonst war die ca. 20km lange Anfahrt gut zu machen.

Und da ich der erste von unserem Stand vor Ort war, war „mein Traumstand“ auch schnell aufgebaut. ;~)
Messe-Stand mit Lastenrad und Anhänger